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Eis aus der Tiefe des Meeres brennt

Die Frühjahrsstaffel der Kinderuni Siegen startet am 3. März. Anmeldungen sind ab sofort über die Kinderuni-Homepage möglich.

Nun ist es endlich wieder so weit: Die Anmeldung zur Frühjahrsstaffel der Kinderuni Siegen ist freigeschaltet. Anmeldungen sind via Kinderuni-Homepage kinderuni.uni-siegen.de/ möglich. Vier spannende Themen warten ab dem 3. und bis zum 24. März auf die jungen Studierenden. Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sind eingeladen, die Kinderuni Siegen zu besuchen. Sie findet wie gewohnt im Audimax der Universität Siegen am Campus Adolf-Reichwein-Straße statt. Jeweils dienstags ab 17 Uhr ist der größte Hörsaal der Uni Siegen für die Kinderuni geblockt. Rund 500 Plätze stehen zur Verfügung. Also: Jetzt heißt es, Plätze sichern!

Um „brennendes Eis“ geht es am 3. März. Der Festkörperphysiker Prof. Dr. Christian Gutt macht die jungen Zuhörer mit einem faszinierenden Phänomen bekannt. Am Meeresgrund und vereinzelt auch in Dauerfrostböden liegt eine schier unerschöpfliche Energiequelle verborgen: Methanhydrat – eine Einschlussverbindung aus Wasser und Methan, in der das Methangas in Eiskäfigen eingeschlossen wird. Ab 400 Meter Wassertiefe bilden sich überall am Meeresboden solche Eiskäfige, in deren Inneren Methangas, das beispielsweise aus Plankton entsteht, zu finden ist. Es ist schwierig, dieses mit Gasmolekülen durchsetzte Eis aus der Tiefe des Meeres zu bergen. Gelingt es, kann das Eis wegen des Methangases brennen. Die Rohstoffressource ist immens. Allerdings ist die Gewinnung des Brennstoffes sehr aufwändig und aktuell Gegenstand der Forschung. Wissenschaftler interessiert das „brennende Eis“ jedoch nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Brennstoffgewinnung, sondern auch unter einem Gesichtspunkt des Klimawandels. Die Frage stellt sich nämlich, ob durch die globale Erderwärmung die Eiskäfige schmelzen können und das Methanhydrat entweicht.

Am 10. März hinterfragt die Marketingexpertin Professorin Dr. Hanna Schramm-Klein unser Kaufverhalten. „Warum kaufen wir, was wir kaufen?“ lautet das Thema. Warum trinken wir lieber Coca-Cola anstatt irgendeine andere Cola? Warum soll es Nutella sein, warum Nike oder Adidas anstatt irgendetwas anderes? Wir kaufen viele Produkte, weil diese von einer bestimmten Marke sind. Oft haben wir diese Marken in der Werbung gesehen. Aber was sind Marken überhaupt? Und warum finden wir diese (oft) gut. Und warum machen Unternehmen Werbung, und was macht die Werbung mit uns? Diese Fragen werden in der Kinderuni beantwortet.

Um ein weiteres wichtiges Thema unserer Zeit geht es am 17. März. Der Sozialpädagoge Prof. Dr. Albrecht Rohrmann beschäftigt sich mit dem Thema „In einem sind wir alle gleich, wir sind alle verschieden. Was ist eigentlich Inklusion?“ Prof. Rohrmann klammert bei seinen Betrachtungen den schulischen Raum nicht aus, setzt den Schwerpunkt seiner Betrachtungen aber eher im Bereich Freizeitgestaltung. Ausgangspunkt ist der Fakt, dass alle Menschen verschieden sind, aber die gleichen Rechte haben. Trotzdem machen viele Menschen die Erfahrung, dass sie benachteiligt werden. Kinder und Jugendliche, deren Eltern arm sind, haben weniger Chancen in der Schule und auch weniger Möglichkeiten in der Freizeit. Das gilt auch für viele Kinder, die selbst oder deren Eltern in einem anderen Land geboren wurden. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen wachsen häufig ganz anders auf als andere Kinder. Sie besuchen spezielle Schulen und können bei vielen Aktivitäten in der Freizeit nicht mitmachen. Wie man solche Benachteiligungen überwinden kann, darum geht es beim Thema Inklusion.

„So tun als ob – mit dem Supercomputer in die Zukunft schauen“ lautet am 24. März das Thema von Professorin Dr. Sabine Roller. Sabine Roller ist studierte Technomathematikerin. An der Uni Siegen hat sie den Lehrstuhl für Simulationstechnik und wissenschaftliches Rechnen inne und leitet zudem das Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIMT). Sie beschäftigt sich also mit Computern und IT-Netzwerken an der Uni. Ihre Vorlesung in der Kinderuni dreht sich um Simulationen am Computer. Simulationen ersetzen Experimente nicht, sondern ergänzen sie. So können Crashtests an Autos erst einmal am Computer simuliert werden, um kostenträchtige Versuche mit echten Autos auf ein Minimum zu reduzieren. Wettervorhersagen sind Simulationen. Auch im Medizinbereich können Operationen mithilfe des Computers vorbereitet werden. Wo genau müssen bei Aneurysmen Stents eingesetzt werden, um das Blut in Ausbuchtungen der Blutgefäße verklumpen zu lassen? Computersimulationen der Blutströme bringen wichtige Erkenntnisse. Immer komplexere Fragestellungen werden simuliert. Notwendig dafür sind zunehmend größere Computerleistungen. Ein Supercomputer besteht aus tausenden Computern. Sie müssen interagieren und miteinander kommunizieren. Wie genau das funktioniert, erläutert die Expertin.

Vor der ersten Kinderuni-Vorlesung am 3. März erhalten die Mädchen und Jungen im Foyer des Audimax Studierendenausweise, Blöckchen und Stifte. Dieses Zubehör sollte zu jeder Vorlesung mitgebracht werden. Pro Kinderuni-Besuch gibt es einen Stempel in den Ausweis. Wer mindestens drei Stempel im Ausweis vorweisen kann, erhält nach der vierten Vorlesung das begehrte Kinderuni-Diplom. Auch auf die Begleitpersonen wartet – wie gewohnt - ein attraktives Programm. Am 3. März werden alle Gäste in der Cafeteria des Studentenwerks begrüßt. Eine Woche darauf besteht die Möglichkeit, das Studierendenradio Radius 92.1 kennenzulernen und möglicherweise mit auf Sendung zu gehen. Am 17. März steht ein Besuch der Glasbläserei der Universität Siegen auf dem Programm. Am 24. März wird die Kinderuni-Vorlesung live in den blauen Hörsaal übertragen.