Tobias Haupts, M.A.
Promotionsstipendium der Graduiertenschule "Locating Media/Situierte Medien" von Oktober 2008 bis Mai 2011
| Assoziiertes Mitglied der Graduiertenschule „Locating Media/Situierte Medien“ DFG-Projekt "Inszenierungen des Bildes vom Krieg" Freie Universität Berlin Seminar für Filmwissenschaft/ Raum 208 Grunewaldstraße 35 12165 Berlin Tel. mobil: 0177/ 6887417 E-Mail: thaupts@zedat.fu-berlin.de | |
Titel der Dissertation
Die Videothek – Mediendistribution im Übergang (AT)
Projektbeschreibung
In einem klassischen Dreischritt möchte sich das Projekt dem Raum der Videothek widmen, jenen Etablissements, in denen das Medium Video Anfang der 80er Jahre seinen Siegeszug antrat und welche bis heute entscheidenden Einfluss auf die private Mediennutzung haben. Die Untersuchungen sollen ihren Schwerpunkt im Raum der BRD haben, ohne dabei wichtige Seitenblicke auf außerdeutsche Entwicklungen zu vernachlässigen, sofern sie für die Argumentation wichtig sind.
In einem ersten Schritt sollen daher in einem deskriptiv-phänomenologischen Teil der Ort und seine Geschichte, die im Ruhrgebiet der Bundesrepublik Ende der 70er Jahre ihren Anfang nahm, untersucht werden. Was waren dies für Läden, wie waren sie strukturiert und organisiert und wo verorteten sie sich in einem gesamtstädtischen Bild des modernen Lebensraumes.
In einem zweiten Teil sollen dann genuin medienwissenschaftliche Konzepte (so z.B. Ideen und Grenzen von Archiven, die Konstitution von Kanones, Gemeinsamkeiten zur Bibliothek und/sowie Theorien der Mediennutzung, die sich durch die neuen Video-, Laserdisc- und später DVD-Technologien einen weiten Teil des Privaten erschließen) auf die Beobachtungen angewandt werden; ebenso sollen explizit kulturwissenschaftliche Raumtheorien den Ergebnissen zur Seite gestellt werden, wie die Spezifik und Gebrauchsweisen der Videokassette.
Zu einer genuin filmwissenschaftlichen Betrachtung kommt es dann im dritten Teil der Arbeit: Zu hinterfragen wäre, wie der Raum der Videothek spezifische Termini der Filmwissenschaft schärfen, stabilisieren oder gar verändern kann. Wie werden Genres, etwa durch die Raumaufteilung, konstituiert; wie eng sind die Entwicklungen der Body Genres (in Anlehnung an die Ausführungen L. Williams) Action, Horror und Pornographie mit der Geschichte der Videothek verwoben; was passiert mit Konzepten der Autorschaft oder dem Starsystem, wenn sie eine neue, vom wissenschaftlichen und oft auch vom öffentlichen Diskurs unabhängige Einteilung erfahren und wie wird Filmgeschichte verhandelt, neu- resp. umgeschrieben und auch verbreitet?
In einem größeren Ausblick bleibt dann zu fragen, welche Möglichkeiten der Videothek noch bleiben, wenn sich ihr repräsentativer Raum wandelt: Dies meint nicht nur die bloße Umformierung des realen Raumes von einer Erwachsenen- in eine Familienvideothek, sondern ihre Transformation in einen Automaten- oder Internetbestellservice wie Lovefilm.de und Ähnliche. Zusammen mit den neuen Möglichkeiten des Downloads wird die ursprüngliche Videothek zu einem Raum des Imaginären und droht so aus dem Bewusstsein zu verschwinden und vollkommen zu einem Teil des Privaten zu werden, so dass auch hier offen bleibt, wie sich die in den Ausführungen erzielten Ergebnisse wandeln, anpassen oder für die Zukunft der Videothek als Raum gar gänzlich obsolet zu werden drohen.
