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„Ausbildung von unschätzbarem Wert“

Die Universität Siegen, die Industrie- und Handelskammer Siegen und das Berufskolleg Technik des Kreises Siegen-Wittgenstein unterzeichnen den Kooperationsvertrag für ein duales Studium. TeilnehmerInnen können gleich zwei Abschlüsse erwerben.

Gerade mal Anfang zwanzig und zwei Abschlüsse in der Tasche: Den Bachelor of Science in Maschinenbau und die praktische Berufsausbildung zum Industriemechaniker, beziehungsweise zur Industriemechanikerin. Das neue duale Studium im Bereich Maschinenbau an der Universität Siegen macht diesen Doppel-Abschluss möglich. Entwickelt wurde das Angebot mit dem Titel „Dual Genial“ gemeinsam von der Universität Siegen, der IHK Siegen und dem Berufskolleg Technik des Kreises Siegen-Wittgenstein. Vertreter aller drei Institutionen haben jetzt gemeinsam einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet.

„Unternehmen beklagen oft, dass Berufseinsteiger mit Bachelor-Abschluss zu wenig Praxiserfahrung mitbringen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. „Genau an diesem Punkt setzt ,Dual Genial‘ an, die wissenschaftliche Ausbildung an der Uni ist mit der betrieblichen Praxis im Unternehmen verzahnt. Damit bekommen die jungen Menschen eine Ausbildung von unschätzbarem Wert.“

Ausbildungsbetriebe, Universität und Berufskolleg würden im Rahmen von „Dual Genial“ eng miteinander kooperieren, betont der Prorektor für Studium, Lehre und Lehrerbildung der Uni Siegen, Prof. Dr. Michael Bongardt: „Studium und Ausbildung sind genau aufeinander abgestimmt. Ein innovatives Modell, das NRW-weit eine Besonderheit darstellt.“ Das sieht auch Manfred Kämpfer vom Berufskolleg Technik so: „Den jungen Menschen bietet ,Dual Genial‘ eine tolle Chance.“ Entwickelt wurde das Konzept am Lehrstuhl für Technikdidaktik am Berufskolleg, das Team um Prof. Dr. Ralph Dreher leistet auch Hilfestellung bei offenen Fragen.

Wer das neue duale Studium absolviert, startet zunächst mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen und am Berufskolleg. Nach einem Jahr nehmen die TeilnehmerInnen parallel dazu das Bachelor-Studium an der Uni Siegen auf: Zwei Tage pro Woche lernen sie dann in ihrem jeweiligen Unternehmen, zwei Tage an der Universität und einen Tag am Berufskolleg. Zweieinhalb Jahre nach dem Start wird die Berufsausbildung mit einem vollwertigen Facharbeiterabschluss beendet. Die Studierenden nehmen dann ihr Maschinenbau-Studium in Vollzeit auf, um es nach weiteren zwei Jahren mit dem Bachelor abzuschließen. Der Kontakt zum Ausbildungsunternehmen bleibt in dieser Zeit bestehen: In den Semesterferien arbeiten die Studierenden weiterhin in ihrem jeweiligen Betrieb.

Für die TeilnehmerInnen eine arbeitsintensive Zeit, die sich aber lohnt – auch in finanzieller Hinsicht, wie IHK-Geschäftsführer Gräbener betont: „Während der Ausbildungszeit zahlen die Betriebe eine Ausbildungsvergütung und auch während des Vollzeitstudiums bekommen die Teilnehmer weiter Geld von ihren Unternehmen. Die kompletten viereinhalb Jahre sind damit finanziell gesichert.“ Im näheren Umkreis stünden pro Jahr etwa 120 Ausbildungsplätze für IndustriemechanikerInnen zur Verfügung.

Eine kleine Gruppe von zehn Azubis ist mit Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres bereits in das duale Studium gestartet. Aktuell absolvieren die TeilnehmerInnen ihre praktische Ausbildung in den Unternehmen, zum Wintersemester 2017/2018 werden sie dann ihr Studium an der Uni Siegen aufnehmen. In den kommenden Jahren möchten die Kooperationspartner das Programm stetig ausbauen. Es bringe allen Beteiligten einen Mehrwert, hieß es bei der Vertragsunterzeichnung: „Dafür möchten wir bei Unternehmen und den jungen Menschen werben!“

Ansprechpartner Universität Siegen:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Seeger
Tel: 0271/740-4682
E-Mail: thomas.seeger@uni-siegen.de

Ansprechpartner IHK Siegen:
Burhan Demir
Tel: 0271/3302-330
E-Mail: burhan.demir@siegen.ihk.de