..

Fragen und Antworten

Rund um die Unterbringung der Flüchtlinge in der Notunterkunft sind viele Fragen entstanden. Auf dieser Seite sollen die wichtigsten Informationen rund um das Thema „Unterbringung von Flüchtlingen an der Universität Siegen“ gebündelt und diese Fragen beantwortet werden.

Was ist bis zur Unterbringung der Flüchtlinge passiert?

Kanzler Ulf Richter hatte nach einer Anfrage der Bezirksregierung Arnsberg die Bereitschaft der Universität Siegen erklärt, während der vorlesungsfreien Zeit (18. Juli bis 18. Oktober 2015) Räumlichkeiten für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Da der Zustrom an Asylsuchenden im Juli 2015 neue Höchststände erreicht hatte, war das Land NRW auf weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge angewiesen. Dazu gehörten temporär auch Notunterkünfte wie zum Beispiel Sporthallen. Die Bezirksregierung Arnsberg hatte die Universität Siegen am 16. Juli 2015 kurzfristig darüber informiert, dass sie die Dreifachsporthalle als Notunterkunft ausgewählt hat. Am selben Tag fand eine Begehung der Turnhalle statt, um zu überprüfen, ob die Voraussetzungen wie sanitäre Einrichtungen, Flucht- und Rettungswege, Brandschutz, gegeben sind. Die Sporthalle wurde für tauglich befunden, als Betreiber der Notunterkunft wurde der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V. bestimmt. In der Folge wurde dank des Einsatzes von 100 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des DRK, der Feuerwehr Siegen und des THW die Sporthalle umgebaut. Die Bodenfläche wurde mit Platten belegt, Betten zusammengebaut und Zelte für die Essensausgabe aufgestellt. „In diesen Tagen sind in der Zusammenarbeit vieler Menschen an der Universität Siegen viele tolle Dinge passiert. Dafür danken wir allen Beteiligten“, sagte Andreas Düngen, Vertreter des Kanzlers der Universität Siegen.

Was ist nach dem Umbau der Sporthalle passiert?

Seit September 2015 wurden auch erste Räume in der Haardter-Berg-Schule für die Verpflegung, den Aufenthalt und die Kinderbetreuung genutzt. All dies fand zuvor hauptsächlich in Zelten vor der Sporthalle statt, was angesichts des nahenden Winters keine optimale Lösung darstellte. Die Stadt Siegen hatte am 7. Oktober 2015 in Abstimmung mit der Bezirksregierung beschlossen, das komplette ehemalige Schulgebäude für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Die Universität Siegen hatte kurzfristig im Gespräch ihre Bereitschaft bekräftigt, dieses Vorhaben nach Kräften zu unterstützen.

Wie hat sich die Notunterkunft danach entwickelt?

Neben der Sporthalle der Universität Siegen wurde die Haardter-Berg-Schule zur Unterbringung von geflüchteten Menschen genutzt. Die Sporthalle und die ehemalige Hauptschule bildeten die Notunterkunft auf dem Haardter Berg und boten bis zu 450 Menschen Raum. In der Sporthalle konnten bis zu 200 Menschen untergebracht werden, in der Haardter-Berg-Schule bis zu 250 Menschen, insgesamt also bis zu 450 Menschen.

Wer waren die Menschen in der Notunterkunft und wie lange sind sie geblieben?

Die Flüchtlinge stammten aus Ländern wie Syrien, Nigeria, Äthiopien, Albanien oder Aserbaidschan. Die Sporthalle und die Haardter-Berg-Schule bildeten eine Notunterkunft. So lange, wie in den regulären Erstaufnahme-Einrichtungen wie beispielsweise in Dortmund oder Bielefeld kein Platz war, blieben die Menschen hier. Sobald es möglich war , Asylsuchende in eine reguläre Unterkunft zu verlegen, ist dies umgesetzt worden. Dies geschahin enger Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg. 

Wer kümmerte sich vor Ort um die Flüchtlinge?

Als Betreiber der Notunterkunft war zunächst der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein e.V. bestimmt worden. Mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatte das DRK die Flüchtlinge versorgt. Am 27.07.2015 hatte die Stadt Siegen auf Bitte der Bezirksregierung Arnsberg das DRK als Betreiber der Notunterkunft abgelöst. Zunächst hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Siegen sämtliche Aufgaben übernommen. Vorausgegangen war ein telefonisches Amtshilfeersuchen von Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann an Siegens Bürgermeister Steffen Mues, in dem darüber informiert wurde, dass das DRK sich als Betreiber der Notunterkunft zurückziehen muss. Die Feuerwehr Siegen mit ihrem Leiter Matthias Ebertz war bereits mit vielen Helferinnen und Helfer an der Herrichtung der Turnhalle zum Notquartier tatkräftig beteiligt und war daher mit den Örtlichkeiten bestens vertraut. Seit dem 10. August 2015 waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Siegen für den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft zuständig. Das hauptamtliche Team wurde weiterhin mit großem Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort unterstützt.

Wer unterstützte die Flüchtlinge?

Die Universität hat vom ersten Tag an den Aufbau und die Aktivierung eines „Netzwerks Flüchtlingshilfe“ initiiert. In einem Kreis von Helferinnen und Helfern arbeiteten verschiedenste Gruppen zusammen. Die studentische Initiative „Refugees Welcome“, der AStA, die Stadt Siegen, das DRK, die Feuerwehr, die Muslimische Hochschulgemeinde, die Kath. und Ev. Hochschulgemeinde. Alle zusammen klärten beim regelmäßigen Jour fixe Probleme, besprachen die Situation und organisierten die Strukturen rund um die Notunterkunft.

Wer sorgte für die Verpflegung?

Das Studierendenwerk Siegen hatte bis zum 18. Oktober 2015 die Verpflegung der Flüchtlinge übernommen. Auf Grund des Beginns des Wintersemesters 2015/16 hatte sich das Studierendenwerk aus der Verpflegung zurückgezogen. Seit dem 19. Oktober 2015 hatte die Stadt Siegen als Betreiber der Notunterkunft einen neuen Catering-Anbieter ausgewählt.

Was wurde aus den Sportkursen?

Auch im Wintersemester 2015/2016 hatte die Universität Siegen ein Hochschulsport-Programm angeboten. Die Universität hatte sich dazu eng mit der Sport- und Bäderabteilung der Stadt Siegen abgestimmt. Da die Universität die Dreifach-Sporthalle als Notunterkunft für Flüchtlinge bereitstellte, hatte die Stadt Siegen Ausweichflächen für den Hochschulsport zur Verfügung gestell. Die Universität Siegen konnte die Dreifach-Sporthalle des Peter-Paul-Rubens Gymnasiums nutzen.
 
Auch für die Mitglieder des Uni-Fitnessstudios „Akufit“ (Aktiv und Fit) gab es eine Lösung. Ab dem 19. Oktober 2015 konnten Studierende durch eine Kooperation mit "Fitness Company No. 1" in Siegen alle Leistungen des Fitness-Studios (Ausnahme: Sauna) kostenlos wahrnehmen.