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Karin Peschka liest aus "Watschenmann" und "Autolyse Wien"

Die österreichische Autorin Karin Peschka liest am 21. Juni 2018 um 19 Uhr in der Galerie 11 (Alte Poststraße 11, Siegen) aus ihren Werken Watschenmann und Autolyse Wien. Moderation: Dr. Anke Kramer. Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich. Organisation gemeinsam mit Studieren­den des Seminars „Gegenwartsliteratur aus Österreich: Karin Peschka“ in Koopera­tion mit der Galerie 11.

Wien, 1954. Die harten Nachkriegsjahre sind vorbei, Wiederaufbau und wirtschaftlicher Auf­schwung prägen die Zeit. Doch nicht jeder findet Halt in einer Gesellschaft, die versucht, Krieg und Gewalt in die Vergangenheit abzuschieben. Heinrich, der „Watschenmann“, hat sich eine ei­gene Gedankenwelt zurechtgelegt. Er zieht durch die Straßen und provoziert Passanten, ihn zu schlagen, um den „Kriegswurm“ freizulegen, der sich immer noch tief in den Menschen ver­birgt. Mit ungeheurer Sprachwucht erzählt der Roman Watschenmann (2014) von der ambivalen­ten Beziehung dreier Menschen, die sich Stabilität und Halt geben, die sich schlagen und beleidigen, die an der Hoffnung festhalten.

 

Wien? Verloren. Wodurch und warum, ist einerlei. Nicht die Katastrophe an sich ist von Inte­resse, nicht die Ursachen, die dazu führten, dass Wien zur Ruine geworden ist, zur in sich verschobe­nen, versetzten Stadt. Der Fokus der Erzählungen in Autolyse Wien (2017) liegt auf dem, was sich zwischen den Trümmern noch regt. Wie geht es denen, die nicht umgekommen sind, wie überleben sie? Die Stimmungen und Momentaufnahmen erzählen von Misstrauen, Angst und Fatalität, aber auch von Hoffnung, Erinnerung, von einer Neuausrichtung. Was macht die Umkehrung aus uns, wenn das Kaputte die Norm wird und das Ganze zur Aus­nahme? Wenn die Bilder, die man aus alten Wochenschaufilmen oder aktueller Kriegsberichterstat­tung kennt, zur eigenen Heimat werden?

 

Karin Peschka, geboren 1967 als Wirtstochter in Oberösterreich, lebt in Wien. Sie hat in den letz­ten Jahren in schneller Folge zwei Romane, einen Erzählband und eine große Zahl von Kurztex­ten und Gedichten vorgelegt (Watschenmann, 2014; Fannipold, 2016; Autolyse Wien, 2017). Ihre Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Wartholz Literatur­preis 2013, dem Floriana Literatur­preis 2014, dem Elias Canetti-Stipendium 2015 und 2016 und dem Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb 2017. Derzeit ist sie Stadtschreibe­rin in Klagenfurt. www.peschka.at

 

Die Veranstaltung wird von der Universität Siegen als „Projekt zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ großzügig unterstützt. 

Platzreservierungen werden, falls gewünscht, bis Mittwoch, 20. Juni, 13 Uhr entgegengenommen.

Kontakt: anke.kramer@uni-siegen.de