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FoKoS feiert Eröffnung neuer Wirkungsstätte (Update)

Das Forschungskolleg "Zukunft menschlich gestalten" ist nun ganz offiziell im alten Sparkassengebäude in Weidenau ansässig. Der Einzug wurde mit zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft gefeiert. Der inhaltliche Teil der Eröffnungsfeier widmete sich der Frage "Lässt sich Zukunft menschlich gestalten?".

Dank und Anerkennung für die seinerzeitige Risikobereitschaft sprach Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart am Montagabend all denjenigen aus, die an der Gründung von FoKoS (Forschungskolleg "Zukunft menschlich gestalten" der Universität Siegen) beteiligt waren. Anlass war die offizielle Eröffnung der neuen Räumlichkeiten von FoKoS in der ehemaligen Weidenauer Sparkasse. Drei Jahre nach der Gründung sei das Forschungskolleg nun etabliert, so Burckhart. Der Rektor: "Wir haben bei Null angefangen. Nun denke ich, dass die starke Phase erreicht ist." Ein weiteres Dankeschön galt Prof. Dr. Carsten Hefeker, Direktor des Forschungskollegs, für die geleistete Aufbauarbeit. FoKoS ist an der Nahtstelle von Wissen und Gesellschaft bzw. Region angesiedelt. Burckhart: "Ich bin überzeugt, dass FoKoS zu einem Markenzeichen in der Region und für die Region werden wird."
 
Prof. Dr. Carsten Hefeker skizzierte das Konzept der fakultäts- und fächerübergreifenden Forschung. FoKoS solle dazu beitragen, in einer komplexen Gesellschaft mit vielen Herausforderungen Zukunftsfähigkeit zu sichern. Schwerpunkte seien zum einen Region, Diversität und Innovation, zum anderen Energie, Governance und Sicherheit.
 
In Vertretung des erkrankten Festredeners Prof. Dr. Claus Leggewie übernahm der Münsteraner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Schubert dessen Part. Das Thema lautete "Lässt sich Zukunft menschlich gestalten?". Mit der Gründung von FoKoS, so Schubert, habe die Uni Siegen "nach außen sichtbar gemacht, dass sie sich aufgemacht habe, ein eigenes Profil in der Forschungslandschaft zu prägen". Schubert legte die Europäische Union seinen Ausführungen zugrunde. Politik heiße, in die Zukunft hinein zu handeln. Die Schwierigkeit dabei sei, aus dem Gestern und Heute die richtigen Optionen für die Zukunft abzuleiten. Die aus 28 Staaten bestehende EU mit ihren unterschiedlichen nationalen Hintergründen und Interessen, mit ihren zum Teil sehr verschiedenen Führungspersönlichkeiten schaffe das. Eingedenk der Heterogenität funktioniere die Zusammenarbeit auch unter schwierigen Bedingungen. Politische Einheit müsse immer wieder begründet werden. Die Wirtschaftskrise treffe Länder stark, führe jedoch auch zum Umdenken beispielsweise bei der Ausbildung.
 
An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Klaus Schubert der Philosoph Michael Quante, der Rechtswissenschaftler Stephan Hobe, Carsten Hefeker sowie Edda Müller von Transparency Deutschland teil. In einer kontroversen und anregenden Auseinandersetzung wurden unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf die Leitfrage deutlich. Souverän moderiert wurde die Diskussion vom Cicero-Journalisten Alexander Kissler.
 
Bei der Eröffnungsfeier wurde eine Sonderpublikation des FoKoS verteilt, die aktuelle Forschung des FoKoS allgemeinverständlich vorstellt. Sie kann hier heruntergeladen werden: FoKoS Blickpunkt Nr. 1.
 
Eine umfangreiche Bildergalerie der Veranstaltung finden Sie hier. Eine Aufnahme der Keynote-Speech sowie der anschließenden Diskussion können Sie in den folgenden YouTube-Videos ansehen:

Text: Katja Knoche / DK