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Die Stadt der Zukunft entsteht

Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ startet: Siegen ist – unterstützt von der Universität und weiteren Partnern – als eine von 52 Kommunen mit der Vision „CO:LIVE“ dabei.

Wie sieht die Stadt von morgen aus? Um diese Frage geht es im Wettbewerb „Zukunftsstadt“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD) im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 gestartet hat. Bürger, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung entwickeln gemeinsam Visionen für die Zukunft ihrer Kommunen und erproben diese vor Ort: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, um bezahlbares Wohnen, um Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. In Dresden hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka nun die Namen der 52 geförderten Kommunen bekanntgegeben – auch die Universitätsstadt Siegen ist mit dem Projekt „CO:LIVE“ dabei.

Bürgermeister Steffen Mues: „Wir freuen uns sehr über die Zuerkennung der Förderung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kooperation mit der Universität Siegen, der wir im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt und unserer Region große Bedeutung zumessen, nun solche Früchte trägt.“ An „CO:LIVE“ sind neben der Stadt und der Universität Siegen mehrere Partner beteiligt.

Im Siegener Projekt wird an innovativen und nachhaltigen Konzepten zum Thema Wohn- und Lebensraum gearbeitet. Der Fokus liegt auf der Umnutzung von bestehenden Ressourcen. Zu diesem Zwecke sollen ungenutzte Ressourcen wie beispielsweise alte Frachtcontainer zu Wohn- und Lebensmodulen umgebaut werden. Was bisher eine urbane Brachfläche war, kann so neu genutzt werden. Besonders komplizierte oder rechtlich anspruchsvolle Arbeitsschritte wie beispielsweise Versorgungsanschlüsse sollen durch Profis aus der Industrie ausgeführt werden. Eine Vielzahl anderer Aspekte wie beispielsweise der Innenausbau oder die ästhetische Gestaltung sollen durch bürgerliches „Do-It-Yourself“ umgesetzt werden können. Das Ziel sind bezahlbare, individualisierte und gestalterisch ansprechende Lösungen.

Besonders im Vordergrund beim Thema „Do-It-Yourself“ steht auch die sogenannte digitale Fabrikation: 3D-Druck, computergesteuertes Fräsen, Laserschneiden und ähnliche innovative Produktionsmethoden. Im Zuge der weltweiten „Maker“-Bewegung werden diese auch für interessierte Anfänger immer zugänglicher – so auch beim Projektpartner „Fab Lab Siegen“ (www.fablab-siegen.de). Das „Fab Lab“ ist eine neue und für Bürgerinnen und Bürger offene Kreativwerkstatt, die am neuen Campus Unteres Schloss der Universität Siegen in der Oberstadt angesiedelt ist. Hier sollen im Rahmen von „CO:LIVE“ neue Möglichkeiten zum innovativen Entwickeln und Produzieren genutzt werden. Denkbar sind beispielsweise Möbelstücke, deren Baupläne aus dem Internet heruntergeladen werden können und die sich anschließend ohne detaillierte Fachkenntnisse individualisieren und direkt vor Ort, beispielsweise auf einer automatischen Fräse, aus Holz fertigen lassen.

Neben der Universitätsstadt Siegen (Fachbereich Stadtentwicklung, Strukturförderung) und dem „Fab Lab“ sind an „CO:LIVE“ auch die Lehrstühle für Computerunterstützte Gruppenarbeit und soziale Medien (Prof. Dr. Volkmar Pipek) sowie Innovations- und Kompetenzmanagement (Prof. Dr. Gustav Bergmann), Startpunkt57 – die Initiative für Gründer e.V., Dipl. Ing. Maike Arnold (Innenarchitektur), die conception Kommunikationsagentur GmbH sowie die Siegener Gesellschaft zur Förderung der Altstadt (SGFA) beteiligt.

Besonders wichtig ist für das Projekt, dass die Beteiligung aller interessierten Bürgerinnen und Bürger in allen Phasen des Projektes ausdrücklich gewünscht ist.

Alle Informationen und Ansprechpartner finden sich zeitnah im Internet auf: http://www.zukunftsstadt-siegen.de

Hintergründe zum Wettbewerb „Zukunftsstadt“:
Bundesweit konnten sich bis zum 27. März 2015 Städte, Gemeinden und Landkreise mit einem Konzept für die Entwicklung einer nachhaltigen „Vision 2030+“ bewerben. 52 Kommunen wurden nun von einer unabhängigen Expertenjury aus 168 Bewerbungen ausgewählt. In der ersten Phase des Wettbewerbs werden die Kommunen im Bürgerbeteiligungsprozess eine Vision mit dem Zeithorizont 2030+ für ihre Kommune entwickeln und Handlungs- bzw. Umsetzungsvorschläge erarbeiten. 1,75 Millionen Euro stellt das BMBF dafür insgesamt bereit. In der zweiten Phase ab 2016 prüfen bis zu 20 ausgewählte Kommunen diese Vorstellungen wissenschaftlich und erarbeiten ein umsetzungsreifes Konzept. In der dritten Phase ab 2018 werden schließlich bis zu acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in sogenannten „Reallaboren“ in die Praxis umsetzen.