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Prof. Dr. Rudolf Hoberg, Darmstadt: „Hören, Sprechen, Schweigen. Über Sprache und Religion“

Dieser Vortrag findet im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe, die von der Germanistischen Linguistik in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache organisiert wird, am 17. Januar 2018, 12.15 Uhr in Raum AR-HB 027 statt.

Dass es eine enge Beziehung zwischen Religion und Sprache gibt, ist für
die meisten Menschen selbstverständlich; sie denken nicht weiter darüber
nach. Der Theologie war diese Sprachgebundenheit immer bewusst, und sie
hat sich daher – ähnlich wie die Philosophie und die Rechtswissenschaft
– seit Jahrhunderten mit Sprachfragen befasst. Die neuere
Sprachwissenschaft, zumindest die deutsche, beginnt erst allmählich,
sich mit religiösen bzw. theologischen Sprachproblemen auseinanderzusetzen.

Auf die wichtigsten dieser Probleme soll in dem Vortrag anhand von
Beispielen eingegangen werden: auf die Frage, was es heißt, dass
religiöses Denken und Erleben an Sprache, und zwar an bestimmte
Einzelsprachen, gebunden sind; auf die sich daraus ergebenden
Konsequenzen etwa bei Bibelübersetzungen, Erzählungen, Parabeln,
Glaubensbekenntnissen, Dogmen, Gebeten oder Liedern; auf die These, es
gebe eine Religion ohne Sprache, eine Religion des Schweigens; auf die
heutige sprachliche und kommunikative Situation beim interreligiösen und
interkonfessionellen Dialog.

Prof. Dr. Rudolf Hoberg war bis zu seiner Emeritierung Professor für
Germanistische Sprachwissenschaft an der Technischen Universität
Darmstadt und von 1999 bis 2011 Vorsitzender der Gesellschaft für
deutsche Sprache (GfdS).