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Das Archiv „Kindheit, Jugend & Biografie“ (AKJB) im Siegener Zentrum für Sozialisations-, Lebenslauf- und Biografieforschung (SiZe ), Universität Siegen

Prof. em. Dr. phil. Jürgen Zinnecker

*10. Juni 1941 in Trautenau † 30. Juli 2011 in Siegen

Für Jürgen Zinnecker war wissenschaftliche Forschung immer mit großem Einfühlungsvermögen und Respekt für die konkreten Lebenserfahrungen, Lebensäußerungen und Kompetenzen junger Menschen verbunden. Er hat für die Kindheits- und Jugendforschung unschätzbare Beiträge erbracht. (Christa Preissing, Manfred Liebel)

Init. Motiv Das AKJB wurde 1981 von Jürgen Zinnecker und Imbke Behnken an der Philipps-Universität Marburg ins Leben gerufen. Es entstand, und das erklärt seine Anbindung an die Universität, aus einer Aufeinanderfolge von Forschungsprojekten zu Kindheit und Jugend, die die Initiatoren des Archivs seit Beginn der 1970er Jahre durchführten. Es galt, die Fülle persönlicher Dokumente zu Kindheit und Jugend, die sich im Rahmen dieser Projekte ansammelten, zu archivieren, um sie für ein interessiertes Publikum und für weitere Forschungen zugänglich zu machen.

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Prof. Dr. Jürgen Zinnecker und PD Dr. Imke Behnken, 2006, anlässlich des 25-jährigen Bestehens des SiZe und des AKJB

Seit 1987 ist das AKJB in seiner inhaltlichen Ausrichtung und räumlichen Verortung integrativer Bestandteil des SiZe (Siegener Zentrum für Kindheits-, Jugend- und Biografieforschung) – einem Forschungsinstitut des Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus den Fachbereichen 1 und 3, Universität Siegen. Die Vorgeschichte des Zentrums beginnt 1981 an der Philipps-Universität Marburg, in Gestalt eines Forschungsarchivs für die Jugendkultur in Westdeutschland. Mit der Berufung des Gründers und Leiters, Prof. Dr. Jürgen Zinnecker, an die Universität Siegen wechselten auch das Forschungsarchiv und die damaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren akademischen Standort. Als Siegener Zentrum für Kindheits-, Jugend- und Biografieforschung (SiZe) 1987 aus der Taufe gehoben, arbeitete das Zentrum überaus erfolgreich auf dem Gebiet angewandter Modernisierungsforschung. Die Forschungsarbeit konzentrierte sich auf die dramatischen Umbrüche und Transformationsprozesse, die das Aufwachsen der jüngeren Generation, die Beziehungen zwischen den Generationen und der Lebenslauf der Menschen global, regional und in verschiedenen nationalen Kulturen im 20. und 21. Jahrhundert erfahren haben. Modernisierung wird als ein vielschichtiger, riskanter und konflikthafter Gesellschaftsprozess verstanden, dessen Folgen die betroffenen Kulturen und Menschengruppen in hohem Maße selbst zu bewältigen und dem sie selbst einen Lebenssinn abzugewinnen haben. Die Forschungen konzentrierten sich folglich auf die Perspektive der von Modernisierung betroffenen Gruppen und fragten nach deren Bewältigungs- und Sinngebungsstrategien, den subjektiven und kulturellen Kosten sowie nach den Risiken des lebensgeschichtlichen Scheiterns. Dem AKJB ging es von Anfang an darum, die Kulturen des Aufwachsens in der Moderne, die Kulturen der Moratorien für Kinder und Jugendliche zu dokumentieren und zu analysieren.

Das AKJB dient dazu,

  • Forschungsaktivitäten und kulturelle Artefakte von Kindern, Jugendlichen und deren Bezugsinstitutionen (Schulen, Familien, Medien u. a.), die im Kontext von Forschungen gesammelt worden sind sowie
  • Sammlungen aus thematisch und methodisch verwandten Forschungsprojekten, die im Rahmen des SiZe oder von Kolleginnen und Kollegen durchgeführt wurden, sorgfältig zu dokumentieren und für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Einen visuellen Eindruck vermittelt der Rundgang durch die Ausstellung „25 Jahre SiZe“ . Dr. Jana Mikota (Konzeption und Realisierung) gestaltete diese Ausstellung gemeinsam mit Christoph Meibom (Layout) und unter Mitarbeit von Stefanie Rudolph 2006 in den Räumen der Universitätsbibliothek.


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Prof. Dr. Thomas Coelen, Leiter des SiZe

2009 hat Prof. Dr. Thomas Coelen die Leitung des SiZe übernommen. Folgende Entwicklungen sind seitdem festzustellen: Zum einen umfasst die inhaltliche Ausrichtung ein breiteres Feld: SiZe = „Siegener Zentrum für Sozialisations-, Lebenslauf- und Biografieforschung“; zum anderen kam es zu einem Zusammenschluss der Fachbereiche „Erziehungswissenschaft und Psychologie“ mit dem Fachbereich „Architektur und Städtebau“ und dem Fachbereich „Kunst und Musikpädagogik“ zu der Fakultät II „Bildung – Architektur - Künste“. Die ehemaligen Fachbereiche sind als Departments in die Fakultät eingebunden.