..
Suche

Personensuche
Veranstaltungssuche
Katalog der UB Siegen

    1.6. Regenwunder (Tânith III, viii)

    1.6. Regenwunder (Tânith III, viii)

    Honi, der Kreiszieher. Schim'on ben Schatah (um 100 v. Chr.)
    Wegen jeder Not - die nicht kommen möge über die Gemeinde - bläst man Lärm, ausgenommen die Menge des Regens.
    Es geschah, daß sie (d.h. die Leute) zu Honi, dem Kreiszieher, sagten: bete, daß Regen herabkommt. Da sagte er zu ihnen: gehet hinaus und bringet die Passahöfen hinein (ins Haus), damit sie nicht zerweichen. Er betete, aber es kam kein Regen herab.
    Was tat er? Er machte einen Kreis und trat in ihn mitten hinein und sagte vor dem Herrn der Welt: Deine Kinder haben ihr Angesicht auf mich gerichtet (d.h. haben sich an mich gewandt); denn ich bin wie ein Haussohn vor dir. Ich schwöre bei deinem großen Namen, daß ich nicht von hier weiche, bis du dich über deine Kinder erbarmt hast. Da begann der Regen herabzutröpfeln. Da sagte er: nicht so habe ich verlangt, vielmehr Regen für Gruben (etwa 10 Handbreiten Tiefe), (längliche) Gräben und (viereckige, geräumige) Höhlen. Da begann (der Regen) herabzukommen mit Ungestüm. Da sagte er: nicht so habe ich verlangt, vielmehr Regen des Wohlgefallens, des Segens und der freiwilligen Gabe. Da kam (der Regen) herab, wie es recht (ist), bis daß die Israeliten hinausgingen aus Jerusalem nach dem Berg des Hauses (d.h. des Tempels) vor dem Regen. Sie kamen und sagten zu ihm (d.h. zu Honi): wie du gebetet hast ihn (d.h. den Regen) betreffend, daß er herabkomme, so bete, daß er fortgehe. Da sagte er zu ihnen: gehet hinaus und sehet, ob der Mahnstein (vom Regen) aufgelöst worden ist.
    Da sandte zu ihm Schim'on ben Schatah (und ließ ihm sagen): wenn du nicht Honi wärest, so würde ich den Bann über dich anordnen, aber was soll ich dir tun, denn du versündigtest dich vor Gott (wörtl.: dem Ort), und (dennoch) tut er dir deinen Willen, wie ein Sohn, der sich gegen seinen Vater versündigt und er tut ihm (dennoch) seinen Willen. Und über dich sagt die Schrift (Spr. 23,25): "es möge sich freuen dein Vater und deine Mutter, und es möge frohlocken deine Gebärerin."
    Quelle: nach: Der babylonische Talmud Bd. 3, hg. u. über. v. Lazarus Goldschmidt, Berlin/Wien 1925, 471

    zurück