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Schneller zum Ziel bei geringerem Materialausschuss

Zum dritten Mal hat Prof. Engel mit seinem Lehrstuhl für Umformtechnik Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Siegener Biegeforum zusammengeführt. Austausch zu aktuellen Forschungsthemen der Biegetechnik und Herausforderungen in der Praxis.

Was nicht passt, wird passend gemacht – aber leider nicht auf Anhieb. Ein Rohr so zu biegen, dass es für die Weiterverarbeitung zu beispielsweise Design- (Stühle, Tische) oder Strukturelementen (Abgasanlagen, Fahrzeugträger) die geforderte Form hat, gelingt nicht direkt. Bis das Rohr wirklich passt, muss die gebogene Form geprüft und die Biegemaschine meist mehrfach nachjustiert werden. Das kostet Zeit und produziert einen hohen Materialausschuss.
Die Steigerung der Effizienz von sogenannten Freiformbiegeprozessen war eines der Forschungsthemen, die beim „Come-Together“ des Siegener Biegeforums von den Fachbesuchern diskutiert wurden. Zum dritten Mal hat der Lehrstuhl für Umformtechnik der Universität Siegen Wissenschaft und Praxis der Biegetechnik zusammengeführt. Wissenschaftler und Vertreter der Industrie haben sich zu aktuellen Forschungsthemen in der Biegetechnik sowie den damit verbundenen Herausforderungen ausgetauscht.
Wie die Forschung eine effizientere Produktion in der Praxis ermöglicht, hat Sebastian Groth demonstriert: „Wir vermessen das gebogene Rohr mit Kamerasystemen und berechnen nötige Anpassungen mit Hilfe von eigens entwickelten Programmen“, erklärte der Diplom-Ingenieur seinen Versuch. Anhand der Messdaten werde durch einen Soll-Ist-Vergleich sichtbar, wie groß die Abweichung zur geforderten Form ist und die Zustellung der Biegemaschine angepasst werden muss. Bislang erfolge in der Praxis die Ermittlung der notwendigen Zustellgrößen für die Biegemaschine überwiegend auf der Basis von Erfahrungswerten. Dadurch nähert man sich dem Ziel per „trial and error“. Gerade bei sehr komplex gebogenen Bauteilen seien hierzu viele Anpassungen der Biegemaschine nötig. Durch die vom Lehrstuhl für Umformtechnik vorgestellte Vorgehensweise ist ein erster Schritt getan, um den zeitlichen Aufwand beim Einrichten der Maschine sowie den zusätzlichen Materialverbrauch zu reduzieren.
Am Abend des Come-Together sowie der Konferenz am darauffolgenden Tag haben weitere Kollegen des Lehrstuhls für Umformtechnik von Prof. Engel sowie eine Vielzahl von Vertretern aus der Wirtschaft aktuelle Trends und Forschungsergebnisse vorgestellt und angeregt diskutiert.

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Foto: Dipl.-Ing. Sebastian Groth an seinem Versuch "Freiformbiegen von Rohrprofilen mit anschließender optischer Messung und Berechnung der Korrekturparameter".