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Call for Papers

Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien: Materialisierungen des Religiösen

Nichts, was der Fall ist, materialisiert sich nicht. Es gibt somit nur Materialisiertes. Dabei wird der Materialisierungsbegriff breit gefasst (Körper, Bilder, symbolische Ordnungen etc.).

In der geschlechtsbewussten religionsbezogenen Forschung wie auch in den Theologien ist deshalb anerkannt, dass religiöse Grammatiken sich entsprechend der in ihnen vorherrschenden Genderdiskurse als entsprechende Körpermaterialisierungen durchschlagen. Dabei wird auch berücksichtigt, dass Religionen in funktional ausdifferenzierten Gesellschaften zwar keine die Teilsysteme steuernde Funktion mehr übernehmen, sie aber, weil sie aus ihrer inneren Logik heraus dazu neigen (oder auch dazu genötigt sind), eine Gesamtausdeutung des Menschen vorzunehmen, totalisierende Anthropotechniken entwickeln. Auch diese sind gendertheoretisch zu beschreiben.

Angesichts der Bedeutung des Religiösen weltweit bietet die Frage danach, wie sich dieses in Körperpraxen und in Körperdiskursen materialisiert, ein hochinteressantes Forschungsfeld. Dabei darf selbstverständlich ‚das‘ Religiöse nicht losgelöst betrachtet werden von anderen, in einer Gesellschaft herrschenden Diskursen, Strukturen und Kräften. In unterschiedlichen Perspektiven sind diese Materialisierungen zu untersuchen.

 

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