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Aktionstage „TeachFuture – Zukunftsberuf Lehrer/in an Berufskollegs

Beteiligen sich an den Aktionstagen (von links): Manfred Kämpfer (Berufskolleg Technik Siegen), Dr. Harry Liedtke (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW), Delia Ahland (Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Hagen), Simone Holl (Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW), Dr. Claudia Grzonka (Bezirksregierung Arnsberg) und Dr. Nadja Ratzka (Geschäftsführerin im Zentrum für Lehrerbildung Universität Siegen)

Ziel ist die Werbung für ein Studium „Lehramt am Berufskolleg“ in Nordrhein-Westfalen. Es gibt noch freie Plätze für Schülerinnen und Schüler.

Rund 140 Lehrerinnen und Lehrer sowie 4800 Schülerinnen und Schüler zählt das Berufskolleg Technik in Siegen. Es ist damit das größte Technische Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen. Angeboten werden rund 100 verschiedene Bildungsgänge. "Das Berufskolleg bietet ein breites und spannendes Arbeitsfeld", so Schulleiter Manfred Kämpfer. Am Berufskolleg Allgemeingewerbe, Hauswirtschaft und Sozialpädagogik (AHS) sind rund 90 Lehrerinnen und Lehrer beschäftigt. 961 Schülerinnen und Schüler besuchen das Berufskolleg AHS in Vollzeit, 803 in Teilzeit. "Gymnasiallehrerinnen und -lehrer wissen häufig gar nicht, dass das Unterrichten an Berufskollegs eine gleichwertige Option ist", erläutert Schulleiter Armin Stöhr. Beide Schulleiter blicken nicht ganz unbeschwert in die Zukunft. Eine Pensionierungswelle steht ihnen bevor. Viele ältere Kolleginnen und Kollegen wechseln in den Ruhestand. Kämpfer: "Seit Jahren schon haben wir Probleme, Stellen in den Bereichen Maschinentechnik, Elektrotechnik, Versorgungstechnik und Kraftfahrzeugtechnik zu besetzten. Es kommen nicht genug junge Lehrerinnen und Lehrer nach." Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger schließen manchmal Lücken. Und dennoch wird es allmählich brenzlig mit der Lehrerversorgung. Denn: Nur wenige Lehramtsstudierende entscheiden sich für diese Fachrichtungen. "Wir haben eher ein Nischenproblem", bilanziert Armin Stöhr. "Ein Kollege im Bereich der Frisörausbildung ist in den Ruhestand gegangen. Es gibt keinen Nachfolger. Solche Leute gibt es kaum noch auf dem Markt. Hinzu kommt, dass wir bei rechnerisch voller Stellenauslastung keine Neueinstellungen vornehmen können." Auch Lehrkräfte mit der beruflichen Fachrichtung Sozialpädagogik seien schwer zu bekommen. Kolleginnen und Kollegen müssten sich teils selbst "holprig" weiterqualifizieren, um den Unterrichtsbedarf zu decken.

Der Personal-Schuh beginnt die Berufskollegs zu drücken. Das hat auch das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW erkannt und die Aktionstage „TeachFuture – Zukunftsberuf Lehrer/in NRW an Berufskollegs“ angestoßen. Dr. Harry Liedtke vom Ministerium für Schule und Weiterbildung zu den Hintergründen: "Lehrkräfte an Berufskollegs bilden mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag einen wichtigen Erfolgsfaktor für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Leider zeigt sich der deutschlandweite Fachkräftemangel auch an unseren Berufskollegs. Vor allem Lehrkräfte mit gewerblich-technischen Fachrichtungen und aus den Bereichen Erziehung und Soziales sowie Gesundheit werden dringend benötigt. Mit den Aktionstagen wollen wir praxisbezogen über den Beruf der Lehrerin oder des Lehrers am Berufskolleg informieren, die Chancen und Herausforderungen, die der Lehrerberuf mit sich bringt und Wege in den Lehrerberuf darstellen und 25 interessierte Schülerinnen und Schüler individuell beraten. Wir müssen die Jugendlichen dort abholen, wo sie in der beruflichen Orientierung sind. Die Reize der Berufskollegs sind vielen nicht vertraut, genau da setzen wir an."

Die Aktionstage finden erstmals vom 22. bis 24. Mai 2013 im Haus Patmos statt. Sie schließen Besuche mit vielfältigen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten an der Universität Siegen, dem Berufskolleg Technik und dem AHS-Berufskolleg sowie im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen ein. Kernidee ist die Begegnung von Schülerinnen und Schüler mit Referendaren, jungen Lehrern und Universitäts-Dozenten auf Augenhöhe, um die vielfältigen Facetten des Lehrerberufs am Berufskolleg zu zeigen. Reizvoll sind auch die sehr guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das betont Dr. Claudia Gronzka (Bezirksregierung Arnsberg): "Es lohnt sich, ein Studium für das Berufskolleg zu absolvieren. Die Einstellungsperspektiven für Mangelfächer sind über einen langfristigen Zeitraum ausgezeichnet."

Beteiligt an diesen Aktionstagen sind neben dem Ministerium (Dr. Harry Liedtke, Simone Holl) die Bezirksregierung Arnsberg (Dr. Claudia Grzonka), die TU Dortmund, die Universität Siegen (Dr. Nadja Ratzka als Geschäftsführerin des ZLB), die Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen und Hagen (Delia Ahland) sowie die Berufskollegs Technik (Manfred Kämpfer) und AHS Siegen. Zu Gast bei der Auftaktveranstaltung wird am 22. Mai 2013 Ministerin Sylvia Löhrmann sein.

Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart: "Ich begrüße diese Initiative sehr und hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, den Studieninteressierten diese Studiengänge als eine attraktive und zukunftsorientierte Wahl näher zu bringen. Das Lehramt an Berufskollegs ist vielfältig und in der Sache eine interessante Herausforderung: Fachliches Wissen, praxisnah mit einer interessanten Schulform zu kombinieren, stellt gegenüber den anderen Schulformen besondere pädagogische Ansprüche. Ich hoffe, wir können mit dieser Initiative die Möglichkeiten und Chancen, die ein Studium des Lehramts Berufskolleg bietet, den Studieninteressierten näher bringen."