Betreut wird die Dissertation von Prof. Dr. Jens Schröter und PD Dr. Marcus Stiglegger.
Poster zum Dissertationsprojekt
Wissenschaftlicher Werdegang
seit April 2011: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Inszenierung des Bildes vom Krieg", Seminar für Filmwissenschaft, Freie Universität Berlin
2008-2011: Stipendiat der Graduate School „Locating Media“/ „Situierte Medien“ der Universität Siegen
seit Februar 2008: Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
2008: Wissenschaftliche Hilfskraft im Teilprojekt C5 „Sondierungen der Mediennutzung“ von Prof. Dr. Irmela Schneider und im Geschäftszimmer des SFB/FK 427 „Medien und kulturelle Kommunikation“ der Universitäten Aachen/Bochum/Bonn/Köln (vorher seit 2006 SHK)
2005-2006: Studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Nikolaus Wegmann am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
2005-2006: Studentische Hilfskraft und Tutor bei Prof. Dr. Lutz Ellrich am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
2003-2008: Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, der mittleren und neueren Geschichte sowie der systematischen Theologie
Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte
Filmgeschichte, Genretheorie & Genregeschichte, Medienkulturwissenschaft
Aktuell: Schmerz als Phänomen im Film, Religion im Film, Distributionsformen der Medien, Antihelden
Lehrveranstaltungen
Wintersemester 2010/11: Seminar „Einführung in die Filmgeschichte 1895-1960“ im Studiengang Film und Fernsehen an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Köln
Wintersemester 2010/11: Seminar/ Übung "Ein Volk, ein Reich, ein Kino - Der Film des Dritten Reiches" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
Sommersemester 2010: Proseminar/ Übung "Video und Videothek" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
Wintersemester 2009/2010: Proseminar/ Übung "Die Filmkultur der Weimarer Republik" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
Wintersemester 2009/2010: Proseminar/ Übung (zusammen mit Agnes Frey, MA) "Die Simpsons - Anatomie einer Fernsehserie" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
Wintersemester 2008/2009: Proseminar/ Übung "Der Neue deutsche Film" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität Köln
Sommersemester 2008: Proseminar/ Übung "Avantgardefilm und Undergroundkino" am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln
Veranstaltungen
Mitarbeit an der Konzeption des Workshops „Zwischen Sturmwind und Ogrimmar – Partizipative Erkundungen der World of Warcraft“ an der Graduierten Schule „Locating Media/ Situierte Medien“ am 13.01.2011, Universität Siegen
Mitarbeit an der Konzeption der Jahrestagung „Medialität der Nähe“ der Graduiertenschule „Locating Media/Situierte Medien“, 22. und 23. April 2010, Universität Siegen
Vorträge
„Der Videoboom im eigenen Haus. Video und Videothek als Beispiel der neuen Massenmedien der BRD der 1980er Jahre“, gehalten am 30.11.2010 auf dem Autorenworkshop des Archivs für Sozialgeschichte „Wandel des Politischen: Die Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren“ am 29./30.11.2010 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.
„Technikzentrierte Medientheorien – Friedrich A. Kittler“, gehalten am 28.10.2010 im Rahmen der Ringvorlesung „Einführung in die Medienkulturwissenschaft“ am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln.
„Der Ort der Videothek“, gehalten am 26.06.2010 im Rahmen des Forschungskolloquiums „Vor Ort und Anderswo. Kulturelle und mediale Topographie“ an der Universität Basel/Schweiz.
Moderation der Sektion I „Repräsentationen des Nahraums“ am 22.04.2010 auf der Konferenz „Medialität der Nähe“ der Graduierten Schule „Locating Media/Situierte Medien“ am 22./23.04.2010 an der Universität Siegen.
„Erinnern und Vergessen im deutschen Nachkriegsspielfilm 1946-1950“, gehalten am 14.01.2010 im Rahmen des Seminars „Einführung in die Filmgeschichte“ an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Köln.
