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Projekt Medizin neu denken

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„Medizin neu denken“ gestaltet die Zukunft der medizinischen Versorgung ländlicher Räume unter den Vorzeichen von Demografie und Digitalisierung.

Nach dem Siegener Modell wird die Medizin der Zukunft auf drei Handlungsfeldern neu gedacht:

  1. Im klinischen Studium künftiger Ärztinnen und Ärzte auf der Grundlage der deutschen Approbationsordnung
  2. In neuen, medizinnahen Bachelor- und Masterstudiengängen aus den Naturwissenschaften, den Ingenieurwissenschaften sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  3. In einem Modellversuch zur digital unterstützten medizinischen Versorgung ländlicher Regionen, die einen eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem haben

Die Partner

Akademische Partner sind die Universität Bonn, die Universität Siegen sowie das Erasmus Medical Center Rotterdam (EMC). Klinische Partner sind die vier Siegener Krankenhäuser: das Diakonie-Klinikum Jung-Stilling, die DRK-Kinderklinik Siegen, das Kreisklinikum Siegen und die Mariengesellschaft mit dem St. Marien-Krankenhaus Siegen. Die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Siegen und die Medizinische Fakultät der Universität Bonn liefern gemeinsam die organisatorische Basis für die Studienangebote am Standort Siegen – gleichermaßen für die medizinischen wie für die medizinnahen Angebote.

Der Modellversuch

Ein wichtiger Bestandteil von „Medizin neu denken“ ist der Modellversuch. Im Reallabor Südwestfalen soll er erweisen, mit welchen Mitteln die medizinische Versorgung einer vom Bevölkerungsrückgang geprägten ländlichen Region gelingen kann: mittels einer Medizin, die von digitaler Technologie unterstützt wird – und in der Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachkräfte mit hoher Empathie für den Patienten wirken. Zu den Kennzeichen des Modellversuchs gehört die Gleichrangigkeit von technologischen und sozialen Aspekten einer digitalisierten Medizin. Die Lebenswissenschaftliche Fakultät (LWF) der Universität Siegen organisiert für den Modellversuch eine offene Innovationsplattform, auf der die Teilprojekte in koordinierter Weise durchgeführt werden. Die medizinische Versorgung der Zukunft soll digital unterstützt und mit mobilen Elementen aufgebaut werden. Eine Option für ein Teilprojekt könnten mobile Versorgungsfahrzeuge sein, die mit modernster Technik ausgerüstet sowie medizinfachlich kompetent besetzt sind. Das Ärzteteam wird unterstützt durch eine qualifizierte, medizinische Assistenz sowie mobile, digital geschulte Pflegekräfte. Die Mediziner können dank digitaler und mobiler Technologie ihren Aktionsradius ausdehnen und an verschiedenen Orten wirken. Unterdessen gewährleistet die medizinische Assistenz als Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten eine kontinuierliche Betreuung von Mensch zu Mensch und eine verlässliche Rückmeldung an das zentrale medizinische Expertenteam. Das Konzept stellt sicher, dass eine Ärztin oder ein Arzt immer vor Ort ist – entweder persönlich, oder durch moderne Medientechnik vermittelt. Die mobilen Ambulanzen sind online auf eigenen Servern und in gesicherten Netzen verbunden mit einem Medizinischen Versorgungszentrum in der Verantwortung des Siegener Klinik-Verbundes, der dieses Zentrum speziell für den Modellversuch und gemäß den Anforderungen an eine Digitale Praxis errichtet. Derzeit befindet sich der Modellversuch noch in der Planung. Des Weiteren wird gerade das notwendige Netzwerk in der Region aufgebaut.

Die Lehre

Ein Schwerpunkt des Siegener Modells liegt auf der Ausbildung von angehenden Ärztinnen und Ärzten. Die Universitäten Bonn und Siegen bieten vom 1. Oktober 2018 an jährlich zum Wintersemester jeweils 25 Studierenden die Möglichkeit, ihr Studium der Humanmedizin an zwei Standorten zu absolvieren. Fachlich und organisatorisch ist für das Studium der ersten sechs Semester die Universität Bonn federführend. Für das Studium der klinischen Phase ab dem 7. Semester zeichnen mit dem Universitätsklinikum Bonn die Universität Siegen und die vier Siegener Kliniken als Kooperationsverbund verantwortlich.

Der Schwerpunkt des Studiums liegt auf der medizinischen Versorgung ländlicher Räume mittels digitalisierter Medizin. Begleitend zur klinischen Ausbildung in der Humanmedizin entstehen an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen europäische Bachelor- und Masterstudiengänge auf dem Feld der Digitalen Medizin, beispielsweise Medizininformatik, Public Health oder Biomedizinische Technologie. Die neue Digitale Medizin in Siegen lehnt sich eng an entsprechende Studienangebote des Erasmus Medical Center Rotterdam (EMC) an. So haben Studierende die Möglichkeit – im Sinne des europäischen Mobilitätsgedankens von Erasmus – das spannende Feld der Digitalen Medizin künftig im Austausch zwischen Siegen und Rotterdam zu erkunden. Von Juli bis Oktober 2018 haben bereits die ersten Medizinstudierenden aus Rotterdam einen Teil ihres klinischen Studiums für die Fachgebiete Pädiatrie und Gynäkologie/Geburtshilfe in Siegen absolviert. Es werden kontinuierlich weitere niederländische Studenten nachfolgen.

Der gesundheitspolitische Bezugsrahmen

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist der übergeordnete Bezugsrahmen für „Medizin neu denken“. Der Masterplan setzt am demografischen Wandel an, formuliert neue Qualitätsmaßstäbe für die Patientenversorgung, möchte mehr Ärztinnen und Ärzte aufs Land bringen und der Allgemeinmedizin einen neuen Stellenwert geben. Das Siegener Modell „Medizin neu denken“ liefert eine Vision, um die Ziele des Masterplans zu verwirklichen – passgenau für die Gesundheitsregion Südwestfalen, die beispielhaft für viele andere Regionen in Deutschland ist und deshalb modellbildenden Charakter haben kann.