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Ein Apfel ist ein Apfel ist ein berühmtes Bild

Kinderuni startet in das Wintersemester 2015 mit berühmter Kunst und der Weisheit, dass nur Pflaumen Bilder von Äpfeln mit Äpfeln vergleichen.

Rund 400 Kinderhände klopfen auf die Hörsaaltische im Audimax der Universität Siegen. Die Kinderuni ist in das Wintersemester 2015 gestartet und die jungen Studierenden begrüßen Prof. Stefanie Marr zum Beginn der Vorlesung „In and Out – Warum manche Bilder berühmt sind und andere nicht.“ Frisch immatrikuliert mit dem Studiausweis um den Hals baumelnd und kaum auf den Bänken des Audimax sitzend müssen die Nachwuchsstudierenden direkt mitarbeiten. Warum die Mona Lisa so ein berühmtes Gemälde ist, will Dr. Magdalena Eckes wissen. „Weil die Mona Lisa schielt“, wirft ein junger Student ein. Ja, was über das Werk gesagt wird, trage zu seiner Bekanntheit bei, stimmt Eckes zu. Zusammen mit Prof. Stefanie Marr gelingt es ihr, den Kindern zu verdeutlichen, dass nicht nur das Werk an sich, für seine Bekanntheit verantwortlich ist, sondern mehrere Faktoren. So ist das Rätsel um Mona Lisas Lächeln einer, der Maler, dessen Berühmtheit und der freie Zugang zum Kunstwerk im Pariser Louvre sein weiter Faktoren. Aber auch einmalige Ereignisse wie der Diebstahl des Gemäldes im Jahre 1911 haben zu der heutigen Berühmtheit beigetragen. Berühmt oder nicht berühmt ist also nicht allein eine Frage, die durch gut, schlecht oder andere Qualitätskriterien bestimmt werden. Damit nicht genug. Direkt zu Semesterbeginn ging es an eine große Frage, an der sich bereits unzählige Promotionen abgearbeitet haben: „Was ist ein Bild?“ Stefanie Marr, Professorin für Bildende Kunst und ihre Didaktik, hat hierzu ein Bild von einem Apfel an die Wand projiziert und gefragt, was zu sehen ist. „Ein Aaaapfel“, lautet die Antwort im Audimax. Es ist das Bild „Das ist kein Apfel“ von René Magritte, auf dem der Apfel zwar aussieht wie echt, aber natürlich kein echter Apfel sein kann, da ihm wesentliche Eigenschaften, nicht zuletzt der Geschmack eines Apfels, fehlen. Ein gutes Bild sei demnach nicht ein Bild, das den Apfel so naturgetreu wie möglich darstelle, sondern vielmehr die gelungene Illusion: Ein Bild, das die Merkmale eine Apfels hervorhebt, damit der Apfel im Bild als solcher zu erkennen ist. Die Studierenden sollen sich merken: „Es sind immer nur die Pflaumen, die Bilder von Äpfeln mit Äpfeln vergleichen.“, verabschiedet sich Prof. Stefanie Marr. In der nächsten Vorlesung der Kinderuni gehen die Studierenden zusammen mit Prof. Ulf Lorenz der Frage nach, warum Spiele ganz wichtig für die Forschung sein können.

Weitere Impressionen der Kinderuni 2015 gibt es in unserer Bildergalerie.

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