Vom Feld zum Labor und zurück
Navigationen, Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, Jg. 13, H. 2, 2013. Hg. v. Raphaela Knipp, Johannes Paßmann, Nadine Taha.
Vom Feld zum Labor und zurückFeld und Labor sind zwei in gewisser Hinsicht entgegengesetzte Ideale empirischer Forschung. Sie markieren jeweils das Ende eines Kontinuums, das sich durch die Gradierung und Degradierung von Kontrolliertheit, Zurichtung oder Unberührtheit auszeichnet: Laborbedingungen könnte man demnach als den Zustand absoluter Kontrolle zum Zwecke der Forschung fassen, während das Feld den unzugerichteten, unberührten Gegenstand präferiert. Dabei spielen Medien eine entscheidende Rolle: Mal sollen sie im Labor die präzise Kontrolle des Forschungsgegenstands ermöglichen, mal sollen sie im Feld dafür sorgen, dass ForscherInnen mit ihren Aufzeichnungen das Feld so wenig wie möglich verändern. In der Empirie kann man sich an solchen Idealen nur regulativ orientieren: Als Ideale sind sie unerreichbar, sollen aber gleichzeitig angestrebt werden. Der nicht ganz ideale Bereich, in dem Forschung dann tatsächlich stattfindet, ist dabei nicht notwendigerweise problematisch. Denn wie etwa die Laboratory Studies gezeigt haben, kann Kontamination im Labor Quelle von Innovation sein. | ||
From Field to Laboratory and Back AgainField and Laboratory are in a certain respect two opposing ideals of empirical research. Each marks the endpoint of a continuum that is characterised by the gradation and degradation of controlledness, adjustment or untouchedness: Laboratory conditions could therefore be labelled as facilitating the perfect control or adjustment of an object of research, whereas fields conceptualise the ideal of an untouched situation. Media play a crucial role here: Sometimes they are facilitating the laboratory’s precise control, sometimes they try to make sure that field researchers adjust the field as little as possible with their records. |

