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Der Arbeitsmarkt für Akademiker.

Einstiegschancen erfolgreich erarbeiten: Christopher Becher zu Gast im career:FORUM am 27.11.2013

von Helena Kampmann

Mit einer optimistischen Prognose begann Christopher Becher, Berater für akademische Berufe bei der Bundesagentur für Arbeit in Siegen, seinen Vortrag: Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für Akademiker grundsätzlich gut. Es gibt so viele Beschäftigte wie noch nie und, von einigen regionalen Ausnahmen abgesehen, wird es auch in Zukunft mehr und mehr Arbeitsverhältnisse für Akademiker geben. Aktuell ist die Arbeitslosenquote unter Akademikern zwar leicht angestiegen. Trotzdem liegt sie immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Chancen einen passenden Job zu finden sind gut, vor allem in größeren Städten und Ballungszentren. Allerdings ist die Übergangsphase zwischen Studium und Berufsleben für viele Akademiker oft schwierig. Diese Phase kann bis zu zwei Jahre dauern. Umfragen bestätigen das. Doch bereits fünf Jahre nach dem Examen sieht es ganz anders aus: 9 von 10 Uni-Absolventen üben dann eine Tätigkeit aus, die sie sowohl fachlich als auch vom Entgelt her als angemessen ansehen.

Für die Stellensuche gelten fünf wichtige Regeln:

1.: Frühzeitig vorbereiten!
Hat man sich ehrenamtlich engagiert, ist teamfähig und kennt sich mit den gängigen Computerprogrammen aus? Hat man Kenntnisse in Fremdsprachen? Solche Kenntnisse und Fähigkeiten kann man sich schon während des Studiums aneignen oder unter Beweis stellen.

2.: Rechtzeitig über den Arbeitsmarkt informieren!

Denn ein Blick auf die Berufsperspektiven lohnt sich auch schon bei der Wahl des Studiengangs. Aber natürlich soll man auch seine eigenen Interessen dabei nicht zu kurz kommen lassen. Ein Jahr vor Studienende sollte man sich dann über den aktuellen Stand auf dem Arbeitsmarkt informieren. Denn nur so kann man gezielt Praktika und den Berufseinstieg planen.

3.: Networking!

Es zahlt sich aus, Kontakte zu knüpfen – zum Beispiel bei den Alumnis der eigenen Universität. Die sind dann auch gerne mal bei der Stellensuche behilflich.

4.: Flexibel sein!
Und zwar sowohl mobil als auch fachlich. Flexibilität und Eigeninitiative sind wichtig bei der Arbeitsplatzsuche. Das gilt für Neueinsteiger und auch für Berufserfahrene.

5.: Richtig bewerben!

Eine Bewerbung muss inhaltlich auf das Stellenangebot passen und formal ansprechend  gestaltet sein. Wie man das macht erfährt man zum Beispiel bei den Seminaren des Career Service.

Stichwort Einkommen: Natürlich erwartet man mit einem Hochschulabschluss ein gutes Gehalt. Doch das Einkommen von Akademikern ist sehr unterschiedlich. Das hängt vom Fach ab, aber auch von der Tätigkeit und der wahrgenommenen Verantwortung. Im Durchschnitt liegt das Brutto-Monatseinkommen bei Berufseinsteigern mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung aber bei 3.400 Euro. Mit der wachsenden Berufserfahrung steigen dann auch die Gehälter.

Grundsätzlich sind akademische Fachkräfte in Deutschland in allen Bundesländern unterdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Am besten stehen die Chancen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn in den westlichen Bundesländern. In den neuen Bundesländern sieht es nicht ganz so gut aus mit Karriere und Erfolg. Aber auch dort sind die Chancen für Akademiker wesentlich besser als für andere Berufsgruppen. Auch in anderen europäischen Ländern haben akademische Fachkräfte überdurchschnittlich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch ein Arbeitsplatzverlust ist für Akademiker nicht immer die große Katastrophe: Im Durchschnitt finden mehr als die Hälfte der Akademiker, die arbeitslos werden, innerhalb von 3 Monaten neue Arbeit.

Solche Zahlen können Absolventen Sicherheit geben, selbstbewusst auf dem Arbeitsmarkt zu agieren. Akademiker sind gefragt. Und die Nachfrage nach Arbeitnehmern mit Hochschulabschluss steigt weiter. Im Jahr 2012 waren es gegenüber 2011 insgesamt + 21%. Dabei war die Nachfrage im Bereich Finanzen, Rechnungswesen und Steuerberatung mit + 128% besonders hoch. Eher niedrig war der Anstieg im Bereich Chemie mit nur +1%.

Ein gutes Studium ist immer noch die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Wer sich dann schon im Studium auf den Berufseinstieg vorbereitet, Praktika bewusst auswählt und mit Zusatzqualifikationen sein Kompetenzspektrum erweitert, der ist eine gefragte Arbeitskraft. Als Fazit kann man sagen: Akademiker haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dann kann auch die Suchphase kurz sein und der Einstieg ins Erwerbsleben gelingt erfolgreich. Danke an Christopher Becher für die vielen Informationen.