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Katalog der UB Siegen

Forschung

Mein Forschungsinteresse gilt folgenden thematischen Schwerpunkten:

 

1. Interaktionistische Organisationstheorie

Mein theoretisches Interesse gilt der Entwicklung einer interaktionistischen, performativen Organisationstheorie. Ein solcher Ansatz verortet Organisationen weder auf einer übergeordneten Ebene als „Realität sui generis“ in Form von Strukturen, noch reduziert er Organisationen auf die Entscheidungen nutzenmaximierender Individuen. Er versteht Organisationen als Produkt realitätserzeugender und sich wechselseitig beeinflussender Individuen. Folgende Veröffentlichungen und Texte gibt es hierzu:

  • Klatetzki, T.: Regeln, Emotion und Macht: Eine interaktionistische Skizze, in: Duschek, S., Gaitanides, M., Matiaske, W., Ortmann, G. (Hrsg.): Organisationen regeln. Die Wirkmacht korporativer Akteure, Wiesbaden, VS-Verlag 2012, S. 93-109.
  • Klatetzki, T.: Kompetente Organisation oder wie man das Leben von 007 rettet, in: Kurtz, T., Pfadenhauer, M. (Hrsg.): Soziologie der Kompetenz, Wiesbaden, VS-Verlag 2010, S. 209-236.
  • Klatetzki, T.: Der Stellenwert des Begriffs "Kognition" im Neo-Institutionalismus, in: Senge, K., Hellmann, K. U. (Hrsg.): Einführung in den Neo-Institutionalismus, Wiesbaden, VS-Verlag 2006, S. 48-61.
  • Klatetzki, T.: Emotions as sensemaking devices (unveröffentlichter Vortrag, Lyon 2010)
  • Klatetzki, T.: Power is knowledge (unveröffentlichter Vortrag, Bergamo 2008)
  • Klatetzki, T.: Organisationen als institutionelle Tatsachen (unveröffentlichter Vortrag, Bergamo 2007)

 

2. Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen

Mit den Besonderheiten des Typus der sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen beschäftige ich mich schon lange Zeit. Als soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen werden soziale Einrichtungen und Dienste verstanden, deren Arbeit darin besteht Personen zu verändern, zu erhalten und/oder zu prozessieren. Meine Untersuchungen beschäftigen sich zum einen mit den theoretischen soziologischen Perspektiven zur Beschreibung und Erklärung dieser Organisationen. Zum anderen beschäftige ich mich mit verschiedenen Fragen wie z. B. Sinnstiftung, Qualität, Finanzierungsformen oder die Problematik kollegialer Beratungen. Veröffentlichungen hierzu sind u.a:

  • Klatetzki, T. (Hrsg.): Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen. Soziologische Perspektiven, Wiesbaden, VS-Verlag 2010;
  • Klatetzki, T.: Wie die Differenz von Nähe und Distanz Sinn in den Einrichtungen der Sozialen Arbeit stiftet – Eine organisationstheoretische Deutung, in: Dörr, M., Müller, B. (Hrsg.): Nähe und Distanz – Ein Spannungsfeld pädagogischer Professionalität, Weinheim, Juventa 2006, S. 73-84.
  • Klatetzki, T.: Die organisatorische Qualität sozialer Einrichtungen und Dienste, in: Beckmann, C., Otto, H. - U., Richter, M., Schröter, M. (Hrsg.): Qualität in der Sozialen Arbeit. Zwischen Nutzerinteresse und Kostenkontrolle, Wiesbaden 2004, S. 185-198.
  • Klatetzki, T.: Skripts in Organisationen. Ein praxistheoretischer Bezugsrahmen für die Artikulation des kulturellen Repertoires sozialer Einrichtungen und Dienste, in: Schweppe, C. (Hrsg.): Qualitative Forschung in der Sozialpädagogik, Opladen 2003, S. 93-118.
  • Klatetzki, T. (Hrsg.): Flexible Erziehungshilfen. Ein Organisationskonzept in der Diskussion. Münster 1995, 2. veränderte Auflage.

Zusammenhang mit sozialen Einrichtungen und Diensten interessiert mich vor allem auch das Verhältnis von Profession und Organisation:

  • Klatetzki, T.: Im Professionelle Organisation, in: Apelt, M., Tacke, V. (Hrsg.): Handbuch Organisationstypen, Wiesbaden, VS-Verlag 2012, S. 165-184.
  • Klatetzki, T., Tacke, V. (Hrsg.): Organisation und Profession, Wiesbaden 2005.  
  • Klatetzki, T.: Wissen, was man tut. Professionalität als organisationskulturelles System. Eine ethnographische Interpretation, Bielefeld 1993.

Neuerdings beschäftige ich mich besonders mit der Rolle der Emotionen in sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen. Zu dieser Thematik bereite ich gegenwärtig ein Forschungsprojekt vor. Eine Veröffentlichung hierzu ist:

  • Klatetzki, T.:Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen als emotionale Arenen. Ein theoretischer Vorschlag, in: Neue Praxis, 5, 2010, S. 475-493.

 

3. Social problem work als Prozess

Mein Interessen an einer interaktionistischen Organisationstheorie einerseits und an sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen andererseits verbinden sich neuerdings zu einer Forschungsperspektive, in der die Wahrnehmung, Definition und Bearbeitung sozialer Probleme als kollektiver Prozess untersucht wird. Publikationen hierzu sind:

  • Die Fallgeschichte als Grenzobjekt, in: Müller, B., Hörster, R., Kogenter, S. (Hg.): Grenzobjekte, Wiesbaden, VS-Verlag (im Erscheinen)
  • Das Forschungsprogramm Social Problem Work (unveröffentlichter Vortrag Bielefeld 2011)

 

4. Organisation von Gewalt und Grausamkeit

Als Gegensatz zu den sozialen personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen, deren Aufgabe es ist, die Wohlfahrt ihrer Klienten zu erhöhen, interessieren mich Organisationen, die Menschen und Tiere quälen und töten. Meine Veröffentlichungen zu diesem Forschungsschwerpunkt sind bisher:

  • Klatetzki, T.: Cruel Identities, in: Von Trotha, T., Rösel, J. (Hrsg.): On Cruelty. Köln. Rüdiger Koppe Verlag 2011, S. 189-210.
  • Klatetzki, T.: In der Dispositionsfalle: Milgram und Zimbardo revisited, in: Inhetveen, K., Klute, G. (Hrsg.): Begegnungen und Auseinandersetzungen. Festschrift für Trutz von Trotha, Köln 2009, S. 261-282.
  • Klatetzki, T.: Keine ganz normalen Organisationen. Eine Erwiderung auf Stefans Kühls Artikel: „Ganz normale Organisationen. Organisationssoziologische Interpretationen simulierter Brutalitäten“. Zeitschrift für Soziologie, Jg. 36, 4, 2007, S. 302-312.