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Die lange Nacht, die Wissen schafft

Mit zahlreichen Vorträgen von ProfessorInnen und Studierenden der Uni Siegen sowie externen Gästen brachte die 4. „Nacht der Wissenschaft Siegen“ naturwissenschaftliche Themen in die Stadt.

Freitagabend, Fußballfieber. Es spielen Marokko gegen Iran und um 20 Uhr findet das Topspiel Spanien-Portugal statt. Nicht die besten Voraussetzungen, um potenzielle Besucher vom heimischen Fernseher oder den Public-Viewing-Spots weg zu locken. Umso erfreulicher das Bild, das sich gegen 22 Uhr vor und in der Siegener Martinikirche beim Campus Unteres Schloss der Uni Siegen zeigt. Vor dem Gotteshaus stehen Besucher aller Altersklassen dicht gedrängt unter Vorzelten, die in einem Farbenspiel der Scheinwerfer erstrahlen. Neben angeregten Gesprächen wird hier auch die sommerliche Wärme genutzt, um sich im Freien mit verschiedenen Essensangeboten zu stärken. Sogar an vegane Waffeln haben die Veranstalter der „Nacht der Wissenschaft Siegen“ gedacht.

Ndws 2018 draußen_web„Da es mittlerweile das vierte Mal ist, haben wir genug Erfahrung gesammelt, dass alles rund läuft“, sagt Daniel Busch zufrieden. Er gehört zum Organisationsteam, das sich aus Studierenden der Fachschaften der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Uni Siegen zusammensetzt. Die Vorbereitungen hätten bereits im Oktober letzten Jahres angefangen, so Busch. „Es ist einfach toll, dass jetzt alles so gut passt. Das Team hat wirklich eine super Arbeit geleistet.“ Während der Vortragspause ist aus der Kirche geschäftiges Treiben zu hören. Dort präsentieren sich Aussteller und Vereine wie die fsfe (Free Software Foundation Europe) oder der Universitätsverlag Universi. Die Kreativwerkstatt FabLab der Universität Siegen hat sogar einen 3D-Drucker dabei, der fleißig kleine Plastikgegenstände ausspuckt.

Schon um 18:30 Uhr hat an diesem Abend die „Nacht der Wissenschaft Siegen“ in der Martinikirche begonnen. Wie in den Vorjahren konnten die Besucher Vorträgen zu den unterschiedlichen Teildisziplinen der Fakultät IV lauschen. Dieses Jahr zählten zur Riege der Vortragenden Prof. Dr. Alexander Schnurr, Prof. Dr. Carsten Busse und Prof. Ph. D. Paolo Reggiani sowie mit Uwe Kölsch und Melanie Müller auch zwei Mitarbeiter der Uni-Bibliothek. Die Highlights hatten die Verantwortlichen aber für die Zeit nach 22 Uhr anberaumt.

Zum einen den Vortrag von Prof. Dr. Horst Zuse über „Die Geschichte des Computers“. Als Sohn des Erfinders Konrad Zuse hatte Ndws 2018 Zuse_webHorst Zuse vor acht Jahren das Lebenswerk seines Vaters, die Rechenmaschine „Z3“ nachgebaut. Sie gilt als erster funktionsfähiger Computer der Welt. In seiner Präsentation erzählt der sympathische Professor der Universität Cottbus aber nicht nur von technischen Einzelheiten, sondern auch Persönliches. So zeigte er mit einem Augenzwinkern beispielsweise die mit Karikaturen bemalten Schulbücher seines Vaters.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten Christian Jung, Benedikt Schmitz und Yannik Schädler einen möglichen neuen Ansatz in der Krebstherapie vor. Mithilfe modernster Detektoren und Technologien aus Physik, Chemie und Radiologie könnten personalisierte Chemotherapien künftig für alle Krebspatienten erschwinglich werden. Mit ihrem Prototyp eines Hightech-Detektors gewannen die drei Studenten den ersten Platz der diesjährigen Medtech:Hack, die von der Europäischen Organisation für Kernforschung aus der Schweiz, kurz CERN, ausgetragen wird. „Ich hoffe sehr, dass unsere Erfindung dafür sorgt, dass Krebserkrankte zukünftig weniger leiden müssen und freue mich, dass Veranstaltungen wie die ‚Nacht der Wissenschaft‘ dem Thema eine Bühne geben“, sagte Yannik Schädler.

Dass im kommenden Jahr eine 5. „Nacht der Wissenschaft Siegen“ stattfinden wird, steht für das Organisationsteam außer Frage. Die Studierenden würden die Veranstaltung gerne räumlich noch etwas ausweiten. Damit könnten noch mehr WissenschaftlerInnen, Aussteller und BesucherInnen an der kostenfreien Veranstaltung teilnehmen.

Ndws 2018 Kirche_web