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Informationen über den Studiengang

Allgemeines

Aufgrund der langjährigen Ausbildungstradition ist das Department Architektur fest in der Region verankert und eng mit der regionalen Architektur- und Planungspraxis verknüpft.

Im Rahmen der Reakkreditierung des Studienganges wird die Vertiefung Städtebau ab dem Wintersemester 2011/12 entfallen.

Studentische Projekte, fachlicher Austausch mit der Praxis, Aufgreifen regional bedeutsamer Forschungsthemen, die Mitgliedschaft im Beirat für Stadtgestaltung oder Beratungsfunktion bei denkmalpflegerischen und stadtgestalterischen Problemstellungen etc. befördern diese enge Verzahnung zwischen Hochschule und Praxis und bilden nicht zuletzt die Diskussionsplattform zu baukulturellen Fragen.

Das Department bietet ab dem Wintersemester 2011/12 einen 6-semestrigen Bachelor-Studiengang Architektur (Bachelor of Science) an. Der Studiengang schließt mit einer Bachelor-Arbeit ab und umfasst 180 Leistungspunkte.

Ziele und Leitidee des Architektur-Studiengangs ‘Bachelor of Science’

Bei dem Architektur-Studiengang ‘Bachelor of Science’ handelt es sich um einen 6-semestrigen, grundständigen wissenschaftlichen Studiengang. Als Hochschulgrad wird der Grad ‘Bachelor of Science’ (B.Sc.) verliehen.

Leitende Idee beim Aufbau des Studienganges war die weitgehende Orientierung an dem ‘klassischen’ Berufsziel des ‘Architekten’ bzw. der ‘Architektin’.

Um eine dieser geschützten Berufsbezeichnungen zu erwerben, ist die Eintragung in die ‘Architektenliste’ bei den Architektenkammern notwendig. Die Eintragungsvoraussetzungen sind in den Baukammergesetzen der Bundesländer geregelt. Ziel des Studienganges ist es somit, auf die Berufsaufgaben als ‘Architekt’ bzw. ‘Architektin’ oder ‘Stadtplaner’ bzw. ‘Stadtplanerin’ vorzubereiten, d.h. darauf, die gestaltende, technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Planung von Bauwerken bzw. Erstellung städtebaulicher Planungen übernehmen zu können. Für diese Berufsaufgaben sollen kreative, kompetente und kritisch denkende Fachleute ausgebildet werden, die insbesondere der ökologischen und sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht werden.


Das Bachelor-Studium muss daher das breite Grundlagen- und Fachwissen für eine selbständige Tätigkeit im Beruf legen und Methoden und Theorien sowie die für deren Anwendung notwendige Qualifikation vermitteln, um eine umfassende Berufsvorbereitung für die räumliche und konstruktive Gestaltung auf allen Ebenen der Planung und des Bauens zu bilden. Eine solide, praxisorientierte und breit angelegte Ausbildung mit Setzung individueller Schwerpunkte soll potentielle Arbeitsfelder in allen Stufen der Honorarordnung für Architekten (HOAI) eröffnen. Entsprechend den Anforderungen der Architektenrichtlinie des Rates der EU vom 11.6.1985 und den Anforderungen der Bundesarchitektenkammern an das Berufsbild muss die Regelstudienzeit derzeit mindestens 8 Semester betragen. Um die Aufnahmekriterien der Architektenkammern zu erfülen, ist ein konsekutives Masterstudium notwendig.

International wird die Forderung nach einem min. 5-jährigem (10-semstriges) Studium laut. So dass das Department Architektur ab dem Wintersemester 2011/12 einen 6-semestrigen Bachelorstudiengang für Studienanfänger und diesen dann darauffolgend auch den 4-semestrigem Master, anbieten wird.


Die fachliche Kompetenz für die kooperierende Lenkung des Planungs- und Bauablaufes sowie die Fähigkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit (querschnittsorientierte, vernetzte, integrale Planung) erhalten zudem einen hohen Stellenwert. Projektorientiertes und integriertes Arbeiten verschiedener Fachdisziplinen in gemeinsamen Entwurfsprojekten sind Bestandteil des Curriculums.


Die integrale, ganzheitliche Planung und Gestaltung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. So hängen von der Gestaltung eines Gebäudes sowie der Konzeption der technischen Anlage die laufenden Kosten für Energie und Unterhaltung ab. Ökologische Konzepte beeinflussen direkt die Architektur. Entsprechende Anforderungen und ein Verständnis integraler, interdisziplinärer Planung lassen sich auf die Konzeption von Stadtquartieren oder die Stadterneuerung übertragen. Nur wenn Architektinnen und Architekten auf dem Gebiet des ganzheitlichen Planens kompetent sind, interdisziplinäres Arbeiten beherrschen und kooperationsfähig sind, werden sie ihre Rolle als Hauptverantwortliche im Prozess bei der Planung und Erstellung von Gebäuden behalten bzw. neu entwickeln können. Das integrierte Arbeiten mit der Verzahnung von Bautechnik, Konstruktion und Entwurf wird wichtiger Baustein des Curriculums.


Planung, Koordination und Akquisition in der Architektur unterliegen einer dynamischen Veränderung. Der Einfluss der neuen Medien und die dadurch bewirkten Veränderungen von Architektur, Stadt und Umwelt müssen verstärkt in die Ausbildung einfließen. EDV-gestützte Analyse- und Darstellungsmethoden sowie Planungs- und Entwurfsmethoden sind daher in den verschiedenen Modulelementen verankert.

Studieninhalte und Studienverlauf

Die Struktur des Bachelor-Studienganges ist in den Studienverlaufsplänen dargestellt. Die Studieninhalte sind nach Modulen gegliedert, für die einzelne Modulbeschreibungen erstellt wurden. Sie enthalten Angaben zur Verwendbarkeit des Moduls, der Frequenz, Dauer und Lage im Studiengang, der Anzahl der Leistungspunkte und des erwarteten studentischen Arbeitsaufwandes. Ferner zeigen sie die Voraussetzung für die Teilnahme, den Inhalt und die Qualifikationsziele, die Struktur des Moduls und die Lehrformen sowie die Zusammensetzung der Modulnote auf.


Für die Aufnahme des Studiums wird der Nachweis einer praktischen Tätigkeit von 8 Wochen gefordert. Dieses Grundpraktikum ist in der Regel vor Aufnahme des Studiums abzuleisten. Anderenfalls ist der Nachweis zum frühestmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber bis zum Beginn des 3. Semesters, zu erbringen. Einschlägige Ausbildungs- oder Berufstätigkeiten werden hier angerechnet, ebenso das Erlagen der Fachoberschulreife mit der entsprechenden Fachrichtung.


Der auslaufende 8-semestrige Studiengang gliedert sich in 16 Grundmodule (1. bis 4. Fachsemester) und in 13 Aufbaumodule (5. bis 8. Fachsemester) mit einem integrierten Praxismodul und einem Modul für die Bachelor- Abschlussarbeit. Die Grundmodule dienen dem Erwerb von Grundlagenwissen als Voraussetzung für die weiterführenden Lehrveranstaltungen der anschließenden Aufbaumodule. Alle 16 Grundmodule sind Pflichtmodule. Nach Abschluss der Reakkreditierung des neuen 6-semestrigen Studienganges wird das Curriculum an dieser Stelle veröffentlicht.

Die Voraussetzungen für die Teilnahme an den Aufbaumodulen ist generell der erfolgreiche Abschluss von 12 der 16 Grundmodule. Weitere inhaltliche Vorgaben mit Benennung der für die Zulassung zum Aufbaumodul erfolgreich abgeschlossenen Grundmodule sind in den Modulbeschreibungen festgelegt.

Die Aufteilung nach Grund- und Aufbaumodulen stellt ein wesentliches Strukturmerkmal für den Aufbau der Lehre dar. Die Grundmodule sollen in ihrer Gesamtheit wichtige Grundlagenbausteine sowohl für die einzelnen Fachinhalte als auch für deren Verknüpfung (z.B. in den Entwurfsprojekten) legen.

Die inhaltliche Ausrichtung der Grundmodule umfasst bautechnisch-baukonstruktive, gestalterisch-entwurfliche und städtebauliche Grundlagen. Die kulturwissenschaftlichen Grundlagen der Bau- und Stadtbaugeschichte sind ebenfalls bereits in den ersten Studiensemestern verankert. Damit wird das gesamte fachliche Spektrum (bis auf Bauökonomie/ Bauökologie) in den Grundlagenmodulen abgedeckt.


Die Absolvierung der Grundmodule stellt darüber hinaus eine wichtige Kontrolle für die Studierenden und Lehrenden über das erreichte Studienziel dar. In den Aufbaumodulen soll die Möglichkeit gegeben werden, auf der Grundlage der Kenntnisse und Erfahrungen in den ersten 4 Semestern eigene, aufbauende Schwerpunkte im Rahmen der Vertiefungsrichtungen sowie der Auswahl der Wahlmodulelemente zu setzen.


Die notwendigen Lehranteile für allgemeine Schlüsselqualifikationen werden im wesentlichen fachnah ausgerichtet und sind z.T. in den Semesterwochenstunden der Fachmodule integriert bzw. werden in dem Modul M 15 Kommunikation/ Sprachen angeboten.


