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 Ankündigungen:

 

15.-17. November 2018: AKKU Tagung: Unternehmen und medialer Wandel
Arbeitskreis für kritische Unternehmens- und Industriegeschichte (AKKU)

 

Unternehmen und medialer Wandel stehen in einem engen Wechselverhältnis. Medien beeinflussen die unternehmensinterne
Kommunikation und Struktur, sie organisieren die Produktionsbedingungen oder definieren Werbe- und Marketingstragegien.
Medialer Wandel zwingt Unternehmen somit zwangsläufig, sich an veränderte mediale Bedingungen anzupassen. Moderne multi-
nationale Unternehmen sind ohne mediale Vernetzung ihrer Teilbereiche undenkbar, da die effektive Wertschöpfungskette von
ihrer medialen Organisation abhängt. Der Medienwissenschaftler Jörg Bergmann machte schon vor einer Dekade darauf aufmerk-
sam, dass "sämtliche modernen Verkehrs-, Transaktions- und Warendistributionssysteme ohne medial vermittelte Kommunikation
und Koordination in kürzester Zeit kollabieren würden." (Bergmann 2005) Gleichzeitig ist medialer Wandel auch das Produkt
unternehmerischer Tätigkeit, versuchen Unternehmen doch mediale Innovationen auf dem Markt zu platzieren, um Wettbewerbs-
vorteile und damit Gewinne zu erzielen.

Medien können in weiter Form als Bedingungen der Kooperation und Interaktion von Menschen verstanden werden. Medien sind
demnach sozio-technische Systeme, die sowohl aus der technischen Infrastruktur (Telefon, Leitungen, Formulare, Computer,etc)
bestehen, als auch aus sozialen Faktoren und Menschen, die mit der technischen Infrastruktur interagieren. Medien erlauben
es, dass die Mitarbeiter von Unternehmen miteinander kooperieren, ohne dass sie zwangsläufig in ihren Motiven, Zielen und
Überzeugungen für diese Mitarbeit einen 'Konsens' erzielen müssen. Medialer Wandel bezeichnet dabei die Veränderung der Bedin-
gungen menschlicher Kooperation und Interaktion, die beispielsweise durch technische und organisatorische Neuerungen wie
den Computer, das Telefon, den Fernschreiber, Formulare oder ähnliches hervorgerufen werden können. 


Die (deutsche) Unternehmensgeschichte hat sich den Medien und dem medialen Wandel bisher zuvorderst in Form der
Geschichte von Medienunternehmen gewidmet (Hicket hier 2006). Neben der Geschichte von Verlagen, Zeitungshäusern, der
Post, etc.(Hesse 1998) hat dabei die Geschichte der Rundfunkunternehmen einen prominenteren Platz eingenommen (Rüden/
Wagener 2005), u.a. weil hier die entsprechenden Archive vorhanden sind (Bremer/Bernard/Hasselbring 2014). Forschungen zur
Unternehmenskommunikation reflektieren Medien zwar implizit (Nieberding 2003), sie machen diese aber eher selten explizit
(Girschik 2010). Auch von der Wirtschaftsgeschichte - im Allgemeinen- ist medialerWandel eher indirekt behandelt worden.
So ist die Geschichte der - für Unternehmen so relevanten - Logistik bisher, wenn man einmal von wenigen Ausnahmen absieht
(Erker 2008), primär als Verkehrsgeschichte des Containers (Klose 2010) geschrieben worden. Allenfalls im Kontext der ,Mobility
Studies' hat das Phänomen des ,medialen Wandels' bisher eine Rolle gespielt (Schabacher 2013), Dabei kommen weder die
Geschichte der internationalen Wirtschaftsbeziehungen noch der Globalisierung ohne einen Verweis auf die elementare
Bedeutung moderner Kommunikationstechnik für entgrenzte Märkte aus (Ambrosius/Henrich-Franke 2016). So sehr Medien
und medialer Wandel immer eher als ein exogener Faktor der Unternehmensentwicklung galten, der nichttiefgehend untersucht
wurde, so sehr gehen einzelne Unternehmen in der zumeist makroökonomischen Studien, die sich für die Entstehung globaler
Netze interessieren, unter (Fäßler 2007). Die Jahrestagung des Arbeitskreises für kritische Unternehmens- und Industrie-
geschichte möchte sich diesen Desiderata widmen.


Zum Tagungsprogramm


Wirtschaftsgeschichte Universität Siegen

Sonderforschungsbereich "Medien der Kooperation"

 

Abgeschlossene Tagungen: 

 

 Workshop am 10. und 11. November 2016 an der Universität Siegen

 

Grundlagen der Digitalisierung

 

zum Tagungsbericht

 

Konferenz am 09. und 10. November 2015 an der Universität Siegen

 

Das Kaiserreich'von unten': Die subnationalen Ebenen des politischen Systems des Kaiserreichs

 

zum Tagungsbericht