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Spielen und trainieren, um Stürze zu verhindern

Forscher der Uni Siegen haben im Projekt „iStoppFalls“ eine neuartige Technologie entwickelt, die Senioren bei der Sturzprävention und Risikokontrolle unterstützt.

Hannelore Mankel ist 74 Jahre alt und spielt Videospiele, „Skifahren“ mag sie besonders gern. Frau Mankel sagt über sich selbst: „Ich kann nicht verhindern, dass ich älter werde, aber ich kann einrichten, dass es mir Spaß macht.“ Deshalb hat Frau Mankel bei „iStoppFalls“ mitgemacht. Das internationale Forschungsprojekt startete im Oktober 2011 und soll ältere Menschen dabei unterstützen sich durch eigenverantwortliche Prävention vor den Gefahren von Stürzen im Alltag zu schützen. Forscherinnen und Forscher unter der Leitung der Universität Siegen haben nun zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln und anderen Partnern aus Deutschland, Europa und Australien ein interaktives Sturzpräventionsprogramm entwickelt.

Senioren können das Programm zu Hause selbstständig nutzen, um eigenständig und kontinuierlich ihr Sturzrisiko zu kontrollieren und entsprechend präventiv aktiv zu sein. Hierbei hilft die im Projekt entwickelte Technik: Eine kameragesteuerte Spielkonsole im Wohnzimmer und ein Bewegungsmessgerät für den Außenbereich, das alle körperlichen Aktivitäten aufzeichnet und an die Benutzer zurückspiegelt. „Es geht hier um die große gesellschaftliche Herausforderung, die Lebensqualität von älteren Menschen zu erhöhen, ihre Aktivität und Mobilität zu erhalten und Stürzen aktiv vorzubeugen“, sagt Dr. Rainer Wieching, Koordinator des Gesamtprojekts.

15 Senioren aus Siegen und Umgebung haben dieses Programm im letzten Jahr mitentwickelt und in ihrem täglichen Leben getestet, um ständig die Alltagstauglichkeit zu verbessern. Begleitet wurden sie von einem Team der Universität Siegen. MitarbeiterInnen und Studierende des Lehrstuhls „Wirtschaftsinformatik und Neue Medien“ (Prof. Volker Wulf) leisteten technische Hilfestellung und arbeiteten kontinuierlich mit den Senioren zusammen, um Hemmschwellen zu erkennen und das System zu verfeinern. Die Grundlage des Programms sind Bewegung und regelmäßige Trainings-Einheiten. Die neuartige Technologie unterstützt und motiviert, Spiele werden also mit aktiver Bewegung kombiniert. „Bewegungsspiele wie beispielsweise Skifahren machen Spaß, jeder Spieler kann seine Leistung beurteilen, über einen Computer kontrollieren und durch neue Aufgaben fortlaufend verbessern. Effizientes Krafttraining, spielerische Gleichgewichtsübungen und ein Sturzrisikotest sind im Programm integriert. Ältere Menschen erhalten dadurch ihre Eigenständigkeit und Mobilität. „Siegen ist durch dieses Projekt eine Art europäisches Sturzpräventions-Forschungszentrum geworden“, erklärt Dr. Wieching.

Die Ergebnisse des Gesamtprojekts werden am 24./25. Oktober 2014 an der DSHS Köln vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage.

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