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Stellungnahme Universität Siegen

Im Rahmen des Seminars „Denken und Denken lassen. Zur Philosophie und Praxis der Redefreiheit“ im Wintersemester 2018/ 2019 sollen sieben Referenten jeweils einen Redebeitrag beisteuern, darunter Dr. Marc Jongen (MdB AfD) und Dr. Thilo Sarrazin. Die Universität Siegen nimmt dazu Stellung.

Das Philosophische Seminar der Universität Siegen bietet im Wintersemester 2018/2019 das Seminar „Denken und Denken lassen. Zur Philosophie und Praxis der Redefreiheit“ an. Im Rahmen des wissenschaftlichen Seminars sollen sieben interne und externe Referenten jeweils einen Redebeitrag beisteuern, darunter Dr. Marc Jongen und Dr. Thilo Sarrazin. Ihre, sowie die Vorträge der übrigen Referenten, sollen in den wissenschaftlichen Kontext des Seminars eingebettet und von den Studierenden entsprechend reflektiert und diskutiert werden. Ziel des Seminars ist es, das Thema „Redefreiheit“ in Theorie und Praxis zu beleuchten. Leiter des Seminars ist Prof. Dr. Dieter Schönecker. Es handelt sich um ein universitätsinternes Seminar, das nichtöffentlich ist.

Das Rektorat, der Senat und die Philosophische Fakultät der Universität Siegen bekennen sich zur Wissenschaftsfreiheit gemäß Artikel 5 GG. Vor dem Hintergrund der Freiheit von Forschung und Lehre betrachtet es die Universität Siegen deshalb grundsätzlich als legitim, wenn sich ihre Angehörigen auf wissenschaftlicher Basis auch mit politisch umstrittenen Positionen und Meinungen auseinandersetzen. Selbstverständlich können und sollen an der Universität zu diesem Zweck unterschiedlichste Meinungen gehört werden, sofern sie sich im Rahmen des Grundgesetzes bewegen.

Die Universitätsleitung hätte deshalb eine öffentliche Diskussions-Veranstaltung mit vielfältigen Denkrichtungen im Sinne von Rede und Gegenrede bevorzugt. Seminare aber, die durch die einseitige Einbindung von Politikern und Denkern bewusst einen ideologischen Standpunkt einnehmen, sind mit einer politischen Botschaft verbunden. Das widerspricht den Grundwerten der Universität Siegen. Es liegt daher keine Bereitschaft der Universität vor, für die Seminarteilnahme von Dr. Marc Jongen und Dr. Thilo Sarrazin finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Hiermit würde die Universität ein falsches Signal senden. Die Einladung von Dr. Jongen und Dr. Sarrazin erfolgt weder im Namen der Philosophischen Fakultät noch im Namen der Universität Siegen. Die Universität distanziert sich klar und eindeutig von den Personen Dr. Marc Jongen und Dr. Thilo Sarrazin und den von ihnen vertretenen Positionen und Meinungen.

Die Universität Siegen wendet sich ausdrücklich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit und Extremismus. Gemeinsam mit den in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengeschlossenen Hochschulen tritt sie mit dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ offensiv für Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit ein. Diese Haltung zeigt sich nicht zuletzt auch in der Unterstützung zahlreicher Hilfsprojekte für geflüchtete Menschen an der Universität Siegen. Die universitäre Initiative „Geflüchtete helfen Geflüchteten“ zur Integration von Studierenden mit Fluchtgeschichte erhielt 2017 eine Auszeichnung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin.

Universität Siegen, 6. November 2018