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Das Studium ist die beste Garantie für eine erfolgreiche Karriere

Gerhard Renker berichtet über neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker

von Marcellus Menke

Die Abschlussarbeit abgegeben, die Prüfungen geschafft, und dann? Wer sich erst jetzt um die Suche nach dem richtigen Berufseinstieg kümmert, der ist spät dran. Es ist wichtig sich schon im Studium darüber zu informieren, wie es auf dem Arbeitsmarkt aussieht und welche Chancen man mit seinem Studiengang, mit seiner Fachrichtung auf dem Arbeitsmarkt hat. Die Besucherinnen und Besucher das career:FORUMs am 15. Juni nutzten die Chance, aus erster Hand zu erfahren wie es aktuell auf dem Arbeitsmarkt aussieht, national wie international, und welche Entwicklungen in Zukunft zu erwarten sind.

Am Anfang des career :FORUMs mit Gerhard Renker standen bekannte Schlagworte: Globalisierung und demographischer Wandel, zum Beispiel. Es ging um die Schwankungen und die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung und wie wird sich der Arbeitsmarkt in Zukunft gestalten?

Gerhard Renker ist Berater für akademische Berufe bei der Bundesagentur für Arbeit. Sie ist in Deutschland die einzige Institution, die umfassende Daten über den Arbeitsmarkt und seine Entwicklung hat. Mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat die Bundesagentur für Arbeit auch eine eigene Forschungseinrichtung, die sich wissenschaftlich mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt.

Wer den Arbeitsmarkt verstehen will, der muss wissen wie die Wirtschaft funktioniert. Dann kann er auch verstehen, wie sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt entwickelt. Es gibt da einige ganz klare Tendenzen. Der Dienstleistungssektor wächst, und das auch in Bereichen, die unmittelbar mit klassischen Wirtschaftszweigen wie Industrie und produzierendem Gewerbe zu tun haben.

Deutschland genießt, international gesehen, den Ruf eines fortschrittlichen Landes, insbesondere wenn es um Technologie geht. Innovative Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung sind der Vorsprung, den eine Volkswirtschaft nutzen kann, um bei vergleichsweise hohen Lohnkosten trotzdem international bestehen zu können. Neues Wissen macht Produkte möglich, die auf dem internationalen Markt eine gute Position sichern. Für den Arbeitsmarkt in Deutschland aber auch für den internationalen Arbeitsmarkt heißt das, dass der Bedarf an hoch- und höchstqualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern steigt. Es lohnt sich also, in eine gute Ausbildung zu investieren.

Der Referent belegt dies mit den aktuellen Zahlen aus der Arbeitslosenstatistik. Der Anteil von Akademikerinnen und Akademikern an der Arbeitslosenquote ist mit 2 Prozent sehr gering. Eine Wirtschaft, deren Erfolg auf Wissen basiert, braucht gut ausgebildete Akademikerinnen und Akademiker. Sie sind der entscheidende Baustein auf dem Weg zu einer Informations- und Wissensgesellschaft.

Was sich bei und durch den steigenden Bedarf wandelt, sind die Beschäftigungsformen. Arbeiten in Projektteams, zeitlich befristet, mit internationalen Kolleginnen und Kollegen, statt einer Festanstellung unmittelbar nach Studienabschluss, die dann bis zu Pensionierung läuft. Das bietet neue Chancen: Projektstellen beispielsweise können von Hochschulabsolventen genutzt werden um bereits früh Erfahrungen zu sammeln, die bei einer klassischen Karriere vielleicht erst nach einigen Jahren Berufserfahrung möglich wären. Und sie bieten die Möglichkeit über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs zu schauen.

Die europäischen, und insbesondere die deutschen Hochschulen, haben in den letzten zehn Jahren einen für die Bildungslandschaft beispiellosen Wandlungs- und Reformprozess durchlaufen. Mit dem an einer Universität oder Hochschule gelernten ist man gut vorbereitet auf den Arbeitsmarkt der international vernetzten Wissensgesellschaften. Wichtig ist es, die sich bietenden Chancen und Möglichkeiten zu sehen. Für die einzelnen Fächer und Abschlüsse sieht das durchaus unterschiedlich aus. Bachelor und Master haben sich bei den großen Unternehmen mittlerweile etabliert und auch die mittelständische Wirtschaft tut inzwischen viel, um sich auf die neuen Abschlüsse einzustellen. Die Wirtschaft ist da in einer Verantwortung. Aber auch die Absolvierenden können etwas tun. Wer sich seines eigenen Kompetenz- und Leistungsprofils klar bewusst ist, kann sich seinen Arbeitgeber zielgerichtet aussuchen und er kann ihm dann auch viel überzeugender erklären, warum er der Richtige für die Stelle ist.

Absolvierende der mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächer haben im Moment in vielen Bereichen eine große Auswahl. Da ist es manchmal gar nicht einfach zuentscheiden, welches Angebot das Beste für den persönlichen Berufs- und Lebensweg ist. Aber die Entwicklung zur Wissensgesellschaft heißt auch, dass im Bereich der Organisation und Produktion von Inhalten und Konzepten ein großer Wachstumsbereich liegt. Somit ist auch eine steigende Nachfrage nach Absolvierenden aus den Sozialund Geisteswissenschaftlichen Fächern zu erwarten.

Das Fazit des Referenten: Ein Hochschulabschluss lohnt sich in jedem Fall. Die geringe Akademikerarbeitslosigkeit, der demographische Wandel und die mit der Globalisierung einhergehenden Veränderungen lassen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Entwicklung erwarten, in der die Chancen für Hochschulabsolventen noch besser werden als sie jetzt schon sind. Das Erfolgsrezept besteht aus einer Mischung aus Fachwissen, Fremdsprachenkenntnissen und einer guten Portion interkultureller Kompetenz.