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Was künftige ArbeitnehmerInnen wollen

Was erwarten Studierende der Universität Siegen von ihren zukünftigen Arbeitgebern? Das haben Wissenschaftler des Forschungskollegs „Zukunft menschlich gestalten“ der Universität Siegen (FoKoS) in Kooperation mit der IHK Siegen herausgefunden.

Auf Arbeitnehmer-Bedürfnisse einstellen

„Für die Unternehmen hier in der Region ist es sehr wichtig, die Wünsche und die Erwartungshaltung der kommenden Arbeitnehmer-Generation zu kennen“, sagt IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster. Siegen-Wittgenstein und Olpe seien einerseits eine starke Wirtschaftsregion – gleichzeitig seien die Kreise aber massiv vom demografischen Wandel und der Abwanderung junger Menschen betroffen. „Früher sind die Studierenden auf die Betriebe zugegangen. Heute ist es umgekehrt: Unternehmen müssen sich aktiv um qualifizierte Nachwuchskräfte bemühen und dabei selbstverständlich auf deren Ansprüche eingehen.“, erläutert Stephan Jäger, IHK-Leiter des Referats Arbeitsmarkt, Konjunktur und Statistik.

Gleit- und Teilzeitangebote wichtig

Neben einem sicheren Arbeitsplatz können Unternehmen beim Nachwuchs vor allem mit einem guten Betriebsklima und Angeboten zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance punkten. Die Studie zeigt, dass sich die Studierenden Zeit für Hobbys, Freunde und Familie wünschen. 97 Prozent stufen diesen Punkt als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ ein. „Dabei geht es ihnen weniger um Freizeitangebote am Arbeitsplatz, wie dem Kicker im Büro oder dem unternehmenseigenen Fitnessraum. Stattdessen legt ein Großteil der Befragten Wert darauf, dass ihr künftiger Arbeitgeber familienfreundlich eingestellt ist und Gleitzeit oder Teilzeit anbietet“, sagt Dr. Stefan Metzger vom Forschungskolleg der Uni Siegen. Gerade bei der Vereinbarkeitsfrage gebe es nach wie vor deutliche Geschlechterunterschiede. So ist für 72 Prozent der weiblichen Befragten eine Teilzeit-Möglichkeit wichtig, aber nur für 34 Prozent der Männer.

Mittelständler haben viel zu bieten

„Unterm Strich möchte die kommende Arbeitnehmer-Generation im Job einen Kompromiss zwischen Sicherheit auf der einen und Selbstverwirklichung auf der anderen Seite“, bringt Metzger die Ergebnisse der Umfrage auf den Punkt. Um Unternehmen dabei zu helfen, sich auf die Bedürfnisse des Nachwuchses einzustellen, haben IHK und Universität in einer Broschüre konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Die Betriebe müssen sich demnach bei den Studierenden als attraktive Arbeitgeber bemerkbar machen – über die Unternehmenshomepage, aber auch im direkten Kontakt. „Dazu bieten sich zum Beispiel Absolventen- und Berufsmessen oder Semesterauftaktveranstaltungen an“, erläutert IHK-Referatsleiter Stephan Jäger. IHK und Uni empfehlen den Unternehmen außerdem eine systematische Personalentwicklung mit regelmäßigen Feedback-Gesprächen, die Schaffung eines offenen, kollegialen Arbeitsklimas und flexible Arbeitszeitmodelle für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Die Mittelständler in der Region haben künftigen Arbeitnehmern viel zu bieten. Sie denken in Generationen und verfügen daher über sichere Beschäftigungsmöglichkeiten. Das müssen sie allerdings auch entsprechend kommunizieren“, sagt IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster. Häufig hätten die Unternehmen selbst gar nicht auf dem Schirm, mit welchen Pfunden sie wuchern können. Die komplette Studie kann im Internet unter www.ihk-siegen.de abgerufen werden. Auf Anfrage ist sie auch in gebundener Form erhältlich.

Studibefragung_Gruppenbild

Stellten die Ergebnisse der Studie gemeinsam vor: IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster, IHK-Referatsleiter Stephan Jäger und Dr. Stefan Metzger vom Forschungskolleg der Universität Siegen.