
Das Archiv „Kindheit, Jugend & Biografie“ (AKJB) im
Siegener Zentrum für Sozialisations-, Lebenslauf- und
Biografieforschung (SiZe
), Universität Siegen
Das AKJB wurde 1981 von Jürgen
Zinnecker und Imbke Behnken an der Philipps-Universität Marburg
ins Leben gerufen. Es entstand, und das erklärt seine Anbindung
an die Universität, aus einer Aufeinanderfolge von
Forschungsprojekten zu Kindheit und Jugend, die die Initiatoren
des Archivs seit Beginn der 1970er Jahre durchführten. Es galt,
die Fülle persönlicher Dokumente zu Kindheit und Jugend, die
sich im Rahmen dieser Projekte ansammelten, zu archivieren, um
sie für ein interessiertes Publikum und für weitere Forschungen
zugänglich zu machen.
Prof. Dr. Jürgen Zinnecker und PD Dr. Imke Behnken, 2006, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des SiZe und des AKJB
Seit 1987 ist das AKJB in seiner inhaltlichen Ausrichtung und räumlichen Verortung integrativer Bestandteil des SiZe (Siegener Zentrum für Kindheits-, Jugend- und Biografieforschung)
– einem Forschungsinstitut des Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus den Fachbereichen 1 und 3, Universität Siegen. Die Vorgeschichte des Zentrums beginnt 1981 an der Philipps-Universität Marburg, in Gestalt eines Forschungsarchivs für die Jugendkultur in Westdeutschland. Mit der Berufung des Gründers und Leiters, Prof. Dr. Jürgen Zinnecker, an die Universität Siegen wechselten auch das Forschungsarchiv und die damaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren akademischen Standort. Als Siegener Zentrum für Kindheits-, Jugend- und Biografieforschung (SiZe) 1987 aus der Taufe gehoben, arbeitete das Zentrum überaus erfolgreich auf dem Gebiet angewandter Modernisierungsforschung. Die Forschungsarbeit konzentrierte sich auf die dramatischen Umbrüche und Transformationsprozesse, die das Aufwachsen der jüngeren Generation, die Beziehungen zwischen den Generationen und der Lebenslauf der Menschen global, regional und in verschiedenen nationalen Kulturen im 20. und 21. Jahrhundert erfahren haben. Modernisierung wird als ein vielschichtiger, riskanter und konflikthafter Gesellschaftsprozess verstanden, dessen Folgen die betroffenen Kulturen und Menschengruppen in hohem Maße selbst zu bewältigen und dem sie selbst einen Lebenssinn abzugewinnen haben. Die Forschungen konzentrierten sich folglich auf die Perspektive der von Modernisierung betroffenen Gruppen und fragten nach deren Bewältigungs- und Sinngebungsstrategien, den subjektiven und kulturellen Kosten sowie nach den Risiken des lebensgeschichtlichen Scheiterns.
Dem AKJB ging es von Anfang an darum, die Kulturen des Aufwachsens in der Moderne, die Kulturen der Moratorien für Kinder und Jugendliche zu dokumentieren und zu analysieren.
Das AKJB dient dazu,
- Forschungsaktivitäten und kulturelle Artefakte von Kindern, Jugendlichen und deren Bezugsinstitutionen (Schulen, Familien, Medien u. a.), die im Kontext von Forschungen gesammelt worden sind sowie
- Sammlungen aus thematisch und methodisch verwandten
Forschungsprojekten, die im Rahmen des SiZe
oder von Kolleginnen und Kollegen
durchgeführt wurden, sorgfältig zu dokumentieren und für
eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu
machen.
Prof. Dr. Thomas Coelen, Leiter des SiZe
2009 hat Prof. Dr. Thomas Coelen die Leitung des SiZe
übernommen. Folgende Entwicklungen sind seitdem festzustellen: Zum einen umfasst die inhaltliche Ausrichtung ein breiteres Feld: SiZe = „Siegener Zentrum für Sozialisations-, Lebenslauf- und Biografieforschung“; zum anderen kam es zu einem Zusammenschluss der Fachbereiche „Erziehungswissenschaft und Psychologie“ mit dem Fachbereich „Architektur und Städtebau“ und dem Fachbereich „Kunst und Musikpädagogik“ zu der Fakultät II „Bildung – Architektur - Künste“. Die ehemaligen Fachbereiche sind als Departments in die Fakultät eingebunden.

