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Katalog der UB Siegen

Mal Reim, mal eher Prosa, dann ein Lied

Der Lyriker Dirk von Petersdorff war zu Gast bei Poetry@Rubens im Museum für Gegenwartskunst. Er las unter anderem aus seinem Gedichtband „Sirenenpop“.

Mal wird der Spaziergang über das renaturierte Militätareal, auf dem einst die Schlacht bei Jena und Auerstedt tobte, beschrieben, mal werden Erinnerungen an die Jugendzeit und den Zauberwürfel geweckt, ein anderes Mal entführt Lyriker Dirk von Petersdorff die Zuhörer in die Raucherecke seiner damaligen Kieler Schule. Dirk von Petersdorff war zu Gast bei Poetry@Rubens im Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Überwiegend las er aus seinem soeben erschienenen Gedichtband „Sirenenpop“, aber auch aus vorangegangenen Veröffentlichungen wie „Nimm den langen Weg nach Hause“. Mal gab es Gedichte in Reimform zu hören, mal eher Prosaisches, dann wieder Lieder.

Das Repertoire des Literaturwissenschaftlers ist vielseitig. Die mit Worten gezeichneten Bilder leben in den Köpfen der Zuhörer weiter, nehmen eigene Formen und Ausprägungen an, bewegen und wecken Assoziationen. Prosanahe, ungereimte zwölf Gedichte umfasst der Zyklus „Ein Jahr im Hof“. Petersdorff trug die Gedichte „Januar“, „April“ und „Oktober“ vor. Fast erzählerisch vermittelte er dem Publikum Eindrücke und Geschehnisse im Hof zur jeweiligen Jahreszeit. Widersprüche bestimmen den Inhalt. Kater Vivaldi sonnt sich in der wärmenden Frühlingssonne. Die Idylle trübt das tote Rotkehlchen, das Vivaldi zuvor zur Strecke gebracht hatte. Mittels eines liedartigen Gedichts wurden die Gäste der Lesung auf einen Spaziergang durch Schloss und Park Sanssouci eingeladen. Der Tenor ist nahezu fröhlich. Es entsteht der Eindruck, dass deutsche Geschichte sich auch anders hätte entwickeln können. „Alles am Morgen“ ist ein Liebesgedicht. Es handelt in der Phase zwischen Schlaf und Erwachen, lässt noch Träume und Illusionen zu und reicht dennoch der Realität allmählich die Hand.

Die Diskussion zur Lesung moderierte Prof. Dr. Nils Werber von der Universität Siegen. Auf die Frage, warum jemand Gedichte schreibt, antwortete Petersdorff: „Vieles geschieht in Prozessen, die ich nicht verstehen kann. Das sagen die Gedichte vielleicht aus. Durch Formgebung bringe ich Ordnung in diese Unsicherheit. Die rhythmisierte, geordnete Sprache ist auch körperlich beruhigend“. Dirk von Petersdorff weilte in Siegen auf Einladung von Prof. Dr. Dieter Schönecker.