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Digitale Grundschule

Eine studentische Projektgruppe der Universität Siegen hat die Michaelschulgrundschule in Kirchen in Sachen Digitalisierung unterstützt, um sie fit für die Zukunft zu machen.

Wie schnell muss die Internetverbindung in der Schule sein, damit 32 Kinder gleichzeitig ein Video auf ihren Tablets abspielen können? Und wie können wir die Digitalisierung der Schule vorantreiben, ohne hohe Summen dafür auszugeben? Mit Fragen wie diesen haben sich acht Lehramtsstudierende im Fach Informatik der Universität Siegen ein Semester lang beschäftigt – vor Ort in der Michaelschulgrundschule in Kirchen.   

„Damit Digitalisierung erfolgreich ist, brauchen Schulen ausgebildete LehrerInnen und die nötige Infrastruktur“, erklärt Dr. Michael Schuhen vom Zentrum für ökonomische Bildung Siegen (ZöBiS). Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Betriebssysteme und verteilte Systeme leitete Schuhen das Projekt. „Kein Lehrer lässt sich auf Digitalisierung ein, wenn er nicht sicher sein kann, dass der Unterricht zum Beispiel mit Tablets auch funktioniert. Stattdessen greifen sie im Zweifelsfall lieber auf Stift und Papier zurück. Das ist völlig verständlich.“

Um genau das zu vermeiden, beleuchtete die Projektgruppe das Thema Digitalisierung aus drei Perspektiven: Aus der pädagogischen, der technischen und der ökonomischen. Zuerst interviewten die Studierenden die LehrerInnen: Wie sieht die Lage momentan aus? Was benötigen sie, um besser zu arbeiten? Danach testeten die Studierenden mit Messinstrumenten die Ausstrahlung des Netzes. Wo verlaufen die Leitungen, wo sind die Router angebracht und wie viel Belastung hält das Netz aus? Durch die Belastungstests und die Messungen konnten die Studierenden herausfinden, was bereits möglich ist und welche Verbindungsrate vorhanden sein müsste, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Den perspektivischen Maßnahmenplan klopften die Studierenden dann aus wirtschaftlicher Sicht ab. „Digitalisierung kostet sehr viel. Uns war deshalb besonders wichtig, wie wir eine nachhaltige Entwicklung unterstützen und die Kosten in den Griff bekommen können“, sagt Schuhen.

Aus allen Überlegungen erstellten die Studierenden gemeinsam mit den Lehrkräften und der Schulleitung dann einen Fahrplan für künftige Digitalisierungsschritte. „Dieser digitale Fahrplan bietet neben Lösungsansätzen zum Ausbau des Schulnetzes auch Einsatzempfehlungen für vorhandene Geräte“, erklärt Dr. Andreas Hoffmann vom Lehrstuhl für Betriebssysteme und Verteilte Systeme.   

Die Michaelgrundschule in Kirchen nimmt seit diesem Schuljahr am Projekt „Medienkompetenz macht Schule“ des Landes Rheinland-Pfalz teil. Dabei erhalten die LehrerInnen Fortbildungen, lernen zum Beispiel Apps für den Unterricht kennen und entwickeln ein langfristiges Konzept zur Digitalisierung. „Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Studierenden der Universität Siegen für unsere Schule einen Digitalisierungsfahrplan entworfen haben“, sagt Schulleiter Lars Lamowski. „Für uns als Schulträger ist es wichtig, unsere Schulen bei ihrem Weg in die Digitalisierung zu unterstützen“, sagt Kirchens Bürgermeister Maik Köhler. „Damit dies strategisch, wirtschaftlich und insbesondere nachhaltig erfolgt“, so Dr. Michael Schuhen, „ist es bedeutsam, dass Schulträger mögliche Digitalisierungsschritte künftig bei ihrer Schulentwicklung mitbedenken.“