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Klimawandel: Bauen in stürmischen Zeiten

Beim siebten Siegener Bautag diskutierten Experten und Studierende die Auswirkungen des Klimawandels aufs Bauen.

Dass das Thema Klimawandel auch an der Universität Siegen nicht spurlos vorbeigeht, belegte der jüngste Siegener Bautag. Die siebte Auflage dieser jährlich wiederkehrenden Veranstaltungsreihe stand unter dem Oberthema „Bauen in stürmischen Zeiten“. Und es war die erfolgreichste: Mehr als 150 Teilnehmer, darunter rund 60 Studierende, lauschten den sechs Expertenvorträgen aus den Bereichen Forschung, Lehre, Politik und Wirtschaft.

Dabei wurde deutlich, dass die Folgen des Klimawandels bereits spürbar sind. Wie aber wirkt sich ein verändertes Klima auf das Bauen im städtischen und ländlichen Bereich aus? Steigende Temperaturen mit meteorologischen Extremen wie Hitzewellen und Starkregen haben weitreichende Folgen zum Beispiel für Infrastruktur, Städtebau, konstruktiven Ingenieurbau und Wasserwirtschaft sowie Hochwasser- und Küstenschutz in Planung, Bau und Unterhaltung.

So erläuterte Prof. Dr.-Ing. Bert Bielefeld (Department Architektur) „Suffiziente Strategien in der gebauten Umwelt - Eine Antwort auf die Grenzen der Effizienz“. Ministerialrat Karl Jasper (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW), zeigte in seinem Vortrag „Retentionsraum Stadt - Bedeutung des Wassers in der integrierten Stadterneuerung“ am Beispiel des Emscherlandschaftsparks, wie Gewässer in die Stadtplanung eingebunden werden können und damit gleichzeitig ein präventiver Hochwasserschutz für drohende Starkregenereignisse geschaffen werden kann.

In seinem Vortrag „Klimawandel - Folgen für den Küstenschutz“ führte Prof. Dr.- Ing. Jürgen Jensen (Department Bauingenieurwesen) die Zuhörer an die deutsche Nordseeküste. Er legte dar, mit welchen Herausforderungen dort in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu rechnen ist. Neben der Unterscheidung zwischen natürlichen Klimavariationen und dem „menschgemachten“ Klimawandel wurden zukunftsweisende Schutzkonzepte wie zum Beispiel Klimadeiche vorgestellt.

Ein besonderes Highlight war der Vortrag des Siegener Professors Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann (Mitglied des Deutschen Ethikrates). Unter dem Titel „Qualitätssicherung von Klimamodellen aus wissenschaftsphilosophischer Sicht“ wurde den Zuhörern auf erfrischende Weise die wissenschaftsphilosophischen Aspekte der Klimamodellierung von der Falsifizierung bis zur Generalisierung nähergebracht.

Wie man das „Umweltpotenzial von Gebäuden aktivieren“ kann, erfuhren die Teilnehmer des Siegener Bautages von Dr. Bernhard Fischer (Bundesinstitut für Bau-, Stadt - und Raumforschung, Referat II 6, Bauen und Umwelt).

Im letzten Vortrag des Bautags referierte Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Niemann (Ingenieurgesellschaft Niemann & Partner, Technologiezentrum Ruhr, Bochum) über den „Einfluss des Klimawandels auf die Sicherheit von Bauwerken unter Windeinwirkung“. Eine Änderung der Windgeschwindigkeiten durch den Klimawandel ist danach bisher nicht festzustellen.

Preisverleihungen

Ergänzt wurden die Fachvorträge durch die Vorstellung zweier herausragender Masterarbeiten. Leon Jänicke (Department Bauingenieurwesen) präsentierte „Meeresspiegelanstieg und das Abschmelzen der Eisschilde“ und Kamber Aydin (Department Architektur) „Abela-Heilstollen in Bad Fredeburg“. Einmal mehr bildete der Siegener Bautag den Rahmen für die Preisverleihung für hervorragende Abschlussarbeiten der Studierenden. Für ihren herausragenden Bachelorabschluss wurden Catharina Weitz (Untersuchungen zur Auswirkung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung auf Nichtwohngebäude am Beispiel von Modulbauten der Firma KLEUSBERG; Betreuer: Prof. Schmidt, Baukonstruktion) und Lars Müller (Beulverhalten der Schale einer Windenergieanlage unter globaler Biegebelastung und lokaler Druckbeanspruchung; Betreuer: Prof. Pak, Stahlbau) ausgezeichnet. Über einen Preis für ihren ausgezeichneten Masterabschluss konnten sich Marius Mellmann (Dynamische Untersuchungen von vorverformten periodischen Stabtragwerken; Betreuer: Prof. Zhang, Baustatik) und Lukas Witowski (Vergleich zweier Konstruktionsvarianten eines ABUS Einträgerhalbportalkrans (EHPK) unter Berücksichtigung der Einflüsse Theorie II. Ordnung mit besonderem Augenmerk auf die Traglast-/Spannweitenbeziehung; Betreuer: Prof. Pak, Stahlbau) freuen. Darüber hinaus wurde die mit der bestmöglichen Auszeichnung „Summa cum laude“ bewertete Promotion von Pedro Villamil Oostra (Statische und dynamische Analyse von Tragwerken aus funktional gradierten Materialien; Betreuer: Prof. Zhang, Baustatik) geehrt. Alle Geehrten wurden mit Preisgeldern vom Förderverein Architektur und Bauingenieurwesen der Universität Siegen ausgezeichnet.

Abgerundet wurde der Siegener Bautag durch die erstmalige Preisverleihung bzw. Urkundenübergabe zur Aufnahme in die KlimaExpo.NRW an das Team von Prof. Jensen und den Erfinder der Wasserkraftmaschine StEcon Hans-Ludwig Stiller.

Der Siegener Bautag ist eine Veranstaltung der beiden Departments Architektur und Bauingenieurwesen, unterstützt durch den Förderverein. In dem Förderverein für Architektur und Bauingenieurwesen sind neben den beiden Departments Institutionen, Firmen sowie Privatpersonen engagiert, um den Mitgliedern eine gemeinsame Plattform zum Informationsaustausch zu bieten und die Hochschule in ihren Aktivitäten zu unterstützen. Auch die Kopplung von Studium, Lehre und Forschung mit der Industrie sowie der wissenschaftliche Austausch liegen dem Förderverein am Herzen. Der diesjährige Bautag wurde von dem Department Bauingenieurwesen unter der Tagungsleitung von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen organisiert.

preis_web Wurden für ihre hervorragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet: Lars Müller, Marius Mellmann, Pedro Villamil