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Technik, die den Menschen unterstützt

Beim World Usability Day in Siegen stand der Verbraucher im Fokus. Wissenschaftler und Studierende der Universität Siegen sowie Praktiker zeigten, wie moderne Technologien unser Leben erleichtern können.

Wie kann Technik dem Menschen nützen, und zwar im täglichen Leben? Das ist eine der zentralen Fragen, der sich der World Usability Day (WUD) mittlerweile zum 13. Mal gewidmet hat. Auch die Universität Siegen beteiligt sich an diesem weltweiten Aktionstag, an dem der Nutzer im Fokus steht. „Die Frage ist: Was muss Software machen, damit der Benutzer produktiv arbeiten, spielen oder auch alt werden kann?“, fasste Prof. Dr. Volker Wulf, Dekan der Fakultät III Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht der Universität Siegen zusammen.

Der Professor für Wirtschaftsinformatik machte deutlich, dass die Universität Siegen die Digitalisierung in verschiedenen Themenbereichen begleitet und mitgestaltet: Im Bereich Industrie 4.0 widmen sich Wissenschaftler der Frage, wie die Digitalisierung dabei helfen kann, dass produzierende Unternehmen Herausforderungen in den Griff bekommen und zum Beispiel Maschinen umrüsten können. In einem anderen Forschungsbereich geht es um das Älterwerden und wie dank moderner Technik auch im Alter möglichst viel Lebensqualität erhalten bleiben kann. Weitere Themen des Lehrstuhls sind Energieeffizienz in Unternehmen sowie Privathaushalten und eine Verbesserung der täglichen Arbeit von Feuerwehr und Polizei.

WUD_web1Der Siegener World Usability Day fand zum ersten Mal in Räumlichkeiten der Kommunikationsagentur conception im Gewerbegebiet Martinshardt statt. Dort wurden einige Beispiele für moderne Technik ausgestellt: Die Besucher konnten Virtual-Reality-Brillen testen, den 3D-Druckern des FabLab der Uni Siegen bei der Arbeit zusehen und Roboter „Pepper“ (Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Neue Medien) begrüßen.

Wie intelligente Technologien den Alltag der Menschen verbessern können, zeigten zwei Studierenden-Gruppen des Master-Studiengangs „Human Computer Interaction“. Eine Gruppe hat das Konzept „Comemo“ entworfen, mit dem Autofahrer untereinander ihre Emotionen kommunizieren können. Knöpfe am Lenkrad ermöglichen dem Fahrer dabei, mitzuteilen, ob er gerade wütend, verwirrt oder gut gelaunt ist oder ob er sich für eine gefährliche Situation entschuldigen möchte. Das Konzept der Studierenden hat die Usability Challenge der diesjährigen Mensch und Computer Messe (MuC) in Regensburg gewonnen. Die CSCW-Challenge (CSCW = „Computer Supported Cooperative Work“) gewannen ebenfalls Siegener Studierende, für „The Ideation Cube“: ein Würfel, der kreative Prozesse und die Ideenfindung unterstützt. Mit ihm können Mitglieder eines Teams zum Beispiel eigene Ideen aufzeichnen, mit Audios und Videos versehen und anschließend mit anderen Team-Mitgliedern teilen.

Mitarbeiter der Agentur conception lieferten weitere Beispiele aus der Praxis. Simon Feller zeigte in seinem Vortrag, wie aus einem Arbeitsunfall bei einer Firma die Idee für eine App-basierte Sicherheitsschulung entstanden ist, die inzwischen standardisiert und so auch anderen Firmen nutzbar gemacht wurde. Anstatt ein Formular zu lesen oder ungelesen zu unterschreiben, wird die Sicherheitseinweisung zu einem Quiz, sodass sich die Mitarbeiter tatsächlich mit der Thematik auseinandersetzen müssen. Daneben gab es Vorträge dazu, wie Kunden mithilfe einer speziellen Firmen-App personalisierte Produkte bestellen können oder wie Produkte so entwickelt werden können, dass sie das Wohlbefinden der Kunden steigern. Den Ansatz hatten alle Konzepte gemeinsam: Die Konzentration auf den Verbraucher und seine Bedürfnisse.

Zusätzlich zu den Vorträgen fanden zum World Usability Day Workshops statt, in denen die TeilnehmerInnen über die Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien diskutierten: Ein Thema waren sogenannte Cultural Probes; Instrumente, mit denen erforscht werden kann, wie Menschen technische Produkte nutzen und wie diese Produkte in Zukunft angewendet werden könnten. In diesem Zusammenhang ging es zum Beispiel um Geocaching. Ein zweiter Workshop beschäftigte sich mit der Gestaltung eines smarten Spiegels, der also nicht nur das eigene Spiegelbild, sondern zusätzlich auch Informationen wie Uhrzeit, Datum, Wetterbericht oder aktuelle Nachrichten anzeigen kann.

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