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Lesespaß mit Kirsten Boie

400 Siegener Schülerinnen und Schüler erlebten Autorin Kirsten Boie im Apollo-Theater. Im Rahmen der (Vor-)Leseaktion „Eine Stadt liest ein Buch“ las sie aus ihrem Roman „Ein Sommer in Sommerby“.

„Ihr könnt wirklich stolz sein, dass ihr in einer Stadt wie Siegen wohnt“, sagt Kirsten Boie zu den rund 400 Schülerinnen und Boie_web2Schülern im Siegener Apollo-Theater. Eine Aktion wie „Eine Stadt liest ein Buch“ gebe es in dieser Form nur in wenigen anderen Städten in Deutschland. Und dass dabei ein Kinder- und Jugendbuch gelesen wird, sei sogar bundesweit einmalig. Kirsten Boies Roman „Ein Sommer in Sommerby“ stand dieses Mal im Mittelpunkt der jährlichen Stadt-Lese-Aktion. Nachdem die Autorin ihren Besuch in Siegen im vergangenen November krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste, sei sie nun „sehr gerne“ gekommen, um den Schülerinnen und Schülern doch noch persönlich aus ihrem Buch vorzulesen. „Dass ich das in so einem tollen Theater machen kann und nicht wie so oft in einer Schulturnhalle, ist natürlich ein besonderer Luxus“, freute sich Boie. Anderthalb Stunden nahm sich die preisgekrönte Autorin Zeit, um vorzulesen, Fragen zu beantworten und den Kindern ihre Bücher zu signieren.

Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Siegener Schulen lesen parallel einen ausgewählten Kinder- und Jugendroman und bekommen daraus vorgelesen – das ist die Idee hinter der Aktion „Eine Stadt liest ein Buch“. Schon seit zehn Jahren stellt ein gemeinsames Organisationsteam der Stadt Siegen (Jugendamt, Jugendtreff Fischbacherberg) und der Universität Siegen sie auf die Beine. In dieser Runde fiel die Wahl auf den Roman von Kirsten Boie, „weil er einfach alles enthält, wonach wir immer suchen“, erklärte Mitorganisatorin Dr. Jana Mikota von der Uni Siegen. In „Ein Sommer in Sommerby“ gehe es um ernste Themen, aber auch um Themen, die Kinder und Jugendliche besonders ansprechen: moderne Medien zum Beispiel und was es bedeutet, wenn man plötzlich gezwungen ist, auf sie zu verzichten.

Boie_web1Die Idee zu „Ein Sommer in Sommerby“ sei ihr während eines Urlaubs an der Schlei in Schleswig-Holstein gekommen, erzählte Kirsten Boie bei ihrem Besuch in Siegen. „Ich habe dort durch Zufall ein Haus entdeckt, dass ganz einsam auf einer Landzunge liegt und das man nur mit einem Boot erreichen kann.“ Was passiert, wenn drei Kinder zwangsweise ihre Ferien in diesem Haus verbringen müssen? Gemeinsam mit ihrer etwas verschrobenen Oma, die sie bis dahin gar nicht kannten – dafür aber ohne Internet, Handy und sogar ohne Festnetztelefon? Kirsten Boie erzählt diese Geschichte ironisch, lustig, manchmal auch traurig, aber immer ohne erhobenen Zeigefinger: „Kinder wollen beim Lesen nichts lernen oder in irgendeiner Weise erzogen werden. Sie wollen einfach Spaß haben“, findet die Autorin.

Dass Kinder Spaß am Lesen haben und das Lesen vor allem auch richtig lernen, ist Kirsten Boie ein wichtiges Anliegen. Sie hat dazu die „Hamburger Erklärung“ initiiert, eine Petition dafür, dass jedes Kind lesen lernt. Mehr als 110.000 Menschen haben die Erklärung unterschrieben, im Dezember übergab Boie die Unterschriften an Bildungsministerin Anja Karliczek. Aktionen wie „Eine Stadt liest ein Buch“ seien wichtig, um das Thema „Leseförderung“ in den Blick zu rücken und Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass Lesen Spaß macht und wichtig ist. „Sie haben hier ein tolles Konzept entwickelt und es ist großartig, dass die Aktion jetzt schon seit zehn Jahren stattfindet“, lobte Boie.

Bürgermeister Steffen Mues dankte als Schirmherr der Reihe dem gesamten Organisationsteam und den Siegener Schulen: „Ohne Boie_web3die tolle Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt und die begeisterte Teilnahme der Schulen wäre das Projekt nicht möglich. Ich freue mich sehr, dass sich aus der ersten Idee vor zehn Jahren so eine schöne Tradition entwickelt hat, die unsere Stadt bereichert. Und ich bin sicher, dass wir in Siegen auch in zehn Jahren noch gemeinsam diese Leseaktion umsetzen.“ Mehrere Tausend Siegener Kinder haben in den vergangenen Jahren schon daran teilgenommen. Ein besonderes Highlight ist dabei jedes Mal die Lesung mit der Autorin oder dem Autor des jeweiligen Romans. Das war auch beim Besuch von Kirsten Boie zu spüren: Obwohl sie das Buch bereits kannten, hörten die 400 Schülerinnen und Schüler Boie aufmerksam zu. Viele nutzten danach die Chance, sich ihre Ausgabe von „Ein Sommer in Sommerby“ von der Autorin persönlich signieren zu lassen.