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Siegener Bildungsforschung stellt sich neu auf

Neuer Vorsitz und Geschäftsführung stellen Strategieausrichtung bei Auftaktveranstaltung vor.

Die Geschäftsstelle Bildungsforschung des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) hat eine neue Leitung. Im Rahmen eines Gastvortrages hat die neue Führung unter dem Vorsitzenden Prof. Dr. Martin Rothland sich und die neue strategische Ausrichtung der Siegener Bildungsforschung vorgestellt. Neue Forschungsschwerpunkte werden das für Lehramtsstudierende neue „Praxissemester“, „Moralische Entwicklung und wirtschaftliches Verstehen“ sowie „Informelles Lernen“ sein. Innerhalb der Universität Siegen will das neue Team die Sichtbarkeit der Bildungsforschung erhöhen, den gemeinsamen Austausch fördern, Forschungsinitiativen etablieren sowie die beiden ZLB-Bereiche Bildungsforschung und Lehrerbildung stärker verbinden. Rothland betonte auf der Auftaktveranstaltung der Geschäftsstelle Bildungsforschung: „Auftakt im Titel bedeutet nicht neu, da die Geschäftsstelle Bildungsforschung bereits seit längerem im ZLB existiert. Auftakt bedeutet den Startpunkt einer neuen Periode mit neuen Zielen und Leistungen.“ Neben Rothland gehören zum neuen Team der Bildungsforschung Prof. Dr. Nils Goldschmidt als stellvertretender Vorsitzender und Dr. Ina Biederbeck als Geschäftsführerin.
Wie genau sich Gegenstand und Aufgaben der Bildungsforschung auch über Siegen hinaus definieren lassen, dies überließ Rothland dem Gastredner Prof. Dr. Ewald Terhart von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In seinem Vortrag „Was ist Bildungsforschung? Was sind Bildungswissenschaften?“ verortete Terhart die Genese des Begriffs Bildungsforschung in den 1960er Jahren. Mit der Gründung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung im Jahre 1963 erfolgte die institutionelle Abgrenzung gegenüber der bis dato dominierenden hermeneutischen Pädagogik. Wie und was Bildung zu sein habe, sei zuvor nicht aus Forschungsergebnissen abgeleitet, sondern durch philosophische, theologische oder andere Normen bestimmt worden. Nachdem die Bildungsforschung seit den 1980er Jahren nicht zuletzt aufgrund des damaligen Lehrerüberschusses immer weniger Förderungen erhalten habe, brachte der PISA-Schock die Bildungsforschung zurück in den wissenschaftspolitischen und gesellschaftlichen Fokus.

Die aktuelle Bildungsforschung sei immer noch durch PISA und deren Folgen geprägt. Das durch PISA attestierte schlechte Bildungsniveau der Schüler und Schülerinnen, habe zu einem massiven Anstieg der Förderungen in der Bildungsforschung seit der Jahrtausendwende geführt. „Die Bildungsforschung sieht sich aktuell im Zeichen der Optimierung des Bildungsniveaus gegenüber globaler Konkurrenz und ist dabei multitheoretisch, multimethodisch und multidisziplinär“, sagte Terhart. Da die führenden Bildungsforschungsgruppen vorrangig an außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu finden seien, reiche ein Zentrum für Lehrerbildung an einer Universität ohne Bildungsforschung nicht aus. „Die Universität Siegen hat den Vorteil, dass die Bildungsforschung beim Zentrum für Lehrerbildung dabei ist“, sagte Terhart.
Die immense Bedeutung der Bildungsforschung und des gesamten ZLBs für die Universität Siegen  betonte auch Prof. Dr. Franz-Josef Klein, Prorektor für Lehre, Lehrerbildung und lebenslanges Lernen: „30 Prozent unserer Studierenden sind Lehramtsstudierende und fast die Hälfte unserer Studiengänge sind Lehramtsstudiengänge.“
Die konkreten Forschungsinitiativen der neu aufgestellten Bildungsforschung sollen durch verschiedene Foren angestoßen werden. Startschuss ist hierbei das erste Treffen des Forums Bildungsforschung am 21. Januar 2015.

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Prof. Dr. Martin Rothland (v.l.) mit Prof. Dr. Ewald Terhart, Dr. Ina Biederbeck und Prof. Dr. Nils Goldschmidt.