Workshop
Thomas Haigh (University of Wisconsin, Milwaukee)
„Posterity will Care – Oral Media History and its Methods“
Montag und Dienstag, 14. und 15. Juni 2010
10 Uhr bis 15 Uhr
Artur-Woll-Haus, Raum AE-B-101/102
Methoden der Oral History dienen der Sicherung von Daten, die nicht über schriftliche oder andere Quellen zugänglich sind und zum Local Knowledge der Geschichte gehören. Gerade Medienhistoriographien, die sich als Komposit von ‚Gebrauchsgeschichte‘ und ‚Innovationsgeschichte‘ verstehen, sind auf Methoden der Oral History angewiesen. Denn um festzustellen, wie sich wechselseitig verstärkende Diskurse zu „Assoziationsclustern“ (David Gugerli) verdichteten, die als Technologiesprung in einer emergenten Medienhistorie gewertet werden können, kann man nicht immer auf schriftförmig überlieferte Primärquellen zurückgreifen.
Der Workshop diskutiert Vor- und Nachteile der Oral History im Vergleich zu anderen historiographischen Methoden. Vor dem Hintergrund konkreter Fallbeispiele werden die Zeit-/Kostenplanung, die Vorbereitung auf das Interview, die Auswahl der zu Interviewenden, die verschiedenen Interviewformate und Fragetechniken, Dos and Dont’s, der Umgang mit heiklen Themen, die Nach- und Aufbereitung sowie die Veröffentlichungsmöglichkeiten thematisch sein. Nach einer Einführung durch Thomas Haigh sollen konkrete Methodenprobleme besprochen und Kurzinterviews simuliert werden. Die Teilnehmer werden daher gebeten, eine Kurzpräsentation des Forschungsvorhabens vorzubereiten, für dessen Durchführung Interviews durchzuführen sind bzw. bereits durchgeführt wurden. Nach einer Gruppendiskussion am Montag, besteht am darauffolgenden Dienstag die Möglichkeit, mit Thomas Haigh Einzeltermine zu vereinbaren.
Der Workshop wird veranstaltet vom Projekt „Kulturgeographie des Medienumbruchs analog/digital“ in Kooperation mit der Graduiertenschule „Locating Media/Situierte Medien“ und findet in englischer Sprache statt. Eine ANMELDUNG bis zum 7.6. bei Tristan Thielmann (thielmann@fk615.uni-siegen.de) mit kurzer englische Beschreibung des eigenen Forschungsprojekts und Angaben zu eigenen Erfahrungen im Bereich Oral History ist Voraussetzung zur Teilnahme.
Zur Person:
Dr. Thomas Haigh ist Assistant Professor der School of Information Studies an der University of Wisconsin, Milwaukee. Der studierte Informatiker und promovierte Wissenschaftssoziologe/-historiker ist führender Experte im Bereich der Oral History of Software and Computing. Sein Unternehmen „The Haigh Group“ berät Organisationen in historiographischen Fragen. Haigh ist Mitherausgeber der „Annals of the History of Computing“ und hat zahlreichen Aufsätze zur Geschichte der Datenbanksysteme, Textverarbeitung, Internetbrowser/-suche, Open Source Software, Personal Computer und Software-Industrie publiziert. In diesem Jahr erscheint sein Buch „Information’s Acolytes: Experts, Systems and Technologies in Corporate Administration 1917-2000“ bei Johns Hopkins University Press. Nähere Informationen finden Sie auf seiner Website: http://tomandmaria.com/tom/

