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7. An die Forschergruppe „Technografie der Fernerkundung“
    anschließende medien-informatische Forschungsfelder

Ambient, Mobile und Ubiquitous Computing
In den letzten Jahren hat sich die Entwicklung von „nomadic applications“ und „ubiquitous interfaces“ beschleunigt. Nomadi¬sche Assistenzsysteme zielen auf eine durchgängige und unterbrechungsfreie Assistenz von Menschen in ihrem natürlichen Arbeitsalltag. Da deren Informationsversorgung durch alle Stationen einer Prozesskette zu gewährleisten ist und mobile Anwendungen auf einer Vielzahl von „computing devices“ funktionieren müssen, auch wenn die Systeme und Systemum¬gebungen dynamischen Veränderungen unterworfen sind, steht die Software-Entwicklung vor der besonderen Herausforderung, nicht nur easy-to-use- sondern auch easy-to-adapt- bzw. easy-to-develop-Systeme zu konzipieren (Berti et al. 2006). Auf Seiten der Nutzer stellen diese Anwendungen neue Anforderungen im Hinblick auf Anpassung und Aneignung (Stevens et al. 2007).
Relevante Fragestellungen/Themen:
- Meta-Design für End-User Development in Ubiquitous Computing Umgebungen (Fischer/Giaccardi 2006)
- Ambient Services und komponentenbasierte Systeme (Betz et al. 2007) für Gesundheits-, Fitness- und Sportanwendungen (Stevens et al. 2005) in der Aging Society

Ortsbezogene, kontextsensitive Anwendungen zur situierten Nutzung
Insbesondere mobile Systeme sind mit wechselnden und dynamischen Kontexten (Orten, Situationen, Nutzungsbedingungen) konfrontiert. Ortsbezogene und kontextsensitive Anwendungen greifen auf Sensorik- und Positioning-Technologien zurück, um die Nutzung mobiler Anwendungen in situ zu unterstützen. Je nach Umgebungsbedingungen (outdoor, indoor, umgebende Infrastruktur etc.) stehen dafür sattelitengestützte Positionierung (GPS), Ortung über verfügbare W-Lan-Router und Empfangsstärken, RFID-Sensoren oder diverse weitere Sensorik-Technologien zur Ermittlung kontextbezogener Daten zur Verfügung.
Relevante Fragestellungen/Themen:
- Kontextsensitivität im Bereich Wearable und Ubiquitous Computing (Boronowsky et al. 2006), Vergleich der RFID-Technologie mit anderen ID-Technologien (Finkenzeller 2006); Einsatz der RFID-Technologie in verschiedenen realen Anwendungsszenarien (Eberspächer/von Reden 2006, Kern 2007)
- Technische Unterstützung in sicherheitsrelevanten und kritischen Situationen, z.B. Feuerwehr- und Notfalleinsätzen (Löffler/Klann 2007)

Urban Informatics, Community Informatics
„Urban Informatics“ (Ellison 2007, Foth 2008) stellt die Dichotomie zwischen „cyberspace“ und „real space“ in Frage und untersucht, wie „collective interaction“ (Yahoo Groups und andere Online-Communities) und „networked interaction“ (MySpace, Facebook etc.) in sozial bedeutungsvolle Interaktion vor Ort transformiert wird bzw. wie Computernutzer zwischen kollektiv vernetzten und räumlich dispersen Informations- und Kommunikationsströmen navigieren. Konkret könnte dies beispielsweise anhand eines Vergleichs von Collaborative vs. Locative Gaming, an unterschiedlichen Settings kollaborativen und verteilten Lernens oder unterschiedlichen Ansätzen virtueller Community-Unterstützung analysiert werden. Netzwerkforschung und Untersuchungen zu „Communities and Technologies“ (Huysman et al. 2003) bieten hierzu für theoretische wie empirische Forschung zu „local communities“, „location-aware web search“ und das „geospatial web“ vielfältige Anknüpfungspunkte:
Relevante Fragestellungen/Themen:
- Entwicklung und Analyse geeigneter Plattformen zur Unterstützung kooperativer Arbeit und kollaborativen Lernens (Rohde et al. 2004, 2007) sowie regionaler Kooperationsbeziehungen bspw. in industriellen Clustern
- Unterstützung von Communities durch Social Software, z.B. lokaler Nachbarschaften durch Social-TV-Anwendungen
- Wie können durch „Mobility Mining“ (Giannotti/Pedreschi 2007) Mobilitätsdaten analysiert und ausgewertet werden?
- Entwicklung und Integration der Werkzeuge und Software für die Analyse und Modellierung von Geodaten.