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Jungs können auf Facebook keine Gefühle zeigen

Zweite GenderIT-Konferenz an der Uni Siegen zum Thema „Genderspezifische Aspekte der Aneignung von IT".

Rosa Cupcakes, Einhörner oder dann doch das Star-Trek-Poster? Wie sehen eigentlich IT-Räumlichkeiten aus, in denen sich Frauen wohlfühlen können? Und welche Symbole schaffen IT-Frauen sich, um sich über diese darzustellen? "Es geht nicht um die Abgrenzung von Männern, sondern um das Neu-Denken vom Konzept ,Technik' als etwas, das sowohl weiblich als auch männlich konnotiert sein kann. Räume sollten so geschaffen sein, dass sich Frauen UND Männer darin wohlfühlen", sagt Laura Linda Laugwitz von der Freien Universität Berlin. Laugwitz hat bei der 2. Siegener Gender-Konferenz - der GenderIT 2014 - zum Thema "A Rail of One’s Own – Creating Spaces for Women in IT" referiert.

Wie es mit Identitäten in der IT-Welt bestellt ist und welche genderspezifischen Zuschreibungen erkennbar sind, das haben internationale Forscher bei der GenderIT 2014 in Siegen zusammengetragen. So haben Bente Knoll und Bernadette Fitz vom Wiener Büro für nachhaltige Kompetenz (B-NK) ihre Forschungsergebnisse zur Selbstdarstellung von Jugendlichen auf Facebook vorgetragen. Entscheidend für die Selbstdarstellung sei bei jungen Männern und Frauen gleichermaßen das Profilbild. Aber die selbstauferlegten Regeln für diese Profilbilder seien für Frauen und Männer unterschiedlich. Während junge Frauen durch ihre Profilbilder auch traurige Stimmungen kommunizierten, sei dies für junge Männer absolut tabu. „Jungs wagen dies gar nicht erst, weil sie zu sehr fürchten, depressiv zu wirken“, sagt Bente Knoll. Das B-NK hat insgesamt 25 jungen Männern und 21 jungen Frauen zwischen 14 und 20 Jahren an Wiener Schulen durchgeführt, um deren Facebook-Verhalten zu erforschen. Dabei haben Sie auch Gender-Aspekte untersucht. In einer Workshop-Aufgabe sollten die männlichen Jugendlichen fiktive Facebook-Profilbilder für „starke“ Jungen erstellen und die weiblichen Jugendlichen für „starke“ Mädchen. Während die Profile der starken Mädchen Stärke über Kleidung oder Symbole – bis hin zu Pappschildern auf denen schlicht „stark“ geschrieben stand – darstellten, waren auf den Starken-Männer-Profilen druchtrainierte nackte Männer-Oberkörper oder Autos zu sehen. Ähnlich wie in der nicht-digitalen Welt unterwerfen sich Jugendliche genderbestimmten Klischees und Rollenvorgaben. Ein starker Mann wird auch auf Facebook von den männlichen Jugendlichen mit Muskeln und rein körperlicher Stärke in Verbindung gebracht, und: auch auf Facebook haben junge Männer Angst ihre Gefühle zu zeigen.

Weitere Informationen zur GenderIT-Konferenz an der Uni Siegen unter http://genderit.wineme.fb5.uni-siegen.de