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Wissenschaft in der Kirche

In der Siegener Martinikirche findet am 15. Juni 2018 zum vierten Mal die „Nacht der Wissenschaft Siegen“ statt. WissenschaftlerInnen der Uni Siegen und externe Gäste präsentieren Interessierten ihre Forschungsthemen.

Wie ist der erste moderne Computer der Welt entstanden? Was hat es mit „Graphen“ auf sich, dem dünnsten Material der Welt? Und wie lassen sich mit stochastischen Methoden BetrügerInnen überführen? Das sind nur einige Fragen, die am 15. Juni 2018 zwischen 18.30 Uhr und Mitternacht in der Siegener Martinikirche beantwortet werden – bei der vierten „Nacht der Wissenschaft Siegen“. WissenschaftlerInnen der Uni Siegen und externe Gäste stellen auf verständliche und unterhaltsame Art und Weise ihre Forschungsthemen vor. Organisiert wird die Veranstaltung von einem studentischen Team der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität.

„Wir möchten den Menschen zeigen, dass mit ihren Steuergeldern tolle Forschung finanziert wird, die alltagsrelevant ist und der Gesellschaft zu Gute kommt“, sagt Mitorganisator Benedikt Schmitz. „Wir sitzen nicht im Elfenbeinturm, sondern gehören zur Stadt dazu. Deshalb veranstalten wir jedes Jahr die Siegener ‚Nacht der Wissenschaft‘“, ergänzt sein Kollege Daniel Busch. Das Team hofft auf ein volles Kirchenschiff. „Wie im letzten Jahr, da war richtig viel los – zeitweise haben die Besucher sogar oben in der Loge gesessen und die Vorträge verfolgt“, sagen die Studenten. Moderiert wird die „Nacht der Wissenschaft“ von MitarbeiterInnen des Campusradios „Radius 92.1“.

Der prominenteste Gast in diesem Jahr ist Horst Zuse, Informatiker und Sohn von Konrad Zuse, dem Erfinder des ersten modernen Computers der Welt. Im Jahr 2010 baute Horst Zuse die Rechenmaschine „Z3“ seines Vaters in Originalgröße nach, sie steht heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin. Bei der „Nacht der Wissenschaft“ wird Zuse über die „Geschichte des Computers“ sprechen – und damit gleichzeitig auch ein Stück Familiengeschichte erzählen. Prof. Dr. Carsten Busse von der Uni Siegen gibt einen Einblick in die besonderen physikalischen Eigenschaften des Wundermaterials „Graphen“, das in Zukunft in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen könnte. Um Möglichkeiten zur „Hochwasservorhersage am Rhein“ geht es bei Prof. Dr. Paolo Reggiani vom Siegener Lehrstuhl für Wasserwirtschaft. Er stellt ein Frühwarnsystem vor, mit dem sich Überflutungsrisiken präzise einschätzen lassen.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit einem möglichen neuen Ansatz in der Krebstherapie: Personalisierte Chemo-Therapien sind bisher sehr aufwändig und teuer. Mithilfe modernster Detektoren und Technologien aus Physik, Chemie und Radiologie könnten sie künftig für alle Patienten erschwinglich werden. Auch das Team der Universitätsbibliothek ist bei der „Nacht der Wissenschaft“ dabei: Die MitarbeiterInnen erklären, welche Angebote es in der UB für Bürgerinnen und Bürger aus der Region gibt – und was die Bibliothek tut, um wissenschaftliche Literatur allen Menschen zugänglich zu machen.

In den Pausen zwischen den Vorträgen gibt es in der Kirche ein umfangreiches Rahmenprogramm. Am Stand der Experimentierwerkstatt „FabLab“ können sich die BesucherInnen beispielsweise ansehen, wie ein 3-D-Drucker funktioniert. Mitglieder des „Hackspace Siegen“ erklären außerdem, wie sich persönliche Daten auf dem Smartphone sicher schützen lassen. Selbstverständlich werden auch Essen und Getränke angeboten.

Der Eintritt zur „Nacht der Wissenschaft Siegen“ ist frei, alle Interessierten sind willkommen. Das vollständige Programm gibt es auch im Internet, unter www.ndws.de.

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