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Virtueller Stadt-Spaziergang

Universität und Stadt Siegen haben das neue 3D-Stadtmodell „Zeit.Raum.Siegen“ und das Stadt-Wiki im Siegerlandmuseum vorgestellt.

Die Uni Siegen und die Stadt Siegen haben in einer Kooperation das erste interaktive, digitale 3D-Miniaturmodell der Siegener Innenstadt produziert. Es steht ab sofort im Siegerlandmuseum. Die Projektpartner haben das Modell „Zeit.Raum.Siegen“ heute (19. April) vorgestellt. Für Museumsbesucher ist es ab Sonntag, 23. April zugänglich.

Die Besucher können das Modell aktiv nutzen, um sich über markante Gebäude in der Siegener Innenstadt, Ereignisse und Persönlichkeiten zu informieren. Wer zum Beispiel etwas über das Obere Schloss erfahren möchte, berührt mit dem Finger das dreidimensionale Schloss. Schon erscheinen auf zwei Flachbildschirmen an der Wand Text- und Bildinformationen. In späteren Ausbaustufen sollen die historischen Informationen auch als Audio-Datei mit dem Modell verbunden und abrufbar sein. Das interaktive Stadtmodell (Maße 140 x 80 cm) basiert auf einem Modell der Siegener Innenstadt, das der Lehrstuhl für Praktische Geodäsie und Geoinformation erstellt hat. Im 3D-Druckverfahren wurde es vom „Fab Lab“ der Uni Siegen hergestellt.

"Stadtgeschichte fassbar machen"

„Mit dem 3D-Modell soll das Siegerlandmuseum ein Ort werden, an dem wir die Stadtgeschichte zukunftsgerichtet und prominent darstellen“, meint Bürgermeister Steffen Mues bei der ersten Vorführung. „Siegerländer Geschichte soll fassbar und erfassbar werden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Peter Haring Bolivar, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Die Universität arbeitete interdisziplinär an dem Projekt. Drei von vier Fakultäten waren beteiligt, um ExpertInnen aus Stadtvermessung, Geoinformation, Technik, Digitalem Lernen und Geschichte zusammenzubringen. Die WissenschaftlerInnen möchten, dass die Bürger Geschichte gemeinsam erforschen und sich einbringen. Damit jeder das Modell benutzen kann, haben sie einfach bedienbare Technologien verwendet, die sich außerdem möglichst leicht und kostengünstig warten lassen.

Das Stadtmodell mit bislang 25 ausgearbeiteten Erinnerungsorten – darunter die beiden Schlösser, aber auch der Luftangriff auf Siegen vom 16. Dezember 1944 – ist die Einladung, einen virtuellen Spaziergang zu machen. Das System kann jedoch weitaus mehr und verfolgt nicht nur einen touristischen, sondern auch einen wissenschaftlichen Anspruch.

Die Uni Siegen in Person des Kanzlers stellte 180.000 Euro in Form von zwei wissenschaftlichen Stellen zur Verfügung. Hinzu kamen 70.000 Euro vom Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V..

Bürger sollen Stadt-Wiki weiter füllen

Gleichzeitig mit dem Modell wird das digitale „Stadt-Wiki“ in Betrieb genommen. Das Wiki ist online verfügbar unter www.zeitraum-siegen.de. Ziel ist es, dass die Internetplattform einmal zum umfangreichsten Wissenskompendium über die Geschichte der Stadt Siegen wird. Und das unter tatkräftiger Beteiligung der BürgerInnen. Zum Start befinden sich 45 Einträge im Stadt-Wiki, recherchiert und eingepflegt von den Historikern der Uni Siegen. Von wichtigen Persönlichkeiten wie Peter Paul Rubens reichen die Einträge bis hin zur Siegerländer Küche.

Im Rahmen des Projekt, haben die ForscherInnen bereits begonnen, Vereine und Gruppen mit dem Stadt-Wiki vertraut zu machen. Der Plan ist, dass das Wiki mithilfe der BürgerInnen stetig wächst. Die WissenschaftlerInnen möchten auch erfahren: Was bedeutet für die Bürger das Siegerland? Welche Erinnerungsorte sind ihnen wichtig? Und wie unterscheiden sich die Erinnerungen je nach Alter, Geschlecht oder Herkunft.

Wer sich mit dem Stadtmodell und dem Stadt-Wiki eingehender beschäftigen möchte, kann das am Sonntag, 7. Mai, um 14.30 und 15 Uhr machen. An diesem Nachmittag erklären Mitarbeiter der Uni Siegen die Projekte und beantworten Fragen. Dafür ist eine telefonische Anmeldung im Siegerlandmuseum nötig: (0271) 23 041 13

Beteiligte Personen u.a.:
Prof. Dr. Volkmar Pipek (Professur für computergestützte Gruppenarbeit und Soziale Medien)
Prof. Dr. Bärbel Kuhn (Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte)
Prof. Dr. Monika Jarosch (Lehrstuhl für Geodäsie und Geoinformation)
Matthias Opitz vom Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Fab Lab der Uni Siegen
Astrid Schneider (Leiterin der städtischen Kulturabteilung)
Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe (Museumsdirektorin)
Ludwig Burwitz (Stadtarchivar)
Ulf Stötzel (Vorsitzender des Fördervereins des Siegerlandmuseums)

Mehr Informationen: www.zeitraum-siegen.de