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Campus Unteres Schloss erhält sein Herzstück

Die Bauarbeiten für das neue Hörsaal- und Seminarzentrum der Uni Siegen im Karstadt-Gebäude laufen auf Hochtouren. Derzeit entsteht eine neue Dachkonstruktion, zum Wintersemester 2020 ist die Nutzung geplant.

Es braucht nicht mehr viel Fantasie, um zu erahnen, welchen Blick Studierende, Lehrende und BürgerInnen aus Siegen genießen dürfen, wenn sie in naher Zukunft das Foyer des neuen Hörsaal- und Seminarzentrums der Universität Siegen betreten. Noch herrscht in der oberen Etage des Karstadt-Warenhauses zwar der rustikale Charme eines Rohbaus, doch schon jetzt fällt der Blick aus dem Foyer automatisch auf den Schlossplatz und das Untere Schloss. Das bringt auch den Architekten Rainer Oestereich-Rappaport ein wenig ins Schwärmen: „Das Foyer ist für mich das Herzstück mit einem fantastischen Blick auf den Schlossplatz. Es wird einer der schönsten Räume, die wir in Siegen haben.“ 

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Doch bei der 2018 gestarteten Baumaßnahme geht es vordergründig natürlich nicht um einen schönen Ausblick. Seit 2014 nutzt die Uni Siegen das ehemalige Kreisklinikum, im Sommer 2016 kam das historische Unteres Schloss hinzu. Veranstaltungen für mehrere hundert Teilnehmende sind auf dem Campus bislang nicht möglich. Das ändert sich durch den Umbau im oberen Bereich des Karstadt-Gebäudes. Wo derzeit noch Bauarbeiter und Gerüste das Erscheinungsbild prägen, sollen zum Wintersemester 2020/21 Studierende und Lehrende übernehmen. Für insgesamt rund 20 Millionen entsteht in historischer Umgebung ein modernes Hörsaal- und Seminarzentrum. Ein großer Hörsaal für knapp 600 Personen – das entspricht in etwa dem Audimax am Adolf-Reichwein-Campus –, zwei kleinere Hörsäle für 200 Personen, sieben Seminarräume für 40 bis 80 Personen und eben jenes 280 Quadratmeter großer Foyer, das für Veranstaltungen genutzt werden kann, sind die wichtigsten Kennzahlen. Insgesamt können künftig in dem komplett barrierefreien Gebäude bis zu 1350 Menschen gleichzeitig arbeiten und lernen. 

„Das ist ein ganz wesentlicher Schritt für die Uni. Der Campus an sich ist schon sehenswert, jetzt punktet er aber auch in besonderer Weise hinsichtlich Aufenthalts- und damit Lebensqualität für Hochschule und Stadt gleichermaßen“, sagte Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart im Rahmen einer Pressekonferenz – auch mit Blick auf die ebenfalls im Entstehen befindliche neue Mensa. Mit der Fertigstellung erfolge der erste komplette Schritt des Masterplans „Uni in die Stadt“. Auch Kanzler Ulf Richter betonte die Bedeutung. „Zur Dreifaltigkeit einer Uni zählen Bibliothek, Mensa und Hörsäle. Diesen Mikrokosmos schaffen wir nun am Unteren Schloss.“

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Die Bauarbeiten befinden sich voll im Zeitplan, sind aber nicht ganz unkompliziert. Im Oktober 2018 wurde die Technik des obersten Stockwerks vom restlichen Gebäude getrennt, während der Betrieb bei Karstadt weiterlief. „Wir sind mit der Aufgabe angetreten, aus einem Organismus zwei lebende Wesen zu machen“, beschrieben Reinhard Quast und Dominik Fuß von der ausführenden Baufirma Quast das Unterfangen. Die Rolltreppe musste aus dem Gebäude weichen, eine neue Treppe zog rein. Nach der Entkernung und der Entfernung der Fassade wurde im Februar 2019 das Dach aufgebrochen. Die Dachbalken aus den 1970er Jahren werden als Reminiszenz an das Warenhaus erhalten bleiben. Derzeit läuft die Montage des neuen Dachs, dabei wird auch die neue Technik installiert, die die Nutzung modernster LED-Wände oder eine Schwerhörigen-Anlage ermöglicht. Bis Oktober dieses Jahres soll dieser Bauabschnitt sowie der Bau der neuen Fassade, die optisch mit dem Unteren Schloss harmonieren wird, abgeschlossen sein. Abschließend beginnt der Innenausbau. Vom 1. November bis zum 15. Januar 2020 werden die Bauarbeiten für den Weihnachtsmarkt und das Weihnachtsgeschäft ruhen.

Läuft weiterhin alles nach Plan, können Studierende und Lehrende im August 2020 das neue Hörsaal- und Seminarzentrum beziehen. „Was hier entsteht, entspricht meiner Vision der Universitätsstadt Siegen. Wir wollen offen sein. Wir brauchen eine von BürgerInnen und Studierenden gemeinsam gelebte Universität. Das erreichen wir durch den Umzug in die Stadt, den Bau des Hörsaalzentrums und der Mensa rund um das Untere Schloss. Dieser Campus bildet die Universität ab, hier im Zentrum. So werden wir als Universitätsstadt viel attraktiver“, sagte Rektor Burckhart mit Vorfreude. 

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