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Von schwarzen Löchern und roten Riesen

Dr. Josef M. Gaßner sprach an der Universität Siegen über die Zusammenhänge zwischen Universum und Mensch.

Ein Blick in unser Universum offenbart höchst lebensfeindliche Phänomene: unzählige Plasmasterne mit gewaltigen Temperaturen, Pulsare mit zerstörerischen Magnetfeldern und die ewig hungrigen Schwarzen Löcher, die scheinbar nur danach trachten, alles zu vernichten, was sich in ihre Nähe wagt. Gleichzeitig sind wir Menschen Kinder der Sterne, denn wir bestehen zu etwa 92 Prozent aus den chemischen Elementen, die in ihrem Inneren fusioniert werden. Das lässt den fein abgestimmten kosmischen Materiekreislauf zum faszinierenden Rätsel werden.

Wie faszinierend, das zeigte Dr. Josef M. Gaßner nun im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums an der Universität Siegen. Unter dem Titel „Was hat das Universum mit mir zu tun“ erklärte der Mathematiker, theoretische Physiker, Kosmologe und Grundlagenforscher anschaulich die Zusammenhänge, das sogenannte anthropische Prinzip – und begeisterte das Publikum im voll besetzten Hörsaal auf dem Emmy-Noether-Campus der Universität.

Denn Gaßner erläuterte äußerst kurzweilig die Entwicklung einer Staubwolke hin zu einem leichten Stern wie der Sonne, die am Ende ihres Lebens zu einem Roten Riesen wird, ehe daraus ein weißer Zwerg mit planetarem Nebel entsteht. Der Diplomphysiker und -mathematiker hatte beeindruckende Originalaufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops mitgebracht und zeigte in wenigen Sekunden, wie sich im Weltall viele Lichtjahre große Objekte über tausende Jahre verändern.

Immer wieder schaffte es Gaßner, die komplexen Vorgänge bildhaft und mit viel Charme zu erklären. So wie die Eigenschaft eines „schwarzen Lochs“, in dem kein Konsens zwischen den vier Grundkräften der Physik mehr möglich ist – und nur noch die Gravitation herrscht. „Dieses schwarze Loch hier ist auf Diät. Es hat alles um sich rum aufgefressen“, sagte Gaßner. Das Periodensystem nannte Gaßner die „Tastatur, auf der die Geschichte des Universums geschrieben wird.“

Gaßner, der in theoretischer Astrophysik an der LMU München promoviert hat, ist Research-Fellow der Universitätssternwarte München und Lehrbeauftragter für Astronomie und Kosmologie an der Hochschule Landshut. Darüber hinaus ist er Sachbuchautor und Betreiber des YouTube-Kanals „Urknall, Weltall und das Leben“.

„Das Leben“ liegt Gaßner dabei besonders am Herzen. Er ging dabei der Frage nach, ob es Zufall ist, dass viele Naturkonstanten so fein aufeinander abgestimmt sind, dass unser Leben möglich ist. Außerdem sprach der Physiker darüber, dass das Leben auf der Erde unaufhaltsam dem Ende zugeht – in etwa 1,75 Milliarden Jahren wird Schluss sein, da sich die Sonne dann zu einem roten Riesen aufgebläht hat und eine Sonneneruption die Erde treffen wird. Die Gefahr eines früheren Asteroid-Einschlags ist laut Gaßner sogar wahrscheinlicher. Deshalb appellierte der Wissenschaftler: „Wir leben in einem idealen Universum, das uns ein unfassbares Geschenk gegeben hat: das Leben. Deshalb: Machen Sie etwas daraus!“