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Lehrerfortbildung / Tagung Geschichte 2020

 

Handel, Macht, Kapital: Historische Dimensionen wirtschaftlichen Handelns


LEHRERFORTBILDUNG/TAGUNG

 HISTORICA ET DIDACTICA 

am 7. und 8. Februar 2020

 

Ziel der Fortbildungsreihe HISTORICA ET DIDACTICA ist es, Unterrichtenden des Faches Geschichte aller Ausbildungsphasen und Qualifikationsstufen aktuelle Forschung und die Arbeit mit neuen Quellen zu ausgewählten Themen zunächst in Fachvorträgen vorzustellen. In anschließenden Workshops reflektieren die Referentinnen und Referenten zusammen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht. Es werden Fragestellungen, Zugänge und Methoden diskutiert und Materialien präsentiert, die geeignet sind, den Schülerinnen und Schülern neue und spannende Facetten historischer Lebenswelten zu erschließen.

Durch die Auseinandersetzung mit ökonomischen Praktiken und Diskursen aus verschiedenen Zeitbereichen und regionalen Kontexten soll ein Bewusstsein für die Zusammenhänge von menschlichem Wirtschaften und anderen Aspekten der Lebenswelt geschaffen werden. Dieser kulturgeschichtliche Zugang zur Wirtschaftsgeschichte ermöglicht es, klassische Lehrplanthemen in neuer Weise aufzugreifen, die an aktuelle gesellschaftliche Debatten anknüpfen. So kann beispielsweise herausgearbeitet werden, dass die kapitalistische Wirtschaftsform keine anthropologische Konstante darstellt, sondern nur eine von vielen möglichen Formen ökonomischen Handelns ist, die ihre eigene Geschichte hat. Schülerinnen und Schüler werden durch diese historische Perspektivierung motiviert, sich differenzierte Urteile über verschiedene Wirtschaftsformen und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu bilden.

Die fachwissenschaftlichen Vorträge sowie die darauf aufbauenden Unterrichtsentwürfe widmen sich dabei den folgenden Fragen: Wie wurde das Verhältnis von Wirtschaft, Mensch und Umwelt von den historischen Akteuren in unterschiedlichen Kontexten gedacht? Welche Strategie der Legitimation oder Kritik unterschiedlicher Wirtschaftsformen können wir historisch beschreiben und inwiefern standen die Konzepte in Zusammenhang mit spezifischen Menschenbildern, ethischen oder religiösen Vorstellungen? Davon ausgehend soll dem Zusammenhang zwischen ökonomischem Denken und Handeln und Formen sozialer Ungleichheit nachgegangen werden, wie der Diskriminierung aufgrund von Alter, Herkunft/Ethnie/„Rasse“ oder Geschlecht. Ebenfalls zentral ist die Frage der Ressourcen: Welche Rolle spiel(t)en Ressourcen und deren Verteilung für das ökonomische Denken und Handeln, für gesellschaftliche Prozesse und Machtverhältnisse? Welche Bedeutung spielt in diesem Zusammenhang der Konsum? Wie regeln Gesellschaften bzw. Gruppen und/oder Eliten den Zugang zu Ressourcen? Darüber hinaus sollen einige der in unserer Alltagssprache üblichen gesellschaftlich-ökonomische Begrifflichkeiten einer kritischen historischen Betrachtung unterzogen werden. Denn was ist überhaupt unter „Arbeit“, „Freizeit“ und „Produktivität“ zu verstehen?

Diese Fragen, denen auf der Grundlage von Text- und Bildquellen nachgegangen wird, eröffnen eine Bandbreite inhaltlicher und didaktischer Möglichkeiten, um bestehende Inhalte des Lehrplans in neuer Weise zu erschließen – sei es an außerschulischen Lernorten, über thematische Längsschnitte, fächerübergreifenden Unterricht oder Unterrichtsprojekte.