Die Aufbaumodule sind als wissenschaftliche Vertiefung konzipiert. Es können zwei Vertiefungsrichtungen gewählt werden: ‘Architektur’ oder ‘Städtebau’. Damit sollen die unterschiedliche Neigung und Qualifikation der Studierenden als auch das angestrebte spezifische Berufsfeld stärker berücksichtigt werden. Mit der Vertiefungsrichtung ‘Städtebau” soll zudem sichergestellt werden, dass die hier vertieften städtebaulichen Kenntnisse die Grundlage für die Aufnahme in die ‘Stadtplanerliste’ bei der Architektenkammer darstellen.


In dem Studienablauf des Bachelor-Studiums ist eine Praxisphase (siehe § 20 der Prüfungsordnung) von 2 Monaten integriert, die in der Regel im 5. – 7. Fachsemester absolviert wird. Die Praxisphase soll die Studierenden an die berufliche Tätigkeit durch konkrete Aufgabenstellung und praktische ingenieurnahe Mitarbeit in Büros oder praxisorientierten Projekten heranführen. Sie soll insbesondere dazu dienen, die im bisherigen Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten anzuwenden und die bei der praktischen Tätigkeit gemachten Erfahrungen zu reflektieren und umzusetzen.


Die 13 Aufbaumodule umfassen neben dem Praxismodul drei weitere Module, die im wesentlichen für beide Vertiefungsrichtungen gelten: Theorie und Recht, Bauforschung und Entwerfen II.


In dem Modul ‘Theorie und Recht’ werden kulturwissenschaftliche Themen vertieft, insbesondere Architektur- bzw. Planungstheorie sowie Bauentwurfslehre und Bau- bzw. Planungsrecht.

Mit dem Modul ‘Bauforschung’ wird für beide Vertiefungsrichtungen ein spezielles Angebot für die Thematik ‘Planen und Bauen im Bestand’ als Grundlage für den Master-Studiengang angeboten. Neben der speziellen Vermittlung der Grundlagen in Vermessung und Bauaufnahme unter Einsatz neuer fotogrammetrischer Verfahren und Geographischer Informationssysteme werden im Bereich Denkmalpflege und Historische Bauforschung Grundlagen für die Beurteilung historischen Bausubstanz und Untersuchungsmethoden zur Baugeschichte einzelner Gebäude gelegt.


Das Aufbaumodul ‘Entwerfen II’ soll die selbständige Erarbeitung von Entwürfen weiter schulen. Es werden jeweils mehrere Entwurfsthemen aus den unterschiedlichen Bereichen angeboten. Weiterhin sind kleine und in einem kurzen Zeitraum zu bearbeitende Stegreifentwürfe vorgesehen. Diese Studienleistung ist insbesondere auch für die Teilnahme an nationalen und internationalen Workshops geeignet.


Im 2. Studienabschnitt steht neben den fachspezifischen Vertiefungen in den jeweiligen Vertiefungs-richtungen ein ‘Integriertes Projekt’ im Mittelpunkt der Lehre, in dem die Komplexität der architektonischen Aufgaben deutlich werden soll. Ziel des Integrierten Projektes ist es, den Gebäudeentwurf und den damit verbundenen Prozess des Entwerfens in seiner Komplexität zu erfahren und zu bewältigen. Es soll ein Bewusstsein für die Vernetzung der einzelnen Disziplinen geschaffen und ein übergreifendes Denken zur Erfassung und Bewältigung der gestellten Aufgaben geschult werden. Jedes Integrierte Projekt der Vertiefungsrichtung Architektur wird von mehreren Professorinnen bzw. Professoren herausgegeben. Es ist jeweils ein Projektpartner aus den Bereichen Baukonstruktion, Tragkonstruktion, Bauökologie/ Technischer Ausbau oder Bauphysik zu wählen. In der Vertiefungsrichtung Städtebau umfasst das Integrierte Entwurfsprojekt eine städtebauliche Themenstellung.


In den Aufbaumodulen der Vertiefungsrichtung Architektur werden Raumgestaltung und Freiraum- und Landschaftsgestaltung, Baukonstruktion und Tragkonstruktionen vertieft. Hinzu treten Bauökonomie, Bauökologie und Baurecht.


In den Aufbaumodulen der Vertiefungsrichtung Städtebau werden Stadtgestaltung und Freiraum- und Landschaftsgestaltung, Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtbautechnik sowie planungsbezogene Soziologie/ Planungsprozesse und Planungsrecht vertieft.


Es sind insgesamt 162 SWS (ohne Praxisphase und Bachelorarbeit) und 240 Leistungspunkte vorgesehen.