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Die Biegetechnik von morgen

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie tauschten sich auf dem 4. Siegener Biegeforum aus.

Weniger ist oft mehr, gerade, wenn es um Gewicht geht. Leichtere Autos fahren weiter, der Co2-Ausstoss des Luftverkehrs sinkt, wenn in Flugzeugen Teile hinsichtlich ihres Gewichts optimiert werden. Doch welches Material und welches Fertigungsverfahren ist am besten geeignet, wenn es um den Einsatz von Rohren und Profilen geht? Um Fragen wie diese ging es auf dem vierten Biegeforum des Lehrstuhls für Umformtechnik der Universität Siegen.

Gemäß dem Motto „Treffpunkt für Wissenschaft und Praxis“ trafen sich Experten aus Industrie und Wissenschaft in der Bismarckhalle, um sich über Trends und Innovationen in der Biegetechnik auszutauschen. Auf der Themenliste standen aktuelle Forschungsthemen der Biegetechnik, die von den Tagungsteilnehmern mit hohem Interesse verfolgt und im Anschluss diskutiert wurden. So wie nach dem Vortrag von Jan Böcking. Der Wissenschaftler der Uni Siegen sprach über Biegeverfahren für den Leichtbau von morgen und setzte seinen Schwerpunkt auf den Einsatz von thermoplastischen Faserverbunden, aus denen unter anderem Leichtbaurohre gefertigt werden.

biegeforum-halleBöcking, der schon in Siegen studiert hatte und Leiter des Rennteams „Speeding Scientists Siegen“ war, zeigte die Einsatzmöglichkeiten sowie die Stärken und Schwächen von Rohren aus dieser Materialverbindung auf. Verbaut man die Rohre so, dass die Verstärkungsfasern auf Zug belastet werden, halten diese enormen Beanspruchungen stand. So etwa im Einsatz als Hydraulikrohr. Anfällig werden die Rohre, wenn die Faserverstärkung auf Druck belastet wird. Getestet hat Böcking dies an der Uni Siegen. Denn am Lehrstuhl können die Rohre auf Innendruck geprüft werden. Doch nicht nur das. „Wir haben ein Biegeverfahren entwickelt, das allen Ansprüchen dieser neuartigen Rohrhalbzeuge gerecht wird“, erklärte Böcking. Die mit diesem Biegeverfahren hergestellten Rohrbögen werden hinsichtlich der Belastbarkeit getestet und neuartige Methoden zur Bestimmung der Faserorientierung in den Rohren entwickelt.

Doch nicht nur das Biegen von faserverstärkten Kunststoffrohren stand im Mittelpunkt, die Fachleute diskutierten ebenso die prozessgesteuerte Umformung mit adaptiven Werkzeugsystemen, den strukturellen Leichtbau durch IHU-Rahmenstrukturen und Neuentwicklungen im Bereich der Maschinen- und Werkzeugtechnik sowie der Prüf- und Messtechnik. „Das Biegeforum hat sich als hervorragende Plattform zum Austausch von Erfahrungen, Meinungen und Wissen zwischen der Industrie und der Wissenschaft etabliert“, sagte Prof. Dr. Bernd Engel, der den Lehrstuhl für Umformtechnik innehat.