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Beschäftigungsgarant trotz Digitalisierung!?

Siegener Mittelstandstagung setzt sich intensiv mit dem technologischen Fortschritt und seinen Folgen auseinander.

Wie groß ist sie wirklich, „die Scheu vor der schlauen Fabrik“, wie die Welt am Sonntag kürzlich in ihrem NRW-Teil titelte? Die Digitalisierung war auch das Leitthema der Siegener Mittelstandstagung. Schlussredner Prof. Dr. Klemens Skibicki ist überzeugt, dass Unternehmen in allen Branchen die digitale Transformation nicht ignorieren können – „entweder sie managen sie oder sie gehen unter“, so der Kölner Wirtschaftshistoriker.

Die Bedeutung der nächsten industriellen Revolution ist schon bei vielen heimischen Unternehmen angekommen, allein hinter dem Umgang mit den Konsequenzen auf Produktionsabläufe und Personalentwicklung stehen noch große Fragezeichen. Und so setzten sich 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 34 Vorträgen und Workshops in der Sparkasse Siegen und in der Volksbank Siegerland mit strategischen, finanziellen und gesellschaftlichen Aspekten der Digitalisierung auseinander.

In ihrem Eröffnungsvortrag im Apollo-Theater skizzierte Prof. Dr. Friederike Welter den Mittelstand im Wandel. Die Hochschullehrerin der Universität Siegen und Präsidentin des Bonner Institutes für Mittelstandsforschung betonte, dass eben jene Unternehmen, die sich durch die Einheit von Eigentum und Leitung auszeichnen, das Rückgrat unserer Wirtschaft und Gesellschaft seien. Der Mittelstand sei konjunkturstabilisierend, ein Beschäftigungsgarant, innovationsfähig und international tätig. Prof. Welter zeigte auf, dass die Forschung im Bereich der Unternehmensentwicklung neu gedacht werden müsse – auch, weil sich die Vielzahl an Soloselbstständigen andere Netzwerke global und projektbezogen aufbauen würden. Zudem seien die Herausforderungen in Zeiten der Digitalisierung enorm.

Und so plädiert Prof. Dr. Volker Wulf, Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht, für eine regionale Innovationsstrategie, „die die Forschungsförderung im Themenfeld Industrie 4.0 nutzt, um Südwestfalen in eine Modellregion der sozialpartnerschaftlichen Kooperation zwischen Wirtschaft und Universität zu entwickeln.“ Denn die bisher diskutierten Visionen von Industrie 4.0 würden aus mittelständischer Perspektive das Problem aufweisen, zu technikgetrieben zu sein und zu sehr auf die Interessen großindustrieller Hersteller zu beruhen.