„Die Videothek – Raum der Sinne“ (gemeinsam mit Prof. Dr. Jens Schröter), gehalten am 01.10.2009 auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft, Universität zu Wien.
„Das Ende der Großen Erzählungen? SPACECENTER BABYLON 5 und die Science Fiction im Fernsehen“, gehalten am 14.11.2008 auf der Konferenz „Previously on…“ Zur Ästhetik der Zeitlichkeit neuerer TV Serien“ des SFB/FK 427 „Medien und kulturelle Kommunikation“.
„Kannibalismus im Film – Ein Überblick“, gehalten im SoSe 08 im Seminar „Essen im Film“ von Christiane Boje, M.A., am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln.
Publikationen
Herausgeberschaft
zus. mit Isabell Otto (Hg.), Bilder in Echtzeit. Medialität und Ästhetik des digitalen Bewegtbildes. Augenblick - Marburger Hefte zur Medienwissenschaft 3/2011 (In Vorbereitung).
zus. mit Pablo Abend und Claudia Müller (Hg.), Medialität der Nähe, Bielefeld: transcript 2012.
Aufsätze
Tobias Haupts, Die Rückkehr des Videobildes als Rückkehr des Horrovideos (AT). In: ders./Isabell Otto (Hg.), Bilder in Echtzeit. Medialität und Ästhetik des digitalen Bewegtbildes. Augenblick - Marburger Hefte zur Medienwissenschaft 3/2011 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Als die Zombies laufen lernten. In: Jörg Hackfurth (Hg.), Dawn of an evil Millenium – Horror und Kultur nach der Jahrtausendwende, Gießen 2011 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Die Videothek als Schnittestelle zur Filmgeschichte? Ein Nachruf in Michel Gondrys Be kind rewind. In: Annika Richterich/Gabriele Schabacher (Hg.): Raum als Interface, Siegen: Universi 2010 (Sonderheft Massenmedien und Kommunikation, MuK) (in Vorbereitung).
Tobias Haupts, In weiter Ferne so nah: Die Überwindung der Gottesferne durch den Geist des Fernsehens. In: Pablo Abend/ Tobias Haupts/Claudia Müller (Hg.), Medialität der Nähe, Bielefeld 2012.
Tobias Haupts, Emergency Room - Die Notaufnahme. In: Christian Hißnauer/ Thomas Klein (Hg.), Klassiker der Fernsehserie, Stuttgart 2010 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Der Kinosessel im Wohnzimmer. Filmrezeption und Video. In: Annemone Lingensa/ Daniel Müller (Hg.), Re:zeption. Die andere Seite der Medienumbrüche, Bielefeld 2010 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts/ Jens Schröter, Die Videothek - Situation und Filmspeicher. In: Harro Segeberg (Hg.), Mediengeschichte des Films. Band 7. Film im Zeitalter anderer Medien I: Fernsehen und Video, München 2010 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Kleines Mädchen, großes Herz. In: Kai Sicks/ Markus Stauff (Hg.), Filmgenres Sportfilm, Stuttgart 2010 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Girlfight. In: Kai Sicks/ Markus Stauff (Hg.), Filmgenres Sportfilm, Stuttgart 2010 (In Vorbereitung).
Tobias Haupts, Die neuen Großen Erzählungen. SPACECENTER BABYLON 5 und die Science Fiction im Fernsehen. In: Arno Meteling/ Isabell Otto/ Gabriele Schabacher (Hg.), “Previously on...” Zur Ästhetik der Zeitlichkeit neuerer TV-Serien, München 2010, S. 95-109.
Sonstiges
Mitglied der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) und der AG Film and Cinema Studies
Rezensionen für die MEDIENWissenschaft/Marburg und für das Ikonen Magazin
Redakteur beim "German Journal of Horror Studies/ Caligari" (http://www.caligari-online.de/)
Rezensionen und Kritiken für www.f-lm.de und www.critic.de

