Grundlagen orts- und situationsbezogener Medienforschung: Accountability
Workshop mit Anne Warfield Rawls, Christian Meyer, Erhard Schüttpelz
8.11.2011, 10-18 Uhr, Artur-Woll-Haus, Raum AE-B-107
Eine der Grundlagen orts- und situationsbezogener Medienforschung ist die ethnomethodologische Modellvorstellung einer Vollzugswirklichkeit: einer Wirklichkeit, die von Interagierenden und Kommunizierenden in jeder Situation lokal hervorgebracht wird. Scheinbar unabänderliche Tatsachen verwandeln sich hierbei in ein Geschehen, das von Individuen darstellbar und erklärbar (accountable) gemacht wird. Diesem Generierungsprozess möchte dieser Workshop auf die Spur kommen und untersuchen, wie in individuellen und zugleich öffentlichen medialen Hervorbringungen (Akten, Twitter-Mitteilungen etc.) soziale Tatsachen zu sozialen Tatsachen geformt werden. Konkret geht es also um die Frage: Welche Rolle spielen Materialisierungen und Strukturierungen im Prozess der subjektiven Sinngebung?
Der Workshop gliedert sich in zwei Teile: Mit Anne Warfield Rawls (Bentley University), Christian Meyer (Universität Bielefeld) und Erhard Schüttpelz diskutieren wir von 10 bis 13 Uhr zunächst, wie individuelle Zurechnungen (Motive) in der Kommunikation behandelt werden und zu Accounts führen. Hierzu wird um die Lektüre von C. Wright Mills, “Situated Actions and Vocabularies of Motive,” in: American Sociological Review 5 (1940), S. 904-913 gebeten.
Im zweiten Teil, der von 16 bis 18 Uhr in Raum AR-H 420 (Filmstudio) stattfindet, befassen wir uns damit, wie Symbole zu sozialen Objekten werden – was insbesondere auch die Frage der Möglichkeit einer Trennung in wissenschaftliche (epistemische) Objekte und Objekte der Alltagskommunikation aufwirft. Textgrundlage hierfür ist: Harold Garfinkel, “The ‘Red’ as an Ideal Object”, Harvard University 1947, in: Studies in Ethnomethodology: Expanded and Updated Edition, Boulder, CO (im Erscheinen).

