..
Suche

Personensuche
Veranstaltungssuche
Katalog der UB Siegen

Student für „digitalen Kassenzettel“ ausgezeichnet

Stefan Hanschke von der Uni Siegen ist für seine Bachelorarbeit mit dem „Nachwuchsförderpreis Verbraucherforschung 2017“ ausgezeichnet worden. Er hat in seiner Arbeit das Konzept eines „digitalen Kassenzettels“ entwickelt.

Doppelter Erfolg für Stefan Hanschke von der Uni Siegen. Für seine Bachelorarbeit im Fach Wirtschaftsinformatik hatte der Student bereits im vergangenen Jahr die bestmögliche Note 1,0 bekommen. Jetzt durfte sich der 24jährige Olper noch einmal freuen: Zusammen mit zwei weiteren Nachwuchswissenschaftlern von den Universitäten Münster und Bielefeld ist er in Düsseldorf mit dem „Nachwuchsförderpreis Verbraucherforschung 2017“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich im Rahmen des Projekts „Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW“ (KVF NRW) ausgeschrieben. Er prämiert wissenschaftlich hervorragende Abschlussarbeiten, die sich mit Verbraucherthemen beschäftigen.

In seiner von Prof. Dr. Gunnar Stevens betreuten Arbeit hat Stefan Hanschke das Konzept eines „digitalen Kassenzettels“ entwickelt. Dazu hat er Prototypen einer Smartphone-App entworfen, die Kunden beim Einkauf und der Verwaltung von Lebensmitteln unterstützen soll. Angedacht sind verschiedene Funktionen: Beispielsweise sollen die Nutzer zu jedem Produkt spezifische Verbraucherinformationen erhalten – etwa zur Herkunft, der Verarbeitungsweise oder dem Haltbarkeitsdatum. Mit der App ließe sich außerdem ein digitales Haushaltsbuch anlegen. Darin könnten die Anwender jederzeit nachprüfen, welche Lebensmittel zu Hause noch vorrätig sind. Läuft ein bestimmtes Produkt bald ab, bekäme der Nutzer eine Push-Benachrichtigung samt Rezept-Vorschlag. Bleibt doch einmal etwas übrig, könnte dies per digitaler Schnittstelle einem Foodsharing-Dienst oder der Tafel gemeldet werden.

„Der digitale Kassenzettel soll zu einem nachhaltigeren Lebensmittelkonsum beitragen“, erklärt Stefan Hanschke. Dass Lebensmittel zu Hause häufig weggeschmissen werden, kennt der Student auch aus eigener Erfahrung: „Das Thema ist sehr nah an der Praxis. Deshalb hat es mir auch so viel Spaß gemacht, die App zu konzipieren.“ Um die Bedürfnisse der Verbraucher genau zu treffen, hat Hanschke vorab zahlreiche Interviews geführt. Abschließend wurde der Prototyp der App mit den Interviewpartnern noch einmal evaluiert. Ein großer Aufwand, der auch im Rahmen der Preisverleihung noch einmal gewürdigt wurde: Hanschke habe „mit großem individuellen Engagement nach innovativen Lösungsansätzen gesucht und eigene Wege beschritten“, hieß es in der Laudatio.

Der Preis für die beste Masterarbeit ging an Matthias Rodemeier von der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster. Als beste Dissertation wurde eine an der Universität Bielefeld eingereichte Arbeit von Dr. Gerhard Wiese ausgezeichnet. Dr. Beate Wieland vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW überreichte die Preise gemeinsam mit NRW-Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski. Sie zeigte sich erfreut über die Vielzahl der eingereichten Arbeiten: „Das ist ein Beweis, dass es sich bei der Verbraucherforschung um ein sehr spannendes Forschungsfeld handelt.“

Stefan Hanschke kann sich gut vorstellen, sich auch weiterhin wissenschaftlich mit Verbraucherschutz-Themen zu beschäftigen. Nach seinem erfolgreichen Bachelor-Abschluss hat er sich entschieden, an der Universität Siegen auch noch den Master anzuschließen – ebenfalls im Fach Wirtschaftsinformatik.

Hintergrund:
Das KVF NRW ist ein Kooperationsprojekt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Die Nachwuchsförderpreise Verbraucherforschung sind mit 2.000 Euro (Bachelorarbeit), 2.500 Euro (Masterarbeit) und 5.000 Euro (Dissertation) dotiert. Die Empfehlung zur Auszeichnung spricht der Wissenschaftliche Beirat des KVF NRW aus. Weitere Infos unter www.verbraucherzentrale.nrw/nachwuchsfoerderpreis2017.

Preisverleihung_Gruppenbild_web

NRW-Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski, Stefan Hanschke (Uni Siegen), Matthias Rodemeier (Uni Münster), Dr. Gerhard Wiebe (Uni Bielefeld), sowie Ministerialdirigentin Dr. Beate Wieland vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und Laudator Prof. Dr. Christian Kleinschmidt von der Uni Marburg.