Ferienbetreuung an der Universität Siegen
Als Anfang Juli die Schulen in NRW ihre Türen für 6 Wochen schlossen, begann zeitgleich an den Universitäten der „Semesterendstress". Klausuren, mündliche Prüfungen, Abgabetermine von Hausarbeiten etc. gehörten zum Alltag vieler MitarbeiterInnen und Studierender der Universitäten, so auch in Siegen. Wieder einmal standen die Eltern vor dem Problem, dass die Betreuung ihrer Kinder verlässlich geregelt werden musste, während sie selbst sich auf die Erbringung der Studienleistungen zu konzentrieren hatten.
Um diesem Problem zu begegnen, bot die Universität Siegen zum zweiten Mal in Folge eine Kinderferienbetreuung an, die das Büro der Gleichstellungsbeauftragten organisierte. Die Idee zu diesem Projekt war im Rahmen des „audit familiengerechte hochschule"entstanden, dem sich die Universität Siegen seit 2006 regelmäßig unterzieht. Ziel des audit ist es, Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit von Studium oder Beruf und Familie im Hochschulbetrieb zu schaffen.
In den ersten beiden Wochen der Sommerferien konnten 28 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren wahlweise ganz- oder halbtags in Räumlichkeiten der Universität von qualifiziertem Personal betreut werden und erlebten jede Menge Spaß und Abenteuer auf dem Campus. So standen in der ersten Woche ein Trommel- und Bewegungsworkshop, der Bau eines Fernrohres im Fachbereich Physik, ein Besuch der technischen Glasbläserei der Universität und des CampusTV auf dem Programm. In der zweiten Woche hatten die Kinder die Gelegenheit, selbst Instrumente zu bauen, beim Campus-Radio „Radius 92.1" eine eigene Sendung zu gestalten, ein Schattentheater einzuüben, im Fachbereich Chemie zu forschen, und im sog. „ZIMT" eine Wunschfilm-Kino-Aktion durchzuführen, für die sie selbst Popcorn herstellten.
Für Schlechtwetterlagen stellte die Stadt Siegen freundlicherweise wieder die Turnhalle der Haardterberg-Schule zur Verfügung, die sich unmittelbar in der Nachbarschaft der Universität befindet. Bei schönem Wetter konnten sich die Kinder auf der sog. „Bistro-Wiese" in mehreren Planschbecken und auf der Wasserrutsche austoben und abkühlen. Außerdem standen viele Kreativ- und Bastelangebote zur Verfügung. An jeweils einem Tag der Woche kochten die Kinder gemeinsam mit den BetreuerInnen ihr Mittagessen selbst, an den anderen Tagen war für sie die „Kinderecke" der Uni-Mensa reserviert, wo sie sich aus einem großem Sortiment ein Essen auswählen konnten.
Auch die Entspannung kam in den zwei Ferienwochen nicht zu kurz: Die Kinder zogen sich gerne in das sog. „Kinderzimmer" zurück, um dort Pizza- und Wettermassagen zu genießen oder „Schlafkönig" zu spielen.
Während der gesamten Zeit konnten die Kinder das Erlebte in Form von Berichten, Bildern und Fotos für eine Ferienzeitung festhalten. Hierfür stand auch ein PC im bereits erwähnten „Kinderzimmer" zur Verfügung. Die Zeitung wird derzeit zusammengestellt und bald erscheinen.
Die Ferienbetreuung ermöglichte es auch, die Hochschule als Lern- und Arbeitsort der Eltern einmal genauer kennen zu lernen. Einige Kinder suchten in Kleingruppen ihre Eltern in deren jeweiligen Büros auf, um sie dort zu interviewen und zu fotografieren. Auch die BetreuerInnen selbst nahmen die Universität durch die Ferienbetreuung aus einer neuen Perspektive wahr.
Zu erwähnen wäre noch, dass die Kosten für die Kinder von Studierenden auch in diesem Jahr in voller Höhe vom AStA übernommen wurden. Rückblickend kann gesagt werden, dass das Ferienbetreuungsangebot auf sehr hohe Resonanz stieß, für alle Beteiligten ein großer Gewinn war und dass auch in diesem Jahr bereits Anfragen für die nächsten (Sommer-)Ferien im Gleichstellungsbüro eingegangen sind.



