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Erfolgsrezept für die Uni der Zukunft

Ergebnis einer internationalen Konferenz in Saarbrücken: Starke und autonome Fakultäten können Universitäten schlagkräftig und zukunftsfähig machen.

Auf der Suche nach der Universität der Zukunft gibt es viele Spannungsfelder. Bildungspolitische Unklarheit, abnehmende Finanzierbarkeit, unerfüllte Bologna-Visionen und bedrohte Nachwuchsentwicklung sind nur einige davon. An der Universität des Saarlandes diskutierten 40 eingeladene Universitätsforscher aus 24 Ländern und fünf Kontinenten jetzt konkrete Möglichkeiten, jenseits einer dominanten Präsidialsteuerung über starke und autonome Fakultäten der Universität wieder eine Zukunft zu geben.

Univ.-Prof. Dr. Volker Stein (Siegen) und Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz (Saarbrücken) richteten vom 26. bis zum 28. Juni an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken die internationale wissenschaftliche Konferenz "The Dean in the University of the Future. Learning From and Progressing With Each Other" aus. Sie ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergebenen Projektes "Korporatismus als ökonomisches Gestaltungsprinzip für Universitäten" (kurz: KORFU).

Gerade die Rolle von Fakultäten und Dekanen ist alles andere als geklärt", so Professor Volker Stein. "Momentan entkoppeln sich Universitätsleitungen häufig von den Fakultäten, also von den Bereichen, die Forschungsinnovation und Lehrexzellenz hervorbringen sollen." Professor Christian Scholz ergänzt: "Wir brauchen neue Modelle, bei denen eigendynamisches Zusammenspiel der Fakultäten als Motor des Fortschritts wirkt und nicht alle wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange auf die Universitätsleitung starren."

Die Teilnehmer aus 24 Ländern, darunter viele Dekane und Hochschulforscher aus Asien, Afrika, Südamerika und Australien, tauschten ihre Erfahrungen aus und diskutierten intensiv darüber, wie eine Universitätssteuerung gestaltet werden kann, die in Zeiten interdisziplinärer Leistungsanforderungen in einem internationalen Bildungswettbewerb Universitäten und nationale Bildungssysteme stärkt. Dekane (engl.: Deans) sollen akademische Manager sein, die Universitäten von innen kennen und dort entsprechende Erfahrungen als Akademiker gemacht haben.

  • Die Fakultätsentscheidungen sollen offen, kollegial und rechenschaftspflichtig sein.
  • Dekane sollen Fakultätsstrategien formulieren und umsetzen.
  • Sie sollen nicht von der Universitätsleitung zu Kooperationen mit externen Partnern gezwungen werden können, wenn dies nicht zur Fakultätsstrategie passt.
  • Sie sollen sich eigenständig Finanzmittel beschaffen dürfen und akkurate Informationen zu allen Steuerungsparametern der Universität erhalten.
  • Dekane sollen Studierende und Professoren über die Universitätssteuerung informieren.

Dass dies nicht allein Wunschdenken ist, belegen die Erfahrungen aus den USA, wo die Spitzenuniversitäten auf genau dieses Erfolgsrezept schwören – also eine weitgehende Fakultätsautonomie, während die Universitätsleitung keine inhaltlichen Strategien vorgibt, sondern für Außendarstellung und Finanzierung verantwortlich zeichnet. Die Stärkung autonomer Entscheidungsgremien auf Fakultätseben würde die Steuerung der Universität vereinfachen.

Univ.-Prof. Dr. Martin Paul, Präsident der international renommierten und für ihre erfolgreiche Internationalisierungsstrategie bekannten Universität Maastricht, stellte in seinem Eröffnungsvortrag das niederländische Modell der Universitätssteuerung vor: Durch einen faktischen „Zwang zum Konsens“ zwischen Professoren, Dekanen und Universitätsleitung – verbunden mit klaren Verantwortlichkeiten – mutieren Dekane und Fakultäten nicht zum entleerten Phantom, sondern bleiben das „akademische Herz“ der Universität.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.