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Prorektor in EU-Expertengruppe berufen

Prof. Dr. Peter Haring Bolívar vertritt europäische Hochschulen in der „European Structural and Investment Funds Structured Dialogue Group". Die Expertengruppe soll die rund 469 Milliarden Euro schweren Förderungen aus den fünf Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Kommission beobachten, kommentieren und weiterentwickeln.

Die Europäische Kommission hat eine neue Expertengruppe „European Structural and Investment Funds Structured Dialogue Group“ ins Leben gerufen, um die in etwa 469 Milliarden Euro schweren Förderungen aus den fünf Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Kommission zu beobachten, zu kommentieren und weiter zu entwickeln. Als entsendeter Vertreter aller europäischen Hochschulen bringt Prof. Dr. Peter Haring Bolívar, Prorektor der Universität Siegen für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, sein Fachwissen in dieses neue Diskussions- und Kommunikationsgremium ein.

Ziel ist, eine effizientere Umsetzung von Maßnahmen aus diesen regionalen Entwicklungsprogrammen zu unterstützen. Die Europäische Kommission intensiviert somit den Dialog mit bedeutenden europäischen Akteuren wie der European University Association (EUA). Prof. Haring Bolívar war bisher schon als Vertreter der deutschen Hochschulen in der Strukturfond-Strategiegruppe der EUA aktiv. Dort werden insbesondere Best-Practice-Richtlinien zur effektiveren programmatischen Definition und Verwendung solcher Fonds entworfen. „Mit der Einrichtung und Besetzung der Expertengruppe sind wir nun einen entscheidenden Schritt weiter. Unser Einfluss steigt, damit Programme, Maßnahmen, Mittel und Durchführung der europäischen Wachstumsstrategien auch unter Berücksichtigung der wichtigen Meinung von Universitäten als einer der Schlüsselpartner bei regionalen Innovationsprozessen stattfinden können. Ich freue mich zu beobachten, dass Europa auf dem Weg zu einer intelligenten, nachhaltigen und integrativen Gesellschaft gut daran tut, alle relevanten Meinungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Regionen zu hören“, erklärt Prof. Haring Bolívar.

Der Rektor der Universität Siegen beglückwünscht den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs zu seiner Berufung: „Dies ist eine persönliche Auszeichnung für Prof. Haring Bolívar und eine große Anerkennung seiner bereits geleisteten Arbeit auf EU-Ebene. Es ist zudem eine Anerkennung für die Universität Siegen, die auf internationaler Ebene wieder ein Stück sichtbarer wird.“ Die neue Expertengruppe wird die Fördermaßnahmen aus allen fünf Struktur- und Investitionsfonds der EU bewerten und weiterentwickeln, damit regionale Programme transparenter, einheitlicher und wirkungsvoller umgesetzt werden. Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Programmen der unterschiedlichen Fonds verbessert werden. Förderbereiche sollen nicht mehr isoliert voneinander betrachtet werden, sondern aufeinander abgestimmt sein.

Die fünf Fonds, die im Fokus dieser Expertengruppe stehen, sind der Europäische Fond für regionale Entwicklung (EFRE), der Europäische Sozialfond (ESF), der Kohäsionsfond, der Europäische Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und der Europäische Meeres- und Fischereifond (EMFF). Alle Fonds haben das Ziel, mit europäischer Förderung und lokaler Kofinanzierung, in den Regionen, Gemeinden und Städten vor Ort nachhaltig Wirkung zu erzeugen und Wettbewerbsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt zu erhöhen. Die Fonds kurbeln die mittelständische Wirtschaft an, bringen Klimaschutz und Energiewende voran oder verbessern die Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven von Bürgerinnen und Bürger – wie bei dem Jugendlichen, der dank eines Projekts des Europäischen Sozialfonds nach vielen Jahren in der rechten Szene doch noch den Ausstieg schafft und eine Ausbildung zum Mechatroniker macht. „Europa klingt wie eine ferne Institution, ohne Einfluss auf unser Leben im Alltag“, kommentiert Peter Haring Bolívar, „solche europäischen Fonds haben aber bereits überall vor unserer Haustür wichtige neue Impulse auf vielfältigen Ebenen mitfinanziert und ermöglicht“.

Die Vielfalt der Projekte aus früheren Förderphasen ist beeindruckend: Das betrifft innovative Tourismusprojekte, wie „Guide4Blind“ im Kreis Soest, um anhand IT basierter Apps Blinde und Sehbehinderte barrierefreies eigenständiges Reisen zu ermöglichen oder das Projekt „Wanderhöhepunkte am Rothaarsteig“. Technologische Innovationen wie das „AVIGLE“-Projekt, um anhand von intelligenten Mikrodrohnen aus Siegen weltweit Katastrophenschutz nachhaltig verbessern zu können. Es werden dabei nicht nur Projekte, sondern auch komplette innovative Forschungsinfrastrukturen wie das von der Universität Siegen initiierte „Automotive Center Südwestfalen“ oder die „MST.factory“ in Dortmund mitfinanziert, um neue Technologien für wichtige Industriezweige bereitzustellen. Viele Projekte haben auch Beschäftigung und Gründung als Ziel, wie der flächendeckende Aufbau der Zentren „Frau und Beruf“, oder das sehr umfangreiche Programm „Meistergründungsprämie NRW“, das neue Betriebe, Arbeit und Wachstum anhand von über 16.000 Gründungen durch Meister seit 1995 unterstützt hat. „Es ist schon enorm viel Gutes geleistet worden. Die neue Expertengruppe wird daher in vielen Fällen nicht nur tradierte Wege ausbauen, optimieren und effizienter machen, sondern auch einen kommunikativen Beitrag für den gegenseitigen Austausch und die breitere Diffusion solcher Ideen und Maßnahmen bereitstellen. Ein Schwerpunkt in der aktuellen europäischen Situation ist natürlich die Beschäftigung für Jugendliche“, resümiert Prof. Haring Bolívar.

Nicole Reschke