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Campus-Sanierung: „Alles muss raus!“

Die Bauarbeiten zur Campus-Modernisierung auf dem Adolf-Reichwein-Campus der Uni Siegen laufen. Bis Mai 2018 sollen Universitätsbibliothek, Mensa und die Gebäudeteile „H“ und „K“ komplett entkernt sein.

Eine tonnenschwere Betonplatte schwebt an Kranseilen durch die Luft, um vorsichtig auf dem Boden abgesetzt zu werden. Ein Update_Betonplatte_webhochpräzises Manöver, bei dem es auf jeden Zentimeter ankommt. Gesteuert wird es vom Kranführer aus ca. 70 Metern Höhe. „Was hier gerade läuft, ist der Abbruch der Außenbalkone“, erklärt Bauleiter Wolfgang Wagner von der zuständigen Baufirma Züblin. Bis Ende des Jahres sollen die charakteristischen Balkone an den Büro- und Seminargebäuden „AR-H“ und „AR-K“ vollständig abgebaut sein. Ein erster, wichtiger Schritt im Rahmen der großen Campusmodernisierung auf dem Adolf-Reichwein-Campus der Uni Siegen: In den kommenden zwei Jahren werden die Gebäudeteile AR-H, -K, -M und –UB innen wie außen komplett erneuert.

Wurde zu Beginn der Maßnahme zunächst ein etwa 50 Meter hoher Kran vor dem H-Gebäude aufgebaut, ist nun noch ein weiterer Kran hinzugekommen: Er misst etwa 70 Meter und wird für die Arbeiten am höchsten Uni-Gebäude, dem K-Turm, benötigt. „Der kleinere Kran wird per Fernsteuerung bedient, in dem größeren sitzt tatsächlich ein Mitarbeiter oben im Führerhaus“, erzählt Wolfgang Wagner. Damit die Betonplatten der Balkone heruntergehoben werden können, müssen sie zunächst aufwendig an Seilen befestigt werden. Die Konsolen, auf denen die Platten aufliegen, werden anschließend abgeschnitten.

Update_Container_webAber nicht nur zum Abtransport der Balkonteile werden die Krane benötigt. Auch den Schutt aus dem Gebäudeinnern befördern sie nach unten. Die Entkernung der Sanierungsgebäude ist die zweite große Maßnahme, die aktuell auf der Baustelle läuft. Sie dauert voraussichtlich bis Mai 2018 und beschäftigt den Großteil der Baustellenmitarbeiter. „Etwa 30 Leute sind zurzeit mit den Abrissarbeiten im Inneren der Gebäude beschäftigt. Alles muss raus: Von Heizkörpern, über Lüftungskanäle, bis hin zu den Teppichböden,“ erklärt Wagner.

Sensibel ist dabei vor allem die Entfernung der schadstoffbelasteten Teile. „Wie bei den meisten Gebäuden, die um diese Zeit errichtet wurden, ist auch hier in bestimmten Bereichen Asbest verbaut worden“, sagt Jörg Münker, Leiter der Abteilung Flächen- und Liegenschaftsmanagement der Universität. „Im eingebauten Zustand ist von diesem Asbest bisher keine Gefahr für die Nutzer ausgegangen –das belegen unsere regelmäßig durchgeführten Untersuchungen.“ Im Zuge der Campus-Modernisierung habe man jedoch gemeinsam mit dem BLB als Gebäudeeigentümer festgelegt, sämtliche Schadstoffe abzubauen, auch solche, die bislang als unkritisch eingestuft wurden.

Damit die Asbest-Fasern nicht nach außen gelangen, gelten für die Schadstoff-Sanierung besondere Sicherheitsvorkehrungen. Update_Schleuse_web„Die Mitarbeiter tragen Vollschutzanzüge und Masken“, erklärt Baustellenleiter Wagner. Außerdem würden die zu sanierenden Etagen hermetisch abgeriegelt. „An den Zugängen gibt es jeweils eine Schleuse. Bevor die Arbeiter den Bereich wieder verlassen, werden sie darin komplett abgeduscht.“ Die Schadstoffe werden im so genannten „Schwarzbereich“ zwischen den Schleusen sicher verpackt. Dazu verwenden die Bauarbeiter „big bags“ – große Tüten aus einem besonderen, beschichteten Kunststoff-Gewebe. Auch sie werden in einer Materialschleuse gereinigt, bevor sie in Containern abtransportiert und schließlich entsorgt werden.

Im kommenden Frühsommer sollen Entkernung und Abbruch komplett beendet sein. Dann werden auch die weithin sichtbaren Krane auf dem Adolf-Reichwein-Campus wieder abgebaut.

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