Verbesserung der Qualität der Lehre
2013 erhalten gleich zwei gymnasiale Jahrgänge in Nordrhein-Westfalen ihre Abiturzeugnisse. Viele dieser jungen Leute ergreifen die Chance, an Fachhochschulen oder Universitäten zu gehen, um zu studieren. Denn ein Studium ist und bleibt eine zukunftsträchtige und flexible Investition in die berufliche Zukunft. Die Universität Siegen freut sich auf die neuen Studierenden. Damit diese möglichst gute Studienbedingungen vorfinden, haben Bund, Land und Hochschulen in zwei Hochschulpakten vereinbart, dass zur Versorgung des Doppelten Abijahrgangs mit Studienplätzen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Extra dafür erhalten die Hochschulen Geld – die Universität Siegen von 2011 bis 2018 rund 74 Mill. Euro. Rund 50 Mill. Euro stehen davon den Fakultäten zur Verfügung, um flexibel auf das jeweilige Nachfrageverhalten der Studierenden nach Veranstaltungen reagieren zu können. Zum Vergleich: Der Haushaltsetat (ohne Drittmittel und Qualitätsverbesserungsmittel) der Universität Siegen beläuft sich 2012 auf rund 91 Mill. Euro. Knapp 60 Mill. Euro davon entfallen auf Personalkosten.
Nun ist es so, dass sich bereits seit einigen Jahren der Trend abzeichnet, dass ein immer höherer prozentualer Anteil eines Jahrgangs studieren möchte. Die Akademisierung der Gesellschaft nimmt zu. Diese Entwicklung hat auch an der Universität Siegen zu einer stark gestiegenen Nachfrage nach Studienplätzen und zur Erhöhung der Erstsemesterzahlen geführt. Dazu beigetragen haben sicherlich auch das stetig attraktiver werdende Studienangebot sowie Zulassungsbeschränkungen andernorts. Insgesamt ist der Andrang an Studierenden über das im Hochschulpakt vereinbarte Maß hinaus ohne zusätzliche Gelder dauerhaft jedoch nicht zu stemmen. Zumal die Nachfrage sich nicht gleichmäßig auf alle Fächer und Studiengänge verteilt.
Insgesamt hat sich die Universität Siegen im Rahmen der Hochschulpakte verpflichtet, zwischen 2011 und 2015 gut 4600 zusätzliche Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Bereits zum Wintersemester 2012/2013 wurden rund 600 Erstimmatrikulierte mehr aufgenommen als auf der Basis des Hochschulpakts vereinbart, weil das Rektorat sich entschlossen hatte, in vertretbarem Rahmen möglichst vielen jungen Menschen einen Studienplatz zu geben. Zudem waren die Lehramtsstudiengänge für weiterführende Schulen zum Wintersemester 2011/2012 zahlenmäßig erheblich unterausgelastet. Deshalb gab es zum aktuellen Wintersemester keine Zulassungsbeschränkung. Ungeachtet dessen werden zum Wintersemester 2013/2014 die vereinbarten rund 3400 Erstsemester aufgenommen werden. Insgesamt wird die Uni Siegen zwischen 2011 und 2015 bis zu 5400 Studierende zusätzlich aufnehmen. Damit nimmt sie ihre gesamtgesellschaftliche und auch spezifisch regionale Verantwortung wahr.
Das Rektorat der Universität Siegen hat etliche Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Studierenden möglichst gute Studienbedingungen zu eröffnen. Personal wurde und wird nun weiter mit Blick auf den Doppelten Abiturjahrgang nochmals verstärkt eingestellt. Zum Wintersemester 2012/2013 stehen bereits 640 zusätzliche Semesterwochenstunden (rund 300 Veranstaltungen) zur Verfügung. Um die Qualität der Lehre zu sichern, wurden jetzt schon 14 Professuren vorgezogen besetzt sowie acht Juniorprofessuren geschaffen. Gut 7800 qm Fläche wurden angemietet, weitere gut 12.000 qm Fläche werden bis 2015 gebaut oder für eine universitäre Nutzung umgebaut. Ein manuell geführtes so genanntes Zeitfenstermodell - eine Art Stundenplan für Fächerkombinationen - soll dafür sorgen, dass grundlegende Veranstaltungen sich nicht überschneiden und zudem die Raumauslastung verbessern. Mittels des Hochschulmanagementsystems LSF sollen freie Räume gemeldet werden. Veranstaltungen werden über Räume hinweg übertragen (Streaming). Gelehrt wird künftig an Werktagen von 8 bis 20 Uhr. Blockveranstaltungen sollen an Samstagen stattfinden. Frühzeitige Anmeldungen zu Veranstaltungen sollen helfen, Engpässe und Bedarfe rechtzeitig zu erkennen.
Auch die Fakultäten sind intensiv in die Planungen einbezogen. Welche speziellen Maßnahmen die Fakultäten ergriffen haben, um die Qualität der Lehre zu sichern, ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen.
Fakultät I
Die Fakultät I hat eine Website erstellt, mit deren Hilfe der jeweils aktuelle Bedarf an Veranstaltungen erfasst werden kann, um die akuten Engpässe zu erkennen.
Auf Basis der diagnostizierten Problembereiche wurden mit den Fächern je nach Fach Maßnahmen abgesprochen:
- Öffnung von Veranstaltungen für zusätzliche Hörer
- Ermöglichung größerer Hörerzahlen durch Raumtausch, sofern möglich
- Anbieten zusätzlicher Lehrveranstaltungen durch das Vorziehen von Deputaten aus dem Sommersemester
- Vergabe von zusätzlichen Lehraufträgen
- Verlagerung von Veranstaltungen ins Sommersemester
- Umstrukturierung von Studienplänen, um zu einer besseren Lastverteilung zu kommen
Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Leschke
Prodekan für Studium und Lehre (Fakultät I)
Tel.: 0271 740-2411
E-Mail: leschke@medienwissenschaft.uni-siegen.de
Fakultät II
- Einrichtung zusätzlicher Lehraufträge aus Qualitätsverbesserungsmitteln
- Angebot von Notfallsprechstunden in Bildungswissenschaften
- Einstellung bzw. Verlängerung von Studienkoordinator/innen
- Erhöhung der Teilnehmerzahlen in den Lehrveranstaltungen
- gleichmäßige Verteilung der Lehrveranstaltungsangebote über die Woche
- Schaffung neuer Stellen (Prof., Mitarbeiter, LfbA-Stellen)
- Vergabe zusätzlicher Gastvorträge
- Intensivierung der Studienberatung
- Temporäre Anmietung von externen Räumen für Projektarbeit (Architektur)
- Erhöhung der Hilfskraftstunden insbesondere zur Übungsbetreuung in der Architektur
- Anbieten größerformatiger Lehrveranstaltungen (Vorlesungen statt Seminare)
- Einrichten eines Online-Feedbacks für Studierende, die keine Zulassung zu einer Lehrveranstaltung erhalten haben
Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Trautmann
Prodekan für Lehre, Studium und Weiterbildung (Fakultät II)
Tel.: 0271 740-3093
E-Mail: matthias.trautmann@uni-siegen.de
Fakultät III
- In den Anfangssemestern werden Kleingruppen nur als begleitende Tutorien und Arbeitsgemeinschaften angeboten und zwar nur dort, wo die Fakultät in der Lage ist, notfalls sehr schnell die Zahl der Gruppen zu erhöhen. Es gibt damit wenige potentielle Engpässe und die vorhandenen Kleingruppenbereiche werden relativ gut beherrscht.
- Zentrale Großveranstaltungen werden statt einmal im Jahr zweimal im Jahr angeboten. Damit verteilen sich die Studenten besser und bei Nichtbestehen eines Moduls führt dies auch nicht zu so großen Zeitverlusten.
- Die Studiengänge wurden in den letzten Jahren systematisch hinsichtlich der Arbeits- und Prüfungsbelastung verschlankt. Damit soll den Studierenden ermöglicht werden, schneller fertig zu werden. Dazu gehört ein Übergang von Einzelprüfungen zu Modulprüfungen aber z.B. auch ein Mix aus semesterbegleitenden und Ferienklausuren um die Studierbarkeit zu erhöhen.
- Die Fakultät bemüht sich im besonderen Maße bei Prüfungen, Seminaren und Abschlussarbeiten Verzögerungen beim Abschluss des Studiums durch eine hinreichend große Zahl von Angeboten zu vermeiden. Einen Beitrag dazu leistet auch die leistungsorientierte Mittelverteilung, durch die für die Professoren entsprechende Anreize gesetzt werden, hier besonders hohe Leistungen zu erbringen.
- Die Beratung wurde z.B. über die Academic Advisor und durch intensive Beratungsangebote während der Semesterauftaktwoche verbessert. Die Semesterauftaktwoche führt insbesondere für die neuen Studenten dazu, dass sie von Anfang an schon relativ vertraut mit der Fakultät sind.
Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Eigler
Prodekan für Lehre (Fakultät III)
Tel.: 0271 740-2903
E-Mail: joachim.eigler@uni-siegen.de
Fakultät IV
- Biologie: Vollständige Überarbeitung und Aufstockung der Personalstruktur, die die Studierbarkeit sämtlicher Studiengänge sicherstellt; dauerhafte personelle Stärkung der Fachdidaktik und Ausschreibung einer weiteren dauerhaften Fachprofessur; zusätzliche personelle Verstärkung durch mehrere Lehrkräfte für besondere Aufgaben zur Abfederung der temporären Überlast; Einstellung einer technischen Mitarbeiterin zur Stützung des Laborbetriebs
- Mathematik: Ausschreibung einer dritten Didaktikprofessur
- Maschinenbau: Stärkung der Lehre in den Bereichen Konstruktion und Mechanik durch zwei wissenschaftliche Mitarbeiterstellen
- Vorkurse: Zusätzliches Personal zum Ausbau von Mathematik-Vorkursen für die Ingenieurdisziplinen
- Evaluation: Umsetzung eines fakultätsweit einheitlichen Lehrevaluationskonzepts auf Basis von Evasys
- Gezielte Einbindung der LINUS-finanzierten Kräfte in den Bereichen: Maschinenbau, Ingenieurwesen, Internationale Studiengänge, natur- und strukturwissenschaftlichen Studiengänge
Kontakt:
Prof. Dr. Karsten Kluth
Prodekan für Lehre und Finanzen (Fakultät IV)
Telefon: 0271 740 - 4407
E-Mail: prodekan-lehre@nt.uni-siegen.de
Als Zusatzmittel stehen der Universität Siegen zur Verfügung:
- Lehrerausbildungsgesetz: 2012: 522.300 € | 2013: 2.064.500 €
- Qualitätsverbesserungsmittel bis 2018: 2011: 4.246.908 €
ab 2012 jährlich: 8.492.496 € - Hochschulmodernisierungsprogramm bis 2015: 38.194.080 €
- Hochschulpakt I, Hochschulpakt II bis 2018: 2007 – 2018: 100.537.409 €
Die Maßnahmen des Rektorats sind an folgenden Stellen aufrufbar:
Website "Doppelter Abiturjahrgang 2013"
Academic Advisors (LINUS)

