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Profilbereiche Forschung

Das strategische Ziel der Universität ist die Stärkung der vorhandenen Forschungspotenziale und die Bündelung exzellenter wissenschaftlicher Forschung in langfristig angelegten multidisziplinären Verbünden, die zu einer Profilierung in den unten genannten Schwerpunktbereichen beitragen. Die Profilbereiche der Universität Siegen bilden thematisch fokussierte Forschungsschwerpunkte ab, die fachgrenzenübergreifend und interfakultativ wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Themen erforschen.

 

Profilbereich 1: Digitalisierte und mediatisierte Gesellschaft  

Pb1Die allgegenwärtige Digitalisierung und Mediatisierung führen zu einer grundlegenden kulturellen Transformation unserer Gesellschaft, die nicht nur unsere Wahrnehmung der Welt und unsere Kommunikationsstrukturen radikal wandeln, sondern darüber hinaus unser soziales Leben, sowie unsere kulturelle und politische Identität maßgeblich beeinflussen. Digital vernetzte Medien bilden neue soziale Räume und modifizieren bestehende öffentliche und private Bereiche. Dieser mediale Einfluss und die damit einhergehende Veränderung der Wahrnehmung haben dabei nicht nur Auswirkungen auf den Einzelnen, sondern erneuern fundamental das Zusammenwirken unserer Gesellschaft sowohl auf einer lokalen wie auch auf der globalen Skala. Die Adressierung der hiermit verbundenen Herausforderungen erfordert eine multidisziplinäre Forschung, die Sozialwissenschaften, Kultur- und Medienwissenschaften, Sozialinformatik, Ökonomie und sensorbasierte Technologie miteinander verbindet, wie sie derzeit beispielsweise im Sonderforschungsbereich „Medien der Kommunikation“ , im Graduiertenkolleg „Locating Media“ oder auch am Institut für Medienforschung und der iSchool-School of Media and Information der Universität Siegen durchgeführt wird.

 

Profilbereich 2: Inklusive Gesellschaft und soziale Lebensräume  

Pb2Die soziale Integration stellt eine Herausforderung für unsere zunehmend in vielen Dimensionen diversifizierte Gesellschaft dar. Sie ist Voraussetzung für unser zukünftiges soziales Leben, sowohl in privaten aber auch in städtischen oder ländlichen Lebensräumen. In einer alternden, inklusiven und von Migration geprägten Gesellschaft gilt es diese durch soziale Arbeit, aber auch durch technische, am Menschen und seinen speziellen Bedürfnissen orientierte Assistenzsysteme zu integrieren. Themenfelder der zivilen Sicherheit werden hier ebenfalls adressiert. In der Wechselwirkung zwischen Entwicklung und Anwendung neuer Technologien und deren sozioökonomische Faktoren bei der Implementierung sowie der Einschätzung des möglichen Einflusses auf die künftige Technologieentwicklung, spielt der Teilhabeanspruch als verbindendes Element eine interdisziplinäre, forschungsleitende Rolle.  Hierzu bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit von Sozialarbeit, Förder- und Bildungspädagogik mit der Architektur und Sozio-Informatik und den technischen Disziplinen im Bereich der Sensorik und Robotik. Multidisziplinäre Projekte werden u.a. im Rahmen des DFG Graduiertenkollegs „Folgen sozialer Hilfen“ oder im BMBF-Projekt GINA Hochwertig gestaltete Interaktionsstrategien für Service- und Assistenzrobotik sowie im universitätsweiten Gerontologie-Netzwerk durchgeführt.

 

Profilbereich 3: Globalvernetzte regionale Wirtschaftssysteme  

Pb3Digitalisierung und Globalisierung haben einen prägenden Einfluss auf die nachhaltige Nutzung und Verteilung von Ressourcen. Sie führen nicht nur zu einer globalen Beteiligung an Wissen und Wohlstand, sondern können auch zu Nachteilen und Ausgrenzung führen. Diese kulturellen, sozio-politischen und wirtschaftlichen Widersprüche der Globalisierung beeinflussen auch die Dynamiken der Inklusion und Exklusion auf regionaler Ebene. Besonderes Augenmerk in Siegen wird dabei auf die Konsequenzen der Digitalisierung für die regionale Wirtschaft von mittelständischen Unternehmen in Bezug auf die Veränderungen von Unternehmens- und Führungsstrukturen, Arbeitsbedingungen, Geschäfts- und Produktionsprozessen gelegt. Das Verständnis und die Gestaltung moderner Wirtschaftsprozesse erfordern transdisziplinäre Forschungsansätze, die in enger Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Informatik, Recht und Didaktik sowie in Zusammenarbeit mit regionalen mittelständischen Unternehmen praktiziert werden. Beispielhaft hierfür stehen die Projekte Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Siegen , Cyberrüsten 4.0 oder ELISE (Entwicklung eines interaktiven und emotionssensitiven Lernsystems zur Kompetenzentwicklung im Bereich des Geschäftsprozessmanagements) , in denen interdisziplinär an digitalen Lösungen für kleinere und mittelständische Wirtschaftsunternehmen der Region geforscht wird.

 

Profilbereich 4: Responsive Sensortechnologien  

Pb4Mit der ubiquitären Digitalisierung dringen sensorische und nanotechnologische Entwicklungen rasant und häufig unreflektiert in alle Bereiche unseres Lebens vor. Biomolekular unterstützte Sensorik, personalisierte digitalisierte Medizin oder autonom mit dem Menschen interagierende technische Systeme, können klug und sinnvoll eingesetzt, Menschen in all ihren diversifizierten Lebenssituationen unterstützen. Multi-Sensorsysteme und deren Anwendungen sind ein langjähriger profilbildender Forschungssch werpunkt der Universität Siegen, der zur Gründung des Nordrhein-Westfälischen Zentrums für Sensorsysteme (ZESS) führte. Die Aktivitäten zielen auf die Entwicklung responsiver intelligenter Sensortechnologien für die künftige hochautomatisierte Welt ab. Dieser Fokus ist durch ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit geprägt, die physikalische und chemische Grundlagen, mikroelektronische Sensorentwicklung und Systemrealisierung sowie informationstechnische Datenverarbeitung miteinander kombiniert. Die Arbeitsgebiete umfassen die nanotechnologische Integration, ubiquitäre Sensortechnologien, adaptive und kompressive Signalverarbeitungstechniken, multimodale Bildgebungsansätze kognitiver Sensorsysteme, erweiterte Visualisierungs- und Erkennungssysteme sowie die Entwicklung intelligenter autonomer Systeme.

 

Profilbereich 5: Intelligente und ressourcenschonende Produktion und neue Materialien  

Pb5Dieser Profilbereich umfasst innovative Entwicklungen im Bereich der Produktionstechnik und neuer Materialien, die zu einer nachhaltigen ökologischen und ökonomischen Ressourcennutzung beitragen. Angesiedelt sind diese Forschungsaktivitäten vor allem am Zentrum für Innovative Materialien und im Bereich des Maschinenbaus an der Universität Siegen. Sie zielen auf die Entwicklung hocheffizienter Materialien und Herstellungsverfahren ab, die den Ressourcenverbrauch minimieren, die Leistungsparameter maximieren und ökologisch nachhaltig sind. Zu den Arbeitsgebieten gehören auch Materialien, die unendlich viele Arbeitszyklen überdauern können, nanostrukturierte Verbundstoffe und intelligente multifunktionale Materialien, Systeme zur Überwachung der strukturellen Integrität, Verbundwerkstoffe für den Leichtbau im Automobilbau und individualisierte Produktionstechnologien.

 

Profilbereich 6: Individualisierte Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen  

Pb6Ausgehend von technologischen Entwicklungen auf der Ebene von biomolekularen Sensoren, unterstützt durch digitale Medizintechnik und der Neukonzeption ländlicher Gesundheitssysteme in einer alternden Gesellschaft, liegt der Fokus dieses Profilbereichs auf einem ganzheitlichen Ansatz zur individualisierten Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen. Die digitale Vernetzung aller Bereiche unseres Lebens und die künftige ubiquitäre Nutzung intelligenter Sensorsysteme, basierend auf biomolekularer, sensorgestützter, individualisierter Medizin oder auf künstlicher Intelligenz basierender humanoider Robotik, werden intimste Bereiche unseres täglichen Lebens signifikant verändern und können – sinnvoll eingesetzt - Menschen in all ihren Lebenssituationen individuell unterstützen. Dies birgt große Potentiale u.a. zur Optimierung ländlicher medizinischer Versorgungssysteme, erfordert aber eine enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen, um sicherzustellen, dass die resultierenden Transformationsprozesse nicht nur technologische, sondern auch soziale, psychologische, kulturelle und wirtschaftliche Perspektiven berücksichtigen. Derzeit werden diese Perspektiven vor allem im Projekt „Medizin neu denken“ , angesiedelt an der neuen Lebenswissenschaftlichen Fakultät, und am Forschungskolleg Zukunft Menschlich Gestalten in enger Anbindung mit weiteren Instituten der Universität erforscht. Teams aus Medizin, Soziologie, Psychologie, Informatik, Biologie und Chemie arbeiten kooperativ vernetzt zusammen, um Lösungen in den Bereichen Prophylaxe, Diagnose, Therapie und Nachsorge sowie Gesundheitsmanagement zu entwickeln.

 

Profilbereich 7: Elementare Wechselwirkungen und Quanteninformationssysteme  

Pb7Die Grundlagenforschung in der Elementarteilchenphysik ist ein ausgewiesener international sichtbarer Profilbereich an der Universität Siegen, der ein hohes Potenzial in sich trägt, zukünftig bisher etablierte Lösungen für heutige Herausforderungen, revolutionär neu aufzustellen. Die Forschungen an der Universität Siegen zu elementaren Wechselwirkungen und dem Zusammenhalt unserer Materie und der Quanteninformationstechnologie, fließen in die Forschungen international einschlägiger Konsortien, wie dem CERN oder dem europäischen „Quantum“ Flagship, zur Weiterentwicklung dieses elementaren Forschungsbereichs aktiv und signifikant ein. Prominentes Beispiel dieser Forschung ist der Sonderforschungsbereich/Transregio „Phänomenologische Elementarteilchenphysik nach der Higgs-Entdeckung